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Neuer Evangelischer Katechismus Das Leiden der Tiere wird wieder totgeschwiegen Wie in den vergangenen Auflagen spielen auch im neuen Evangelischen Erwachsenenkatechismus (6. Auflage, September 2000) die Tiere keine Rolle. Eine 5-köpfige Theologenkommission erarbeitete das Werk mit Hilfe von 32 Professoren, 40 Doktoren, 28 Pfarrern und einigen anderen Experten, doch auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Tierhaltung, Verzehr der Tiere, Tiertransporte, Tierversuche usw. Wenn - meist in Nebensätzen - von Tieren die Rede ist, dann in Kapiteln über den Menschen, der gelegentlich mit Tieren verglichen wird. Oder wenn Bibelstellen ausgelegt werden, in denen Tiere vorkommen. Paulus: Tiere sind der Vergänglichkeit und Angst unterworfen So werden die Tiere bei einer Interpretation eines Pauluswortes als »nichtpersonale Kreaturen« bezeichnet, die »infolge ihrer Beziehung zum Menschen der Vergänglichkeit und Angst unterworfen« sind (S. 48). Allerdings sei nur der Mensch ein »geschichtsbewusstes Lebewesen«, das seine Gegenwart verfehlen kann. Der Katechismus erklärt dazu: »Darin liegt aber ebenso die Chance, dass er anders als die Tiere stets unfertig und biologisch jung bleibt« (S. 158). Warum die Tiere demnach angeblich »fertig« seien und nicht jung blieben wie der Mensch, bleibt das Geheimnis der evangelischen Lehre und wird nicht weiter erklärt. Wie im Menschen so auch im Tier handle das Leben »in seinen auf sich selbst bezogenen Einzelwesen« (S. 156). Gut für die Tiere soll das 3. Gebot sein und es wird gelehrt: »Jesus betont, dass der Feiertag statt einer ängstlich gehüteten Pflicht eine Wohltat sein soll für Mensch und Tier, damit jeder Mensch etwas erfährt von der Freiheit, Würde und Menschlichkeit, wie sie Gott schenkt« (S. 455). Der Mensch soll also etwas von dieser »Würde« erfahren, das Tier ist offenbar nicht mehr so wichtig, denn es wird in diesem Satz weggelassen. Immerhin sind die Schlachthöfe an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Und ein weiterer Trost gilt unseren Übernächsten aus evangelischer Sicht: »Am Ende der Geschichte will Gott selbst sein Friedensreich herbeiführen« und dort »sogar die Tiere einbeziehen« (S. 468). Lesetipp: Während die evangelischen Amtsträger die Tiere schlachten lassen und Tierversuche befürworten - zum Wohle ihres Leibes - soll also Gott etwas für die Tiere tun. Das tut Er auch. Wer hinter die Fassade der theologischen Worte blicken und dem Übel auf den Grund gehen will, der lese »Der Prophet Nr. 15 - Tiere klagen, der Prophet klagt an« (kostenlos bei Verlag DAS WORT, 09391/504-135,
www.das-wort.com; siehe auch Naturkatastrophen nehmen zu Die Erde
gehorcht dem Menschen
Die Regel lautet: Was du dem Nächsten angetan hast, das wird früher oder später auch dir angetan. Die Erde erträgt den Menschen nicht mehr. Das Gesetz von Saat und Ernte, das auch in der Bibel zu finden ist und das der Gottesgeist der heutigen Menschheit erneut offenbart, wirkt sich unübersehbar aus. Dieses kosmische Gesetz lautet: Was wir unseren Nächsten antun, das kommt früher oder später in der einen oder anderen Form auf uns zurück. Auch die Erde, die Pflanzen und Tiere, die sie bevölkern, sind unsere Nächsten. Schnitzel aus dem 10. Stock »Schweinehochhaus« in Rotterdam Überproduktion weiterer Fleischberge träumen von einem neuen Großprojekt: Im Hafen von Rotterdam soll die Massentierhaltung einschließlich der zugehörigen Massenschlachtung in einem Hochhaus konzentriert werden, laut Spiegel 300.000 Schweine, 250.000 Legehennen und 1 Million Masthähnchen. Der niederländische Landwirtschaftsminister schwärmt von einem »Agroproduktionspark«. Die Liebe zu den Tieren soll dabei nicht zu kurz kommen. Die Hochhausschweine sollen Balkons erhalten, damit sie sich zwischen drinnen und draußen entscheiden könnten und in ihrem Raum gibt es 1,5 - 2 qm Platz, was die Planer lt. Spiegel als »sehr großzügig« bezeichnen. Von Tierquälerei kann bei dieser Massentierhaltung im Hochhaus also keine Rede sein. Das Schnitzel aus dem 10. Stock - der Genuss ohne Reue für den modernen Menschen. Straße blockiert Protest der Affen Die Tiere, unsere Übernächsten, begehren gegen die Rücksichtslosigkeit des Menschen auf. Journal Das Friedensreich Nr. 12/00 |
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