Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 9/00

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Tierschutz in der Verfassung - überflüssige "Lyrik"?

Eine Stimme für die Tiere: Dieses Plakat ist derzeit an vielen Litfasssäulen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu sehenIn leichter Abwandlung eines deutschen Sprichworts möchte man der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestags zurufen: "Sage mir, wie Du mit den Tieren umgehst, und ich sage Dir, wer Du bist!" Das Verhältnis des Menschen zu seinen Mitgeschöpfen ist eine Nagelprobe für christliches Verhalten. Es ist, als ob die Unionsparteien Wert darauf legen, in regelmäßigen Abständen auch in diesem Punkt unter Beweis zu stellen, was von ihrem christlichen Etikett zu halten bzw. nicht zu halten ist.

So wie 1994 und 1997 lehnten sie auch jetzt wieder die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in die Verfassung ab. SPD, Grüne, FDP und PDS wollten das Grundgesetz dahingehend ergänzen, dass der Staat neben den natürlichen Lebensgrundlagen auch "die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung schützt". Zwar bedarf eine Staatszielbestimmung dieser Art immer noch der gesetzgeberischen Konkretisierung; aber die Aufnahme des Tierschutzgebots in die Verfassung hätte Folgen bei Konflikten mit anderen Verfassungswerten wie beispielsweise der Forschungsfreiheit und der gewerblichen Nutzung von Tieren. Man könnte in den Labors von Universitäten und Forschungsinstituten die Tiere nicht mehr so hemmungslos zu Hunderttausenden quälen und töten wie dies bisher geschieht. Die Pharmaindustrie und die Lebensmittelindustrie müsste Einbußen befürchten. Und vermutlich könnte man auch die barbarische Massentierhaltung, grausame Tiertransporte und Tierschlachtungen rechtlich nachhaltiger in Frage stellen, wenn die Verfassung die Tiere aufwerten würde.

Der CDU-Verfassungsexperte Rupert Scholz hält das für "Lyrik", die den Tieren nicht helfe, da sie zu wenig konkret sei. Dabei weiß er ganz genau, dass Verfassungsbestimmungen von Natur aus allgemein sein müssen - wie beispielsweise auch der erste Satz des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Ist das neuerdings bloße "Lyrik"?

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Wer sein Christentum, wie die Mitglieder der Unionsparteien, von den Kirchen ableitet, der hat notgedrungen ein gestörtes Verhältnis zur Würde der Tiere. Nach dem katholischen Katechismus darf man "Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt". Unter diesen Umständen wundert es nicht, dass dieser Katechismus auch "medizinische und wissenschaftliche Tierversuche" für "sittlich zulässig" erklärt - "in vernünftigen Grenzen", wird reichlich allgemein, um nicht zu sagen "lyrisch" hinzugefügt. Der grausame Umgang, den die Priesterkaste des Alten Testaments mit den Tieren pflegte, steckt dem Kirchenchristentum und den davon abhängigen Politikern bis heute in den Knochen. In der Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort - Alpha und Omega - Das Evangelium Jesu - Die Christenoffenbarung, welche die Welt nicht kennt spricht Christus heute durch Prophetenmund:  "... Die Stunde ist nahe herbeigekommen, in der jeder Rechenschaft ablegen muss für das, was er den Menschen, der Natur und den Tieren angetan hat. Die Neue Zeit dämmert empor, in welcher die blutigen Opfer und die Tierversuche aufhören werden und auch das Schlachten und Verzehren von Tieren, denn diese sind die Übernächsten der Menschen. Die Erde reinigt sich von allem Niederen. An die Stelle des Gegensätzlichen tritt das höhere Leben, in dem mehr und mehr Gottes Willen erfüllt wird. Die Menschen in der Neuen Zeit werden Gott nicht nur anbeten, sondern Seine Gesetze halten" (http://www.das-wort.com/deutsch/).

Zum Thema siehe auch das Plakat der Freien Christen aus dem Jahr 2000.

PS: Im Jahr 2000 hat schließlich auch die CDU der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz zugestimmt. Geändert hat sich für die Tiere aber noch nicht viel.


 



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