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Illusion
und Wirklichkeit
Wenn
Bilder gefährlich werden
Die
Expansion elektronischer Medien scheint unaufhaltsam. Und immer
mehr Menschen lassen sich in die verschiedensten Bilder-Welten
hineinziehen. Ärzte müssen bereits Internet-Süchtige behandeln.
Es ist höchste Zeit, sich bewusst zu machen, dass diese Entwicklung
nicht harmlos ist.
Seit zwei Stunden „surft“ Heinz
im Internet. Anfangs hatte er nur eine Information aus dem Internet
holen wollen. Dann aber bleibt er im „Netz“ hängen und erliegt
dem Sog endloser Seiten. Nur mit Mühe löst er sich vom Bildschirm,
um mit seiner Familie zu Abend zu essen. Obwohl er bereits am
Tisch sitzt, ist er immer noch halb abwesend. Die Bilder laufen
in seinem Kopf weiter. Inzwischen geht es vielen so wie Heinz.
Sie sind unkonzentriert, weil sie an Szenen aus Fernsehen oder
Internet denken, weil sie der Vergangenheit nachhängen oder
von der Zukunft träumen. Meist ist ihnen dabei nicht bewusst,
dass ihre „geheimen“ Gedanken realer sind als sie glauben. Denn
Gedanken und Empfindungen bauen ein eigenes Energiefeld auf,
das uns gefangen nehmen kann. Dadurch entfernen wir uns von
unseren Mitmenschen und versäumen die Aufgaben, die uns die
Augenblicke des Tages stellen.
Die Nachrichtensendung vom Vorabend
wirkt noch nach, als sich Heinz am Morgen ins Badezimmer begibt.
Während er unter der Dusche steht, ist er mit seinen Gedanken
auf einem Kriegsschauplatz, den das Fernsehen brachte. Er identifiziert
sich mit den einen und kämpft gegen die anderen. Noch einmal
ziehen die Bilder an ihm vorüber, und er fühlt sich plötzlich
wie ein Beteiligter. Er hat eine Idee, wie er mit einer List
das Geschehen entscheidend beeinflussen könnte ... Davon fasziniert
spinnt er den Faden unter der Dusche weiter. Er spürt kaum den
belebenden Wasserstrahl.
Krieg
unter der Dusche
Beim Verlassen der Dusche rutscht
Heinz aus. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Während
des Frühstücks läuft das Radio. Er hört, wie die Kampfhandlungen
genau die Richtung nehmen, in der er die ganze Zeit gedacht
hat. Er merkt kaum, welche Marmelade er sich aufs Brot streicht.
Und dass er viel Gedankenkraft dafür verwendet hat, sich die
weitere Kriegsentwicklung vorzustellen, ist ihm nicht bewusst.
In Gedanken versunken verlässt
er das Haus. Blumen und Sträucher im Vorgarten nimmt er nicht
wahr. Im Auto läuft erneut das Radio und er achtet nur ungefähr
auf die Wegstrecke. Die vielen Vögel, die sich in den Straßenbäumen
versammelt haben, sieht er nicht. Auch in der Mittagspause,
als er einen Spaziergang macht, nimmt er seine Umgebung nicht
wahr. Wieder einmal malt er in Gedanken das Bild seiner „Traumfrau“,
die so ähnlich ist wie die Frau gestern im Fernsehen. Mit ihr
würde er glücklich sein ...
Im
Jenseits
Nach Jahren, kurz vor Beginn der
Rente, stirbt Heinz. Er hatte ein normales Leben - verheiratet,
eine Tochter und einen Beruf, der alle drei ernährte. Schwierigkeiten
gab es wie überall, von einem Schicksalsschlag jedoch blieb
er verschont. Alle, die ihn kannten, sagten lediglich, er sei
zu früh gestorben. So könnte man sagen: Er profitierte von dem
relativen Wohlstand in der Gesellschaft, in der er lebte. Eine
andere Frage ist jedoch: Wie viele Früchte hat sein Leben für
seine Nächsten gebracht?
Wie könnte sein Leben als Seele
im Jenseits verlaufen? Aus Offenbarungen des Christus-Gottesgeistes
wissen wir, dass im Jenseits alle aktiven Gedanken und Bilder,
die man im Diesseits nicht sah - weil sie z. B. im Unterbewusstsein
liegen - offenbar werden. Dazu gehören drängende Wunschgedanken,
massive Abneigungen und nicht zuletzt aggressive, d. h. kriegerische
Gedanken, die man im Diesseits vielleicht nicht so wichtig nahm.
Ein nicht unwichtiger Faktor für das Befinden der Seele ist
die Beziehung zum Partner, so z. B. das Ausmaß des Trennungsschmerzes
auf beiden Seiten, der durch den Verlust ausgelöst wurde. So
könnte der Seelenkörper des Mannes z. B. registrieren, wie sich
die Witwe auf der Erde nach seiner Nähe sehnt. Aus einem solchen
Grund kann sich eine Seele oftmals in der Nähe des einstigen
Partners aufhalten und versuchen, sich bemerkbar zu machen.
Die Seele sieht dabei den Menschen, doch der Mensch sieht nicht
die Seele. Doch glaubt er, die Nähe des Verstorbenen zu spüren.
Dabei kann es geschehen, dass sich der zurückgebliebene Partner
sexuelle Begegnungen mit dem Geliebten vorstellt, währenddessen
seine Seele tatsächlich anwesend ist und die Wunschbilder -
unsichtbar für den Menschen - erfüllt.
Nicht
lange allein
Das Beispiel zeigt, dass derjenige, der in Traum-
und Wunschbildern lebt, selten alleine bleibt. Seelen aus dem
Jenseits können - für den Erdenbürger unsichtbar - in diese
Bilder bzw. Gedankenformen eintreten und die Wünsche des Menschen
erfüllen. Dadurch bindet sich die Seele an die Materie und kann
sich deshalb oft lange Zeit nicht von der Erde lösen. Wie könnte
das Leben der Seele von Heinz weitergehen? Irgendwann überkommt
sie z. B. wieder kriegerische Bilder. Hatte sie nicht in ihrem
Erdenleben immer wieder an Krieg gedacht? Nun nimmt sie plötzlich
auch kriegerische Bilder auf, die gegen sie gerichtet sind,
und sie beginnt, Schmerz zu empfinden. Die Ernte eigener Saat
macht sich nun am Seelenleib bemerkbar, und sie könnte versuchen,
dieser Situation zu entfliehen. Dafür bietet sich ihr unter
Umständen die Möglichkeit einer erneuten Inkarnation. Sie „nützt“
die Chance: die Seele inkarniert wieder - mitten in den Konfliktherd
hinein, in dem sie sich im vergangenen Leben gedanklich so oft
aufhielt ...
Traumbilder
kosten Energie
Unsere Bilderwelt kennt keine Grenzen, weder eine
Grenze zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft noch zwischen
Leben und Tod. Der Tod verändert daran nichts. Es wird lediglich
offenbar, was ist. Hier, im Diesseits, glauben wir, dass wir
uns dort aufhalten, wo unser Körper ist. Wir ordnen unseren
Haushalt, gehen zur Arbeit, kaufen ein.
Doch aus geistiger Sicht sind unsere Handlungen
oftmals nicht mehr als „vegetieren“. Tatsächlich sind wir nämlich
dort, wo unser Bewusstsein ist, also dort, wohin wir mit unseren
Gedanken und Empfindungen senden und von wo wir empfangen. Wir
leben in Bildern, die wir selbst produzieren und die wieder
auf uns einwirken. Unser Bewusstsein kann nur dann im Hier und
Jetzt sein, wenn wir uns auf das, was wir gerade tun, voll konzentrieren.
Leben wir jedoch in Traumbildern, so fließt dorthin auch unsere
Lebensenergie. Solche Bilder sind letztlich Energieräuber, und
dies umso mehr, wenn eine fremde Seele in diese Bilderwelt einsteigt.
Sie bedient sich der Lebensenergie des Menschen und zapft diese
gleichsam an. Die Folge ist, dass der Mensch sich kraft- und
energielos fühlt, was bis zur Depression führen kann. Die Unzahl
zusätzlicher Bilder aus den Medien stellen eine Verführung dar,
noch mehr in gefährliche Bilderwelten abzudriften. Zu den möglichen
„Einstiegsdrogen“ gehören Fernsehen, Musikprogramme und das
Internet. Sind wir charakterstark, kann uns dies wenig anhaben.
Wir können einen Film sehen, eine bestimmte Musik hören oder
das Internet als Informationsmedium nutzen. Die Wirkungen sind
bei jedem anders, und es bleibt das bei uns „hängen“, wofür
wir empfänglich sind. Wer in Gefahr steht, in Traumwelten abzugleiten,
bei dem ist der Sog der Bilder oft sehr stark, vor allem dann,
wenn er bereits - in der Regel ohne es zu wissen - unter dem
Einfluss von Seelen steht.
Die
ich rief, die Geister ...
Mancher ist also - ohne es zu wissen - von Seelen,
d. h. von Verstorbenen, umgeben, die bestrebt sind, ihn in eine
bestimmte Bilderwelt hineinzuziehen. Werden bestimmte Wunschbilder
lange genug gepflegt, dann ist es wie beim Zauberlehrling in
Goethes „Faust“, der verzweifelt rief: „Die Geister, die ich
rief, werd ich nun nicht mehr los.“ Die „Geister“, d. h. die
Seelen, projizieren dabei ihre Vorstellungen in den von ihnen
umsetzten oder besetzten Menschen und treiben ihn unter Umständen
an, etwas Bestimmtes zu tun. Dieser glaubt, dass er selbst es
sei, der dies tut, doch maßgeblichen Anteil daran hat die fremde
Seele.
Zum „Opfer“ kann jedoch nur der werden, der seine
Wunsch- bzw. Traumwelt nicht mit der Hilfe Christi bereinigt,
sondern sie so lange pflegt, bis entsprechende Kräfte aus dem
Jenseits ihre Chance ergreifen. Die Aufgabe ist dann, die Einfallstore
für diese Beeinflussung zu schließen.
Ein
neues Lebensziel
Der erste Schritt wäre eine Entscheidung für ein
neues Lebensziel: Ich mache mir bewusst, dass ich ein Ebenbild
Gottes bin und in meinem Innersten ein reines Geistwesen, kraftvoll,
freudig, selbstlos und vollkommen. Dieses Idealbild vor Augen,
beobachte ich konsequent meine Gedanken- und Empfindungswelt.
Sobald ich merke, wie ich in die gefährliche Bilderwelt abgleite,
bereinige ich die Situation sofort, z. B. indem ich mögliche
Empfänger meiner kriegerischen Gedanken um Verzeihung bitte.
Ich entscheide mich gegen die Bilderwelt und für mein Zielbild
Inneren Lebens. Oftmals ist es ein Kampf: Gedanke gegen Gedanke,
Empfindung gegen Empfindung. Der Maßstab für diese Arbeit können
die Zehn Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth sein.
Jesus, der Christus, hat jedem von uns Seine Erlöserkraft übertragen.
Damit haben wir Anteil an der stärksten Kraft im Universum.
Und wer es ernsthaft versucht, wird erfahren: Ohne die Hilfe
von Christus geht es nicht. Doch mit Seiner Hilfe ist dieser
Kampf zu gewinnen, und wir beginnen ein neues Leben. Wir werden
mit der Zeit nicht mehr die Gespaltenen sein, die an etwas anderes
denken als sie tun, sondern die Klaren, die konzentriert in
der Gegenwart leben. Wir sind dann nicht mehr die Zerstreuten,
sondern wir sammeln, verbinden und ordnen.
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