Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/00

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Katholische Kirche in Ruanda

Mitschuld am Völkermord

Es lässt sich immer weniger verheimlichen, dass die katholische Kirche eine erhebliche Mitschuld am Völkermord der Hutu an den Tutsi in Ruanda 1994 trägt. Wie der Spiegel (Nr. 1/2000) berichtet, belasten einige Zeugen erneut mehrere Priester und Nonnen, die sich in Europa aufhalten und dort von kirchlichen Stellen gedeckt werden.

Knochen von Opfern der Massaker in Ruanda, an denen auch die Kirche Schuld trägt
In einigen Kirchen sind die grausigen Überreste der Massaker noch heute zu sehen

So soll ein heute in Florenz lebender Priester die Tutsi-Schüler seiner Schule von den Hutus getrennt und den mörderischen Gendarmen ausgeliefert haben. Vorher habe er sie noch eingeschüchtert, indem er ihnen die Lüge auftischte, geflüchtete Kameraden seien gefasst und ermordet worden. Der zuständige Bischof Misago habe damals ebenfalls bekundet, er könne nichts tun. Doch, so der Spiegel: "Wenn es 1994 eine Institution gab, die dem Morden hätte Einhalt gebieten können, dann war es Ruandas katholische Kirche ... Priester genossen hohes Ansehen im Volk." Doch einige von ihnen ließen teilweise selbst gezielt morden.

 

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Der Hintergrund des Krieges

  • Die "Missionsideologie" des katholischen Ordens Opus Dei indoktrinierte den überwiegenden katholischen Hutus das Feindbild der "atheistischen" Tutsi, die überwiegend Anhänger von Naturreligionen sind.
    Der belgische Politiker Leon Saur

  • "Es gibt zwingende Beweise dafür, dass eine Reihe von Bischöfen, Priestern, Nonnen und Mönchen den Völkermord geduldet haben oder aktiv daran beteiligt waren." (Darunter ein Pater, der ein Massaker an behinderten Tutsi-Kinder organisiert hat oder ein Pater, der mehrere Hundert Tutsis in eine Kirche locken und dort mit einem Raupenfahrzeug zermalmen ließ).
    Menschenrechtsorganisation African Rights

  • "Bedauerlicherweise kam es zum Völkermord nicht deshalb, weil der christliche Einfluss zu beschränkt war, sondern vielleicht, weil er zu groß war."
    Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern, 25.7.1997
    PS: Mit "christlich" meint das Blatt "katholisch"
     

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel in der Ausgabe Nr. 20/98: Von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen - Die Verantwortung der katholischen Kirche für den Völkermord in Ruanda


 



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