Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/00

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Für Sie gesehen: "The Sixth Sense" - "Der sechste Sinn"

Von den Toten,
die unter uns leben

"Überall sind Tote. Sie sehen nur, was sie sehen wollen. Sie laufen herum und wissen nicht, dass sie nicht mehr leben. Das ist das Geheimnis."

The Sixth Sense - Der sechste Sinn
Der Junge namens Cole hat Angst vor den "Geistern", die er sehen kann.

Diese Worte aus dem Munde eines kleinen Jungen sind der Schlüsselsatz des Films Der sechste Sinn. Der kleine Junge hat Angst - Angst vor "Geistern". Er kann die Seelen Verstorbener sehen - doch er entflieht ihnen, weil er sich vor ihnen fürchtet. Er erzählt niemandem sein "Geheimnis", da ihm ohnehin niemand glauben würde. Er wird zum Außenseiter, zum psychisch Kranken, zum "Psycho".

Bis ein Kinderarzt (Bruce Willis) sich um ihn kümmert und sich, nach anfänglichem Zögern, auf die "andere Realität" einlässt, die auf den ersten Blick jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis zu widersprechen scheint. "Wie kannst du mir helfen, wenn du mir nicht glaubst?" fragt der Junge.

Die beiden gehen nun auf Entdeckungsreise: Was geschieht, wenn der Junge vor den "Geistern" nicht wegläuft, sondern ihnen zuhört? Er wagt es - und stellt fest, dass sie teilweise wichtige Botschaften haben, die er anderen überbringen soll.

Der Film vermittelt auf dramatische, gelegentlich schockierende Weise, dass unsere sichtbare Welt von unsichtbaren "Geistern" bevölkert ist - von den Seelen Verstorbener, die sich nicht von der Erde lösen können, weil sie z. B. als Menschen ein abruptes oder gewaltsames Ende fanden. Der Film zeigt auch, dass es übersinnliche Wahrnehmungen gibt, die es manchen Menschen, häufig Kindern, zeitweise ermöglichen, in die unsichtbare Realität zu blicken. Er erklärt jedoch nicht, dass die Erdgebundenheit nicht die Bestimmung der Seelen ist, sondern dass diese sie vom Weiterschreiten, von der Weiterentwicklung in jenseitigen Welten hin zum Licht, abhält.

Der Film vermittelt zugleich den Eindruck, als könne oder solle man sich auf die Kommunikation mit solchen "armen Seelen" einlassen, um ihnen dadurch zu helfen. Das Gegenteil wäre richtig: Man hilft ihnen (und sich selbst) dadurch, dass man sich nicht von ihnen beeinflussen lässt und sie entschlossen zurückweist. Ebenso entschlossen sollte man massiven Wünschen, Hassgefühlen oder Süchten entgegentreten. Denn diese Fehlhaltungen können ihnen als "Brücke" für eine Beeinflussung dienen.

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Dennoch ist der Film, der bereits jetzt zu den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehört, sehenswert. Er verdankt dies unter anderem der Tatsache, dass der Zuschauer erst am Ende des Films in einer überraschenden Auflösung die Antwort auf einige Rätsel der Handlung erhält - und unter Umständen die Begrenztheit seiner eigenen Wahrnehmung erkennen muss. Wie sagte doch der kleine Junge: "Sie nehmen nur wahr, was sie sehen wollen. Sie laufen umher und wissen nicht, dass sie nicht mehr leben ..."

Dein Leben im Diesseits ist Dein Leben im Jenseits"Eine erdgebundene Seele ist eine Seele, die aufgrund ihres Gebundenseins - z. B. infolge der Fixierung auf Menschen, auf Besitz und Reichtum - die Schule des Inneren Lebens auf Erden als Mensch versäumt hat. So bleibt sie nach dem Leibestod auf der Materie, auf das Diesseits, fixiert, auf die Interessen, die ihr als Mensch Lebensinhalt waren."

Dein Leben im Diesseits ist Dein Leben im Jenseits, Verlag Das Wort 1992, S. 124; für 10,00 € + Versand erhältlich;
siehe http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s316de&type=desc&rtopic=lebenundtod


 



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