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Ausgabe 2/00 |
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| An 30.12.1999 Sehr geehrter Bruder Karol Wojtyla, da wir alle Kinder Gottes sind, hoffe ich, dass Sie mir erlauben, Sie so anzureden. Ich habe im Fernsehen mit Interesse verfolgt, wie Sie als erster durch die Ablasspforte geschritten sind. Das war ersichtlich ein großes Erlebnis für Sie, und ich habe mir so meine Gedanken gemacht, wie sich das wohl bei Ihnen auswirken mag: Wie es Ihnen jetzt geht? Ob es Ihnen jetzt gesundheitlich besser geht? Ob Sie jetzt Christus schauen, wenn Sie jetzt von jeder Sündenstrafe frei sind? Und was Ihnen Christus jetzt alles sagt? Angesichts der Bedeutung und der Heil bringenden Wirkung, die Sie als Papst jedem verheißen, der die Ablasspforte durchschreitet, werden Sie für meine Fragen sicherlich Verständnis haben. Denn religiöse Verheißungen sind für den normalen Zeitgenossen um so glaubwürdiger, wenn damit konkrete Erfahrungen verbunden sind. Jesus von Nazareth hat ja auch stets vorgelebt, was er lehrte. Bekanntlich hat er auch gesagt: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann ..." (Mt 7, 24) Da ich nicht sicher bin, ob dieses Tun, also das Halten der Gebote Jesu, durch Ablässe ersetzt werden kann, wäre ich Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, wenn Sie freundlicherweise dazu bereit wären, etwas über Ihre Erfahrungen mit dem Jubiläumsablass zu sagen. Ihre Antwort wäre sicher für viele Menschen hilfreich. Mit freundlichen Grüßen **************
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