Diese Worte aus dem Munde eines kleinen Jungen sind
der Schlüsselsatz des Films Der sechste Sinn. Der kleine Junge hat Angst -
Angst vor "Geistern". Er kann die Seelen Verstorbener sehen - doch er
entflieht ihnen, weil er sich vor ihnen fürchtet. Er erzählt niemandem
sein "Geheimnis", da ihm
ohnehin niemand glauben würde. Er wird zum Außenseiter, zum psychisch Kranken, zum
"Psycho".
Bis ein Kinderarzt (Bruce Willis) sich um ihn kümmert und sich, nach
anfänglichem Zögern, auf die "andere Realität" einlässt, die auf den ersten
Blick jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis zu widersprechen scheint. "Wie kannst
du mir helfen, wenn du mir nicht glaubst?" fragt der Junge.
Die beiden gehen nun auf Entdeckungsreise: Was geschieht, wenn der Junge
vor den "Geistern" nicht wegläuft, sondern ihnen zuhört? Er wagt es - und
stellt fest, dass sie teilweise wichtige Botschaften haben, die er anderen überbringen
soll.
Der Film vermittelt auf dramatische, gelegentlich schockierende Weise,
dass unsere sichtbare Welt von unsichtbaren "Geistern" bevölkert ist - von den
Seelen Verstorbener, die sich nicht von der Erde lösen können, weil sie z. B. als
Menschen ein abruptes oder gewaltsames Ende fanden. Der Film zeigt auch, dass es
übersinnliche Wahrnehmungen gibt, die es manchen Menschen, häufig Kindern, zeitweise
ermöglichen, in die unsichtbare Realität zu blicken. Er erklärt jedoch nicht, dass die
Erdgebundenheit nicht die Bestimmung der Seelen ist, sondern dass diese sie vom
Weiterschreiten, von der Weiterentwicklung in jenseitigen Welten hin zum Licht, abhält.
Der Film vermittelt zugleich den Eindruck, als könne oder solle man sich
auf die Kommunikation mit solchen "armen Seelen" einlassen, um ihnen dadurch zu
helfen. Das Gegenteil wäre richtig: Man hilft ihnen (und sich selbst) dadurch, dass man
sich nicht von ihnen beeinflussen lässt und sie entschlossen zurückweist. Ebenso
entschlossen sollte man massiven Wünschen, Hassgefühlen oder Süchten entgegentreten.
Denn diese Fehlhaltungen können ihnen als "Brücke" für eine Beeinflussung
dienen.