Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 9/00

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Geist oder Gene
Auf dem Weg zur Menschenzüchtung

Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine Lebensversicherung abschließen. In England verlangen Versicherungsgesellschaften dazu bereits Gentests. Zählen Sie auf Grund des Testergebnisses zu den Risikokunden, fallen erhöhte Prämien an. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind solche Tests noch verboten, doch wie lange noch? Wir sind gerade in das "Jahrtausend der Biotechnologie" eingestiegen, und nichts wird bleiben, wie es heute noch ist ...

Den 6.4.2000 erklärte der amerikanische Firmenchef Craig Venter aus dem US-Bundesstaat Maryland zu einem entscheidenden Tag in der Menschheitsgeschichte. Seine Firma Celera Genomics legte erstmals einen entschlüsselten Bausatz für das menschliche Genom, die Gesamtheit aller Gene, vor. "Jetzt beginnt das Jahrtausend der Biotechnologie", so die feierliche Erklärung (Die Welt, 7.4.2000). Tausende von Patente und Lizenzen werden in den nächsten Monaten weltweit für die wirtschaftliche Nutzung bestimmter Gen-Funktionen erteilt und ein riesiger Markt öffnet sich, auf dem Unternehmen Gewinne machen können. Denn wer die Funktion eines Gens kennt, z. B. die Steuerung von Körpergröße, Haarwuchs, Hautoberfläche, Immunsystem, Sexualität, Nervenwachstum, Organfunktionen usw., und wer dieses Gen bei Mensch oder Tier isolieren kann, der kann auch gezielt in diese Funktionen eingreifen und sie verändern.

Ca. 100.000 Gene gibt es und nur der ebenfalls rasante Fortschritt bei der Computertechnologie ermöglicht auch die Fortschritte bei der Biotechnologie. So steckte der EDV-Konzern IBM ca. 200 Millionen DM Entwicklungskosten in den neuen Riesencomputer "Blue Gene", der eine Billiarde Rechenschritte in einer Sekunde absolvieren kann. Seine Hauptaufgabe: Von den Genen Rückschlüsse auf Funktion und Form der Eiweiße zu ziehen, welche die Vorgänge im menschlichen Körper steuern.

Skeptiker dämpfen die hohen Erwartungen, indem sie einwenden, über die genauen Funktionen der meisten Gene, über ihre Beziehungen zueinander und das "Wann" und "Warum" ihrer Aktivität wisse man noch nichts. Außerdem seien die medizinischen Erfolge erst bescheiden, und neue Menschen könne man noch lange nicht züchten, was ja auch niemand wolle.

Doch alles nach und nach: "Blue Gene" und seinen kleinen Maschinen-"Geschwister" stehen zunächst bereit, "aus dem Datensatz des Lebens eine Anleitung für die Pharmaindustrie zu machen." Die Tageszeitung Die Welt kommentierte dazu am 8.4.2000: "Die Welt wird sich durch die neuen Möglichkeiten der Biotechnik innerhalb weniger Jahrzehnte so dramatisch wandeln, dass unser heutiges Vorstellungsvermögen sie gar nicht fassen kann. Die nicht mehr aufzuhaltende Kraft des Faktischen wird die ethischen Debatten im Sturm hinwegwehen."

Während im Rekordtempo immer mehr Pflanzen- und Tierarten aussterben und der "Genpool" damit täglich dramatisch schwindet, arbeiten die Forscher im fieberhaften Tempo daran, mit Hilfe der noch vorhandenen Gene eine neue Schöpfung hochzuziehen. Der US-Ökonom und Gentechnik-Kritiker Jeremy Rifkin spricht von einem angeblichen "Weg zur Unsterblichkeit" und entwirft eine "künstlich produzierte, bioindustrielle Natur, die die natürliche Evolution ersetzt. Dies wird das radikalste Experiment mit Lebensformen und Ökosystemen in der menschlichen Geschichte." Kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze wird bleiben, wie sie waren, wenn es Menschen gelingt, ihre Gene zu verändern. Alles würde neu, so wie der neue "Schöpfer" es neu einrichtet.

Die Patenten und Lizenzen, mit denen jetzt die ersten Forschungsergebnisse versehen werden, könnten dabei die Vorläufer einer neuen Versklavung werden: Wenn der Mensch heute bereits mit einzelnen Patenten von Pharma-Konzernen im Bauch herumläuft, warum sollten nicht morgen wesentliche Teile komplett neu konstruiert werden, die man vielleicht von außen auch noch steuern kann? Auch zeichnet sich bereits jetzt eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft ab. Nur Reiche könnten sich die neuen Medikamente leisten, die individuell auf den einzelnen Patienten und dessen Gen-Daten abgestimmt werden. Die große Menge der übrigen Menschen wird an dieser Revolution im Gesundheitswesen aus finanziellen Gründen wohl nicht teilhaben.

Eine weitere Folge der Entwicklung, so der Kritiker Rifkin: "Es wird zu Gen-Kriegen kommen."

Doch bereits die "Segnungen" der neuen Medizin können schon bald zum Bumerang werden. In welche Gewissenskonflikte stürzen sie z. B. schwangere Frauen und Väter, wenn der Gentest beim Embryo gravierende Mängel aufweist? Das materielle Erbgut im Körper ist ein Spiegel der Seele, die in diesem Körper inkarniert ist - davon sind immer mehr Menschen überzeugt. Doch solange Wissenschaftler die Existenz der unsterbliche Seele ignorieren, werden sie auch nicht verstehen, dass die Gene exakt unsere geistig-seelische Verfassung widerspiegeln. Verstehen wir unser irdisches Leben als Lebensschule und nützen wir die Zeit, um Fortschritte zu machen, verändern wir auch unsere Gene, was sich entweder schon in dieser oder in weiteren Inkarnationen auswirkt. Der neue Mensch entsteht also durch Selbsterkenntnis und innere Wandlung. Wird hingegen durch Gentechnik das Erbgut verändert, stimmen Seelen-Information und Körper-Information nicht mehr überein. Die verheerenden Folgen: Jeder Eingriff ins Erbgut führt zu einer Entfremdung des Lebewesens von sich selbst und bei einem Menschen z. B. von den Aufgaben, die er sich für diese Inkarnation vorgegeben hat. Er wird mehr und mehr fremdbestimmt und abhängig von den neuen Informationen, die ihm eingepflanzt wurden. Auch die Gefühle und das Gewissen werden dabei manipuliert: Und wenn die Gefühlsebene blockiert wird, kann dies z. B. dazu führen, dass Unrecht nicht mehr als solches wahrgenommen wird. Der genveränderte Mensch handelt infolgedessen anders als der bisherige Mensch. Und was wird nach seinem Leibestod sein, auch wenn er diesen immer weiter hinauszögern kann? Möglicherweise wird er als seelisches Wrack ins Jenseits gehen, das sich selbst nicht mehr kennt. Und es wird womöglich eine unvorstellbar lange Leidenszeit dauern, bis die Folgen der Manipulation wieder rückgängig gemacht werden können.

 

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Was ist das? *

Ein Ausschnitt der Torte auf einer Geburtstagsfeier anlässlich eines 592. Geburtstags - Gentechnik macht´s möglich 

 

Die große Verführung der Pharmakonzerne

Sind wir bald alle gesund?

Aber Mama, auf der Packung stand doch "Keine Nebenwirkungen"Schon kleinste Veränderungen an einem gesunden Gen sind für schwere Behinderungen und Krankheiten beim Menschen verantwortlich. Ist es da nicht vermessen, dass Wissenschaftler glauben, die Medizin mit Hilfe der Gentechnik in den Griff zu bekommen und vielleicht bald alle Krankheiten heilen zu können?

So waren alle bisherigen Versuche der "Gentherapie" mehr oder weniger erfolglos (es gab einige Tote), und doch spricht man bereits von einer neuen Ära der Genommedizin, in der ca. 9.000 Krankheiten bald durch Gen-Austausch geheilt werden sollen. Um die kleinen Webfehler im Erbgut erforschen zu können (die so genannten "Snips"), welche für die Krankheiten verantwortlich sind, haben sich die großen Pharmakonzerne zu Allianzen zusammengeschlossen oder arbeiten gegeneinander, je nach Marktlage. Eine weitere Vision, die durch die Erforschung der Gene in greifbarer Nähe liegt: Jeder Patient bekommt einen "Cocktail" von individuell auf sein genetisches Profil zugeschnittenen Medikamenten, zielgenau und ohne Nebenwirkungen. Eltern sollen bei der Geburt ihres Kindes in Kürze eine komplette CD-Rom mit der Gendatenbank des Babys erhalten, welches dann die Grundlage für jeden Arztbesuch sein wird. Skeptiker winken ab und erklären, dass dies noch sehr lange dauern wird.

Noch 1985 sagten die Wissenschaftler, es werde mehrere Zehntausend Jahre dauern, bis die Gene entschlüsselt sind. Von 1999 bis 2000 brauchte eine einzige Firma aber nur ca. sieben Monate dazu, um einen ersten annähernd vollständigen Bausatz vorzulegen.

 

Geist oder Materie

Neues Leben im Geiste Gottes

Ein geistig erwachter Mensch versteht seine heutige Lebenssituation als Folge vorausgegangener Ereignisse aus diesem und aus vergangenen Leben. Zum neuen Menschen wird er, wenn er die seelischen Ursachen für sein Fehlverhalten bereinigt hat (durch Reue Vergebung, und evtl. Wiedergutmachung) und nicht mehr tut. Damit wirkt er zugleich auf seine Gene ein. Das dort gespeicherte Negative wird gelöscht und ein evtl. krankes oder defektes Gen kann unter Umständen schon in dieser Inkarnation gesunden. Der Geist verändert also die Gene und nicht umgekehrt. Bei einer evtl. weiteren Inkarnation wird das Gen dann gesund.

"Neues" Leben durch Gentechnik

Ein materialistisch orientierter Mensch hat für sein körperliches Leid oftmals keine Erklärung. Um ein "neuer" Mensch zu werden, vertraut er darauf, dass mithilfe der Gentechnik kranke oder defekte Gene durch gesunde ersetzt werden. Doch selbst wenn es auf diese Weise zu einer körperlichen Gesundung kommt, wird die Krankheit dadurch nur in die Seele zurückgedrängt, von wo aus sie früher oder später wieder durchbricht, oft heftiger als zuvor. Darüber hinaus nimmt der Mensch zusätzlich Fremdinformationen auf, die in dem neuen Gen bzw. dem Genbruchstück enthalten sind. Der Körper stimmt nicht mehr mit der in ihm inkarnierten Seele überein, was unsägliches seelisches Leid auslösen kann.

 

Das Geschäft mit den Genen

"Gene sind die 
Währungen der Zukunft
"

(Firmengründer Craig Venter) 

Immer mehr Biotechnologie-Firmen versuchen, "sich das genetische Erbe der Menschen unter den Nagel zu reißen" (News, 12.4.2000).

Mit gemischten Erfolgen: So kaufte ein US-Pharmakonzern von einer Genfirma z. B. die Informationen über die Wirkweise des so genannten "Obesity-Gens" (für "Fettleibigkeit" verantwortlich). Ergebnis der Forschungen: Die dicke Maus im Tierversuch wurde schlank, die fülligen Menschen blieben, wie sie waren. Um nicht zugeben zu müssen, 80 Millionen Dollar in den Sand gesetzt zu haben, wird mit dem Gen weiter experimentiert.

Blutdoping

Mehr Glück hatte die Firma Amgen, die 1999 mit dem Gen, das für die Produktion eines Hormons verantwortlich ist, welches wiederum die Funktion der roten Blutkörperchen reguliert, vier Milliarden Doller Umsatz machte. Der aus diesem Grund "Multi-Milliarden-Dollar-Gen" genannte Baustein wurde bei Patienten an künstlichen Nieren und bei Hochleistungssportlern erfolgreich aktiviert. Das so genannte "Blutdoping" kann von den Sportverbänden noch nicht erfasst werden und spielt möglicherweise bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney eine Rolle.

Größer als Internet und Mikroelektronik

In kürzester Zeit ist im Bereich der Biotechnologie ein Wirtschaftszweig in die Höhe geschossen, der größer ist als das Geschäft mit dem Internet und der Mikroelektronik. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind 6,1 Milliarden DM in Neugründungen geflossen und an der Börse waren Verdopplungen und Verdreifachungen des Aktienwertes die kleineren Fische. Es kam sogar zu kurzzeitigen Steigerungen um das 250fache. Mittlerweile gibt es einen eigenen Aktienindex für diese Branche, den NASDAQ, dessen Wert sich innerhalb von zwei Jahren vervierfachte. Als Goldgrube gelten neue Medikamente auf gentechnischer Basis, die gezielter als alle bisherigen Mittel auf die Krankheiten einwirken sollen.


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* Die Geburtstagstorte zum 567. Geburtstag von Buffy Müller - Gentechnik macht´s möglich


Lesen Sie auch die Artikel:
Gentherapie, Gen-Banken, Gen-Waffen, Ethno-Bombe, Ausgabe Nr. 1/99

Gen-Kartoffeln lassen Gehirne von Ratten schrumpfen, Ausgabe Nr. 6/99
Gen-Mais tötet Schmetterlinge und vergiftet Ratten, Ausgabe Nr. 12/99

Genforschung und Gentechnik - Schöner neuer Mensch?, Ausgabe Nr. 16/99
Durch den Eingriff in die Gene: Fremdbestimmung statt Heilung, Ausgabe Nr. 10/00
Gentechnik: Doppeltes Spiel von Kirche und CDU/CSU, Januar 2007

Literatur:
http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.cgi?article=s318de&type=toc&rtopic=bewusstesleben



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