Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 14/00

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Das dritte Geheimnis "päpstlich" gelüftet

Aktenzeichen Fatima - ungelöst

In einer Version des "Geheimnisses" von 1963 heißt es, dem Satan werde es gelingen, "sogar in die Spitzen der Kirche einzudringen"Ein dramatisches Bild soll die "Jungfrau Maria" den drei portugiesischen Hirtenkindern 1917 mitgegeben haben: Ein weiß gekleideter "Bischof" und andere "Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen" werden auf einem Berg von Soldaten getötet. Dies soll also das berühmt-berüchtigte "dritte Geheimnis von Fatima" gewesen sein, das nach Aussage der Kinder "nicht vor 1960" veröffentlicht werden sollte. Doch ist der jetzt veröffentlichte Text wirklich identisch mit dem jahrzehntelang unter Verschluss gehaltenen "Geheimnis"?

Die Päpste, die es zu lesen bekamen, von Pius XII. bis Paul VI., sollen allesamt erbleicht sein und erschreckt auf die Veröffentlichung verzichtet haben. Jetzt, im Jahr 2000, lässt Papst Johannes Paul II. den erwähnten Text veröffentlichen und verkündet, das darin enthaltene Bild beziehe sich auf das Attentat, das er 1981 erlitten habe. Die anderen getöteten Priester seien die durch den Kommunismus Verfolgten; das Bild sei also nur symbolisch zu verstehen. Doch diese "Enthüllung" lässt mehr Fragen offen, als sie beantwortet.

Kardinal Ratzinger [Aktualisierung (2007): der nächste Papst Benedikt XVI.] räumt in seinem Kommentar selbst ein, dass viele Menschen, die um die "vorangegangenen Spekulationen" wissen, nun "vermutlich enttäuscht oder verwundert sein" werden. So soll Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Deutschland 1980 zum Inhalt dieser Botschaft gesagt haben: "Es sollte jedem Christen genügen, wenn er folgendes weiß: Wenn es zu lesen steht, dass Ozeane ganze Erdteile überschwemmen, dass Menschen von einer Minute auf die andere abberufen werden und das zu Millionen, dann sollte man sich wirklich nicht mehr nach der Veröffentlichung dieses Geheimnisses sehnen". In der nun veröffentlichten Fassung fehlen aber diese Passagen.

"Helle Flammen"

Schon 1963 wurde der Text einer "diplomatischen Fassung" des Geheimnisses veröffentlicht, der angeblich verschiedenen Staatsmännern zugeleitet worden war. Darin steht, dem Satan werde es gelingen, "sogar in die höchsten Spitzen der Kirche einzudringen". Helle Flammen würden dereinst aus den Gemächern des Vatikans schlagen. In einem großen Krieg würden Abermillionen Menschen ums Leben kommen. "Feuer und Rauch werden vom Himmel fallen, und die Wasser der Ozeane werden verdampfen, und die Gischt wird gen Himmel zischen, und alles wird umstürzen." All dies sollte sich nach diesem Text allerdings noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollziehen.

Umsturz im Vatikan?

Sie sollen die mysteriöse Botschaft erhalten haben - die Kinder von FatimaHat man im Vatikan so lange gewartet, bis dieser Zeitraum verstrichen ist und dann einen eher unwesentlichen Teilaspekt für das Ganze ausgegeben? Oder wollte man nicht zugeben, dass die "Prophezeiungen" zeitlich ungenau sind und der Zusammenbruch von Papsttum und Kirche noch bevorsteht? Vielleicht wollte man einfach den Gläubigen die Passagen vorenthalten, die von einem gewaltsamen Umsturz im Vatikan sprechen, wie er auch in anderen Vorhersagen, etwa bei Irlmaier oder Cäsarius von Heisterbach, beschrieben wird.
Auch in der biblischen Johannesoffenbarung, an deren Aussagen die 1963 veröffentlichte Fassung des Fatima-Geheimnisses sich anlehnt, wird ein großer Umsturz auf der Erde und ein Ende der "Hure Babylon" vorhergesagt, was von vielen als das Ende einer verweltlichten Kirche interpretiert wird.

Die Vorhersagen von Fatima, ob offiziell oder nicht, sind freilich mit der kraftvollen Symbolsprache der Geheimen Offenbarung des Johannes nicht zu vergleichen. Sie sind katholisch gefärbt: von "Höllenstrafen" und dem "Strafgericht Gottes" ist die Rede, Maria wird als "Mutter der Kirche" verehrt. Die orthodoxe Kirche Russlands wird kurzerhand katholisch vereinnahmt, indem der Papst das Land Maria "weiht". Wollte sich der Papst vielleicht ein Denkmal setzen, indem er den jetzt veröffentlichten Text auf sich selbst bezieht?

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Kommentar:
Gott hat weder Geheimnisse vor den Menschen noch straft Er Seine Kinder; Er hat auch keine Hölle geschaffen. Doch die Wirkungen der Ursachen, die Menschen gesetzt haben, zeichnen sich jeweils längere Zeit im Voraus in der Atmosphäre ab und können von Kräften, die zwischen Himmel und Erde ihr Wesen oder Unwesen treiben, dafür empfänglichen Menschen zugespiegelt werden. Dass die Botschaften von Fatima kein reines geistiges Gut sind, erkennt man an den genauen Orts- und Zeitangaben - der Gottesgeist nennt weder Zeit noch Raum, da Er den freien Willen des Menschen achtet. Dennoch können auch durch "astrale" Einspiegelungen Ereignisse tendenziell richtig vorhergesagt werden. Doch die Aufklärung über die Wirkungsweise des Gesetzes von Saat und Ernte, nach dem auch katastrophale Ereignisse möglich sind, wenn die Menschen nicht umdenken und ihr Leben ändern, lag noch nie im Interesse des Vatikans, im Gegenteil: Er hat eine solche Aufklärung verhindert und unterdrückt, wo er nur konnte.
Der Christus-Gottesgeist hat durch das Prophetische Wort schon vor Jahren gemahnt, dass große Umwälzungen auf die Menschheit zukommen, wenn sie ihr Verhalten nicht ändert, allerdings ohne konkrete Zeiten oder Orte zu nennen. Diese Warnungen wurden von Kirchenvertretern in den Wind geschlagen und lächerlich gemacht. Das Verwirrspiel um Fatima zeigt, dass sich an dieser Praxis bis heute nichts geändert hat.
 
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