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Ein Urchrist erzählt
"Schweinebraten war
einmal meine Lieblingsspeise"
Erst allmählich
begreife ich, was um mich herum eigentlich geschieht. Als Jugendlicher
war "Schweinebraten" noch meine
Lieblingsspeise, doch ich machte mir keine ernsthaften Gedanken darüber, was die Schweine
bis dahin durchmachen müssen. Ging ich zum Milchholen auf den
nahe gelegenen Bauernhof, dann freute ich mich dort naiv an den grunzenden
Vierbeinern und verstand nicht, dass dieser Anblick nicht ihr Leben ist,
dass sie für diesen Stall und diese Boxen nicht geschaffen
wurden. Als junger Mann verdiente ich mir später guten Gewissens sogar einige
Mark in einer großen Fleischfabrik hinzu. Ich stand an einer Verpackungsmaschine
für Leberkäse. Und wenn an jedem Morgen 2000 Schweine am anderen Ende
der Fabrik zur Schlachtung getrieben wurden, lag ich noch schlafend im
Bett. Heute bin ich davon überzeugt, dass das Leiden und die Todesangst der Tiere auch
deren Körper durchdringen und vom Menschen mit aufgenommen werden, wenn
er dieses Fleisch isst - als ob der Mensch zukünftige eigene Leiden
schon portionsweise in sich aufnimmt. Dass man sich auch ohne Fleisch
ohne Mangel ernähren kann und sogar gesünder, lernte ich erst mit der
Zeit - die Gewohnheiten waren eben lange anders. Eines Tages nahm mich
ein Gastwirt und Metzger einmal mit in den Schlachthof, und ich sah den
aussichtslosen Kampf der furchtbar quiekenden Tiere aus vorderster
Reihe. Zuerst fühlte ich mich an "Erfahrung"
reicher, doch bald bekam ich ein beklommenes Gefühl im Magen, wenn ich
einem Schwein oder einer Kuh in die Augen sah - weil ich die Bilder vor
Augen hatte, was
demnächst mit dem Tier passieren wird. So traf ich eine Entscheidung: Ich wollte nicht,
dass die Tiere wegen mir so leiden müssen, und ich wollte deshalb Vegetarier
werden. Es hat nicht sofort geklappt, doch bald. Mein
Glück dabei: Ich lernte Menschen kennen, die so gute vegetarische Rezepte
kannten, dass ich heute nichts mehr vermisse. Inzwischen bekomme ich das
unangenehme Gefühl im Magen schon, wenn ich vor einer Metzgerei stehe oder in
einem Supermarkt an der Fleischabteilung vorbeigehe. Auch der Geruch
geht mir unter die Haut. Doch die Menschen vor und hinter der Theke verhalten sich nicht besser und nicht
schlechter als ich selbst vor einigen Jahren. Meine Augen öffneten sich
noch weiter durch das Lesen der Broschüre Der Prophet, Ausgabe Nr. 15,
Tiere klagen - Der Prophet klagt an (http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html). "Der Prophet"
verleiht den Tieren darin eine Stimme. Ja, das ist es, was ich
vielleicht ahnte, aber mir jahrelang nicht bewusst machte: Ein Tier
fühlt und empfindet genauso wie ich als Mensch. Noch immer funktioniert
zwar auch mein inneres "Abwehrschild", wenn ich einem Tiertransporter
begegne oder an einer Mastanlage vorbeifahre, um den Schmerz der Tiere
nicht zu nahe an mich heran zu lassen. Doch ich kann mich nicht mehr
belügen. Außerdem weiß ich mittlerweile: "Was du säst, das wirst du
ernten" - diese Wahrheit gilt auch für unseren Umgang mit den Tieren. So
bin ich dankbar, dass man mich aufklärte und dass ich lernen darf,
Tieren als "Persönlichkeiten" zu begegnen als und sie eines Tages auch
zu verstehen. Danke vor allem, dass Gott das qualvolle Schreien der
Tiere erhört und durch Prophetenmund eine Umkehr einleitete. Ich weiß
nicht, wie tief meine Bitte um Vergebung schon war, doch ich weiß, dass
das Leiden der Tiere früher oder später ein Ende haben wird. Und ich bin
dankbar, mithelfen zu dürfen, damit es "früher" sein kann.
(Dieter Potzel)
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