Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/00

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Seltsame Vorschläge eines Einwohnerrats

Müssen Schweizer in einer Kirche sein?

In der Gemeinde Wettingen im Aargau hat der SVP-Einwohnerrat Thomas B. gefordert, bei Einbürgerungsanträgen festzustellen, ob der potenzielle Neubürger auch Kirchensteuer bezahlt. Denn "die Bezahlung der Kirchensteuer sei aus sozialen Gründen geradezu eine moralische Pflicht" (Zofinger Tagblatt, 10.12.1999).

Der Politiker scheint hier einiges durcheinander zu bringen. Will er etwa sagen, dass nur moralisch sein könne, wer Mitglied einer Kirche ist? Die blutige Kirchengeschichte legt eher das Gegenteil nahe. Oder meint er, dass nur Schweizer sein könne, wer katholisch oder reformiert ist? So dachte man vielleicht vor einigen hundert Jahren.

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Wie in Deutschland, so scheint sich auch in der Schweiz das hartnäckige Gerücht zu halten, die Kirchen würden ihre sozialen Einrichtungen zur Gänze selbst finanzieren. In Wirklichkeit finanzieren der Staat und die Nutzer einer sozialen Einrichtung diese fast vollständig. So sind z. B. die kirchlichen Hauspflegedienste an die landesweite SPITEX-Organisation angeschlossen und rechnen ihre Leistungen mit den Krankenkassen ab.

Siehe dazu auch den Leserbeitrag, den uns ein Leser unabhängig von dieser Zeitungsmeldung übermittelte.


 



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