Im
Vaterunser beten weit über eine Milliarde Menschen, die sich
Christen nennen, zu ihrem Gott. Doch gleichzeitig rüsten sie für Kriege,
führen Tierversuche und grausame Tiertransporte durch, betreiben
Schlachthäuser und lassen es zu, dass die Kluft zwischen Arm und Reich
ständig größer wird. "Erweist ihr euch als Kinder des ewigen Vaters?" So
fragt Gott Vater durch Prophetenmund, und Er fügt hinzu: "Oder sind viele von euch höllisch geworden in der
Anbetung des Gottes der Unterwelt?"
Die Welt befindet sich im Chaos. Symbolisch
gesprochen versucht der Gott der Unterwelt die Menschen immer mehr an
sich zu binden, sie zu manipulieren und gleichzuschalten, sie zu immer
weiteren Untaten anzuregen. Befreien kann sich nur, wer sich selbst und
seinen Anteil am Weltgeschehen erkennt und mit Christus bereinigt.
Wie können wir feststellen, was wir unseren
Mitmenschen und der Natur antun? Wir sollten uns in sie hineinspüren:
"Lernt, in euren Nächsten, den ihr abwertet, den ihr hasst, den
ihr neidet, hineinzuspüren, und ihr erlebt den feinen Hauch Gottes, der
Ich Bin. Dann habt ihr die Kraft, mit eurem Nächsten Frieden zu
schließen ... Spürt in ein Tier hinein. ... Es empfindet, denn Leben ist
feinste Empfindung. Könnt ihr es dann malträtieren? Könnt ihr es dann
erschlagen? Könnt ihr es dann verzehren?"
Wie würden wir reagieren, wenn uns all das geschehen
würde, was wir Menschen unseren Mitmenschen und den Tieren antun? Was
würden wir sagen? Wir machen uns viel zu wenig bewusst, dass wir einst
im Jenseits in Bildern die Schmerzen und Qualen erleben werden, die wir
anderen Lebewesen zugefügt haben.
Doch es müsste nicht so weit kommen. Wir können
heute, in jedem Augenblick, unser Gewissen aktivieren, um zu erfahren,
was unser Anteil am Chaos dieser Welt ist - zum Beispiel mit den Fragen:
"Wie stehst du zu deinem Nächsten? Ist dein Nächster ein Teil deines
Lebens? Oder ist er dir gleichgültig?"
Gott ist uns nahe. Er ist die positive Kraft in jedem
Gedanken, in jedem Wort, in jedem Gefühl: "Ich klopfe an dein
Gefühl. Höre - es ist das Gewissen. Ich poche in deinem Herzen. Ich
poche und klopfe in deinem Wort. Höre, und überprüfe deine Worte, ob
sie gottgewollt sind. Überprüfe deine Gedanken."
Es ist also nicht schwer, Gott näher zu kommen. Nur
die Mittler, die Theologen, die sich zwischen Gott und die Menschen
geschoben haben, stellen Gott kompliziert dar und machen den Menschen
sogar Angst vor Ihm. Dazu die Frage: "Was tragt ihr in eurem Haupt?
Einen Hohlraum - oder ein Gehirn, das für das Denken ausgelegt ist und
für das Wägen?" In Wirklichkeit ist es so einfach: "Einen Hauch
der Ehrlichkeit, einen Hauch des guten Willens, der Umkehr, der
Hinwendung zum Inneren Leben, das Ich Bin - und ihr fühlt die Hilfe
eures Erlösers, und ihr vernehmt den zarten Hauch Gottes in eurem Atem,
denn ihr werdet ruhiger und der Atem tiefer. Voraussetzung ist jedoch,
dass ihr der Sklaverei der Sünde entrinnen wollt." Schon wenn wir
die Zehn Gebote oder die Bergpredigt zur Hand nehmen, uns in den Sinn
vertiefen, also nicht nur auf das einzelne Wort blicken, und um
Erleuchtung bitten, so wird uns Antwort zuteil - wenn nicht unmittelbar,
so mittelbar, etwa über unseren Nächsten. "Wer Mich mit seinem
Herzen anspricht, mit der Bitte aus dem Seelengrund, dem gebe Ich
Antwort, einerlei, wie er Mich nennt."