Den 6.4.2000 erklärte der amerikanische
Firmenchef Craig Venter aus dem US-Bundesstaat Maryland zu einem
entscheidenden Tag in der Menschheitsgeschichte. Seine Firma Celera
Genomics legte erstmals einen entschlüsselten Bausatz für das
menschliche Genom, die Gesamtheit aller Gene, vor. "Jetzt beginnt das
Jahrtausend der Biotechnologie", so die feierliche Erklärung (Die
Welt, 7.4.2000). Tausende von Patente und Lizenzen werden in den
nächsten Monaten weltweit für die wirtschaftliche Nutzung bestimmter Gen-Funktionen erteilt und ein riesiger Markt öffnet sich, auf dem
Unternehmen Gewinne machen können. Denn wer die Funktion eines Gens
kennt, z. B. die Steuerung von Körpergröße, Haarwuchs,
Hautoberfläche, Immunsystem, Sexualität, Nervenwachstum,
Organfunktionen usw., und wer dieses Gen bei Mensch oder Tier isolieren
kann, der kann auch gezielt in diese Funktionen eingreifen und sie
verändern.
Ca. 100.000 Gene gibt es und nur der ebenfalls rasante Fortschritt
bei der Computertechnologie ermöglicht auch die Fortschritte bei der
Biotechnologie. So steckte der EDV-Konzern IBM ca. 200 Millionen
DM Entwicklungskosten in den neuen Riesencomputer "Blue Gene",
der eine Billiarde Rechenschritte in einer Sekunde absolvieren kann.
Seine Hauptaufgabe: Von den Genen Rückschlüsse auf Funktion und Form
der Eiweiße zu ziehen, welche die Vorgänge im menschlichen Körper
steuern.
Skeptiker dämpfen die hohen Erwartungen, indem sie
einwenden, über die genauen Funktionen der meisten Gene, über ihre
Beziehungen zueinander und das "Wann" und "Warum" ihrer
Aktivität wisse man noch nichts. Außerdem seien die medizinischen
Erfolge erst bescheiden, und neue Menschen könne man noch lange nicht
züchten, was ja auch niemand wolle.
Doch alles nach und nach: "Blue Gene" und
seinen kleinen Maschinen-"Geschwister" stehen zunächst bereit, "aus dem Datensatz des Lebens eine Anleitung für die
Pharmaindustrie zu machen." Die Tageszeitung Die Welt
kommentierte dazu am 8.4.2000: "Die Welt wird sich durch die neuen
Möglichkeiten der Biotechnik innerhalb weniger Jahrzehnte so dramatisch
wandeln, dass unser heutiges Vorstellungsvermögen sie gar nicht fassen
kann. Die nicht mehr aufzuhaltende Kraft des Faktischen wird die
ethischen Debatten im Sturm hinwegwehen."
Während im Rekordtempo immer mehr Pflanzen- und
Tierarten aussterben und der "Genpool" damit täglich dramatisch
schwindet, arbeiten die Forscher im fieberhaften Tempo daran, mit Hilfe
der noch vorhandenen Gene eine neue Schöpfung hochzuziehen. Der US-Ökonom
und Gentechnik-Kritiker Jeremy Rifkin spricht von einem angeblichen
"Weg zur Unsterblichkeit" und entwirft eine "künstlich produzierte,
bioindustrielle Natur, die die natürliche Evolution ersetzt. Dies wird
das radikalste Experiment mit Lebensformen und Ökosystemen in der
menschlichen Geschichte." Kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze wird
bleiben, wie sie waren, wenn es Menschen gelingt, ihre Gene zu
verändern. Alles würde neu, so wie der neue "Schöpfer"
es neu einrichtet.
Die Patenten und Lizenzen, mit denen jetzt die ersten
Forschungsergebnisse versehen werden, könnten dabei die Vorläufer
einer neuen Versklavung werden: Wenn der Mensch heute bereits mit
einzelnen Patenten von Pharma-Konzernen im Bauch herumläuft, warum
sollten nicht morgen wesentliche Teile komplett neu konstruiert werden,
die man vielleicht von außen auch noch steuern kann? Auch zeichnet sich
bereits jetzt eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft ab. Nur Reiche
könnten sich die neuen Medikamente leisten, die individuell auf den
einzelnen Patienten und dessen Gen-Daten abgestimmt werden. Die große
Menge der übrigen Menschen wird an dieser Revolution im
Gesundheitswesen aus finanziellen Gründen wohl nicht teilhaben.
Eine weitere Folge der Entwicklung, so der
Kritiker Rifkin: "Es wird zu Gen-Kriegen kommen."
Doch bereits die "Segnungen" der neuen Medizin können schon
bald zum Bumerang werden. In welche Gewissenskonflikte stürzen sie z. B.
schwangere Frauen und Väter, wenn der Gentest beim Embryo gravierende
Mängel aufweist? Das materielle Erbgut im Körper ist ein Spiegel der
Seele, die in diesem Körper inkarniert ist - davon sind immer mehr
Menschen überzeugt. Doch solange Wissenschaftler die Existenz der
unsterbliche Seele ignorieren, werden sie auch nicht verstehen, dass die
Gene exakt unsere geistig-seelische Verfassung widerspiegeln. Verstehen
wir unser irdisches Leben als Lebensschule und nützen wir die Zeit, um
Fortschritte zu machen, verändern wir auch unsere Gene, was sich
entweder schon in dieser oder in weiteren Inkarnationen auswirkt. Der
neue Mensch entsteht also durch Selbsterkenntnis und innere Wandlung. Wird hingegen durch Gentechnik das Erbgut
verändert, stimmen Seelen-Information und Körper-Information nicht mehr
überein. Die verheerenden Folgen: Jeder Eingriff ins Erbgut führt zu
einer Entfremdung des Lebewesens von sich selbst und bei einem Menschen
z. B. von den Aufgaben, die er sich für diese Inkarnation vorgegeben
hat. Er wird mehr und mehr fremdbestimmt und abhängig von den neuen
Informationen, die ihm eingepflanzt wurden. Auch die Gefühle und das
Gewissen werden dabei manipuliert: Und wenn die Gefühlsebene blockiert wird,
kann dies z. B. dazu führen, dass Unrecht nicht mehr als solches
wahrgenommen wird. Der genveränderte Mensch handelt infolgedessen anders als der
bisherige Mensch. Und was wird nach seinem Leibestod
sein, auch wenn er diesen immer weiter hinauszögern kann?
Möglicherweise wird er als seelisches Wrack ins Jenseits gehen, das
sich selbst nicht mehr kennt. Und es wird womöglich eine unvorstellbar
lange Leidenszeit dauern, bis die Folgen der Manipulation wieder
rückgängig gemacht werden können.