Zwei
Menschen stehen am Ufer eines Flusses und blicken ins Wasser. Dort
spiegeln sich Bäume, Sträucher, Gräser. Da sagt der eine zum anderen:
"Siehst du dort im Wasser diesen Baum? Spring doch hinein und halte
dich an ihm fest!"
Würden wir springen? Oder würden wir sagen:
"Das ist doch Illusion!"
In diesem Bild verdeutlicht uns Christus durch das
Prophetische Wort, dass die Materie letztlich Illusion ist, dass wir uns
also weder an Menschen, noch an Ansehen, an Reichtum oder Gewinn fest
halten können. Spätestens nach dem irdischen Tod finden wir all dies
nicht mehr vor. Wir sind dann umgeben von dem, was wir als Inhalte in
unser Empfinden, Fühlen, Denken, Sprechen und Handeln hineingelegt
haben. Das haben wir gespeichert und das werden wir vorfinden.
Es ist daher auch möglicherweise Illusion, wenn wir
meinen, wir seien doch bereits weitgehend friedfertig und selbstlos.
"Hast du mit deinem Nächsten Frieden in deinen Gefühlen, in deinen
Empfindungen, Gedanken, Worten und Werken?" Das ist der Maßstab - und
das nehmen wir einst mit. Damit bauen wir die Bestimmungsorte auf, die
wir als Seele einst vorfinden werden.
Im Jenseits kann es dann sein, dass ein noch
einverleibter Mensch uns etwas noch nicht vergeben hat. Die Seele
vernimmt diese Botschaft - und geht unter Umständen blindlings zu einer
weiteren Einverleibung, ohne auch die Belehrungen der Schutzwesen zu
hören, die sie über Risiken und Chancen eines weiteren Erdenlebens
aufklären möchten. Denn oftmals gelingt auch in der nächsten Inkarnation
die Bereinigung nicht - weil wir wieder dem Nächsten die Schuld geben,
statt unseren Anteil zu suchen.