Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 10/00

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Spaniens Kirche

Kardinal lehnt "Mea culpa" ab

Der Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio María Ruoco, hat es im Namen der katholischen Kirche Spaniens abgelehnt, für die Fehler der Kirche während des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur um Vergebung zu bitten.

Die Begründung: Zum einen sei die Kirche selbst Opfer gewesen - rund 700 Ordensmitglieder wurden ermordet. Zum anderen sei es "vom christlichen Standpunkt" aus üblich, Gott - und nicht die Mitmenschen - um Vergebung für Verfehlungen zu bitten. Der Papst habe in seinem "Mea Culpa" auch Gott um Vergebung gebeten.

"Ziehe zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge", sagte Jesus. Schuld gegen Schuld aufzurechnen, ist nicht in Seinem Sinne. Und in der Bergpredigt sagte Er: "Versöhne dich mit deinem Nächsten, solange du mit ihm auf dem Weg bist". Im Vaterunser heißt es: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." Gott kann dem Menschen nur vergeben, wenn ihm sein Nächster vergibt. Die Kirche hat diesen Sachverhalt verdunkelt, um den Priester zwischen Gott und die Menschen schalten zu können.
 

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Die Kirche: Bis heute mächtig

Die Kirche hat in Spanien nicht nur über Jahrhunderte Angst und Schrecken verbreitet, sie hat auch bis ins 20. Jahrhundert die Menschen bewusst in Unwissenheit und Armut gehalten, während sie selbst großen Reichtum und große Ländereien besitzt. Den Bürgerkrieg (1936-1939) gegen die zweite spanische Republik (1931-1936) unterstützte die Kirche als "Kreuzzug" gegen Atheismus und Kommunismus. Auch während der Franco-Diktatur stellte sie sich auf die Seite der Mächtigen und billigte die Ermordung Tausender Spanier in der Zeit der Abrechnung nach dem Krieg. Würde die Kirche ihre Rolle während dieser Zeit kritisch beleuchten, so würde auch offenkundig werden, dass die kirchliche Geheimgesellschaft Opus Dei bis heute Schlüsselstellungen in Spaniens Politik und Wirtschaft besetzt hält.


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