Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 17/00

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Die Bibel vor Gericht

Wie die Presse im In- und Ausland berichtete, stellten einige Eltern Minderjähriger bei der Familien- und Jugendministerin Dr. Bergmann den Antrag (am 24.7.2000), ein Verfahren zur Überprüfung jugendgefährdender Inhalte der Bibel einzuleiten (siehe Ausgabe Nr. 15/2000). Zur Begründung trugen sie vor, dass die Bibel in weiten Teilen ein äußerst blutrünstiges Buch sei, das Hass, Grausamkeiten und Massenmorde als gottgewollte Verhaltensweisen empfehle. Die Ministerin lehnte die Einschaltung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften jedoch ab - mit der Begründung, dass die Bibel eine "Dokumentation des christlichen Glaubens" darstelle.

Die von den Rechtsanwälten Dr. Sailer und Dr. Hetzel, Marktheidenfeld, vertretenen Eltern haben nunmehr Klage beim Verwaltungsgericht Berlin erhoben, um die Überprüfung der kriminellen Empfehlungen der Bibel auf ihre Jugendgefährdung gerichtlich zu erzwingen (am 22.8.2000). In der 70 Seiten umfassenden Klageschrift wird unter Wiedergabe einschlägiger Passagen der Heiligen Schrift dargelegt, dass darin Eroberungskriege und Völkermord verherrlicht werden, grausame Massaker und die Zerstückelung von Menschen als gottgefällig geschildert werden, Hass und Gewalt gegen Fremde und Andersgläubige gepredigt werden und eine menschenverachtende Rechtsordnung verkündet wird, die u. a. die Steinigung von Homosexuellen, Ehebrechern und unfolgsamen Kindern vorsieht.

Rechtsanwalt Dr. Sailer erklärte nach Absendung der Klageschrift heute: "Die Bibel stellt in vielen Passagen Gott als ein bösartiges Monstrum dar, das den Menschen den Glauben an den Ewigen und Seine Gebote austreibt. Gott sprach: ´Du sollst nicht töten` - und der Gott der Bibel befiehlt immer wieder Mord und Totschlag. Gott sprach: ´Du sollst nicht stehlen` - und der Gott der Bibel empfiehlt immer wieder Raub und Zerstörung. Offenbar nimmt auch niemand daran Anstoß, dass Mose vom Sinai mit den Gesetzestafeln zurückkehrt und laut Bibel aus Wut über das Goldene Kalb auf der Stelle 3000 Menschen ermorden ließ. Wie will man Kindern und Jugendlichen da noch glaubhaft vermitteln, dass die Zehn Gebote ernst gemeint sind?

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Die Kirchen wissen allzu gut, dass all dies jugendgefährdend ist; sonst würden sie nicht ständig neue ´Kinderbibeln` herausbringen, in denen der blutrünstige Teil der Bibel unterschlagen wird. Doch wer die Jugend an den ´lieblichen` Teil der Bibel heranführt, muss auch den Rest vor ihr verantworten können. Der rüde Umgang mit Fremden und Ausländern, über den wir heute alle entsetzt sind, ist in den rechtsradikalen Passagen des Alten und Neuen Testaments längst vorgezeichnet. Besonders jugendgefährdend ist auch der Antijudaismus des Neuen Testaments, in dem die Juden auf üble Weise verunglimpft werden, worauf die Kirchen ihren Antisemitismus stützten, der schließlich in den Holocaust Hitlers mündete. Der Antrag, die Bibel auf ihre Jugendgefährdung zu überprüfen, war längst überfällig."

Lesen Sie dazu auch die Informationsschriften "Der Theologe":
Wie der Teufel in der Bibel hauste
Hieronymus und die Vulgata - Wie ist die Bibel entstanden?


 



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