Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 11/00

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Schon Realität

Babys ohne Identität

Ein Italiener und eine Portugiesin wollen Kinder, können aber keine bekommen. Sie wenden sich an eine Adresse in Kopenhagen und erstehen dort die Samenspende eines anonym bleibenden Mannes aus den Vereinigten Staaten. Einige Eizellen unbekannter Herkunft erhalten sie in Großbritannien. Ein griechischer Gynäkologe pflanzt einer englischen Leihmutter einige im Reagenzglas befruchtete Embryonen ein ...

Nach fünf Monaten erkundigen sich die Auftraggeber nach dem Verlauf der Schwangerschaft. Die Leihmutter trägt Zwillinge aus - zwei Mädchen. Daraufhin erteilt das kinderlose Paar die Anweisung zur Abtreibung - sie hatten sich Jungen vorgestellt.
An dieser Stelle soll dem Leser versichert werden, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, abgedruckt in El país vom 9.5.2000 - aber sie geht noch weiter. Die Leihmutter, bereits Mutter von zwei eigenen Kindern, entscheidet sich nämlich, die Zwillinge auszutragen. Nach der Geburt sucht sie nach Adoptiveltern - und findet ein "Paar" in Amerika - zwei lesbische Frauen.

Während sich nun die Leihmutter und das Lesbenpaar um die Kosten der Entbindung streiten - die ursprünglichen Auftraggeber wollen von der ganzen Sache ohnehin nichts mehr wissen - , machen wir uns für einen Moment Gedanken, wie es wohl den zwei Mädchen ergehen wird, wenn sie eines Tages nach ihrer genetischen Herkunft fragen werden. Wie werden sie damit fertig werden, dass sie bei der ganzen Geschichte, wie es die Leihmutter selbst ausdrückte, wie "Konsumartikel" behandelt wurden?

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Hier wird ein neues Geflecht an karmischen Fäden gesponnen, das unentwirrbar scheint. Spätestens bei der Betrachtung eines solchen Beispiels erweisen sich alle angeblich hehren Motive, mit denen man es rechtfertigt, dass der Mensch der Natur ins Handwerk pfuscht, als pure Illusion.


 



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