Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 22/00

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Leserbeitrag

Mantra-Meditation oder Kreislauf der Bereinigung?

Zu unserem Artikel Ayur-Veda-Medizin und Mantra-Meditation - Östliche Heilkunst oder Christliche Ur-Heilweisen? in Nr. 11/2000 schrieb uns ein Leser einen Brief, den wir auszugsweise abdrucken und kommentieren.

Der Leser schreibt: "Nicht alles, was aus anderen Kulturen kommt, muss schädlich für uns sein. Jesus Christus und seine Lehre wird zwar immer als typisch abendländisch beschworen, kommt aber ursprünglich aus dem Mittleren Osten, einer Kultur, die völlig anders ist als unsere. Zu Recht würde man sagen, dass seine Botschaft nicht kulturell begrenzt, sondern universell ist.
Das Anliegen von Maharishi Mahesh Yogi ist es, den universellen Aspekt des Ayurveda und der damit verbundenen Bewusstseinstechnologien, wie z. B. Transzendentale Meditation - TM - zur Anwendung zu bringen ...
Was die TM betrifft, so sollte berücksichtigt werden, dass nicht alle Mantra-Meditations-Formen dasselbe sind. In der TM wird das Mantra nicht dazu benutzt, um andere Bewusstseinsinhalte zu ‘überkleistern’. Man wehrt sich z. B. nicht gegen Gefühle oder Gedanken und nicht dagegen, dass das Mantra während der Meditation verschwindet. Im Gegenteil - es soll verschwinden, d. h. transzendiert werden und der lebendigen Erfahrung des inneren Wesenskerns des Meditierenden Platz machen. TM auszuüben bedeutet, die Aktivität des Mantradenkens immer mehr zu reduzieren, bis das Mantra als Objekt der Wahrnehmung überschritten, d. h. transzendiert wird und nur noch das reine, universelle Bewusstsein, der Denker an sich, das Ich übrig bleibt und sich seiner selbst bewusst wird.
[Dadurch erhalten] Körper und Geist die Gelegenheit, sich spontan von traumatischem Material zu befreien und zu heilen. Das hat nichts mit ‘Überkleistern’ der Seele durch das Mantra zu tun. Ganz im Gegenteil, man wird sich seiner Seele bewusst und daraus resultieren die oft dramatischen Heilwirkungen. (Der Körper kann nur heilen, wenn der Geist geläutert wird)."

N. W. aus A.

Wir glauben: Eine Ganzheitsheilung ist nur durch aktive Arbeit an uns selbst möglich. Belastet haben wir unsere Seele durch Verstöße gegen das Gesetz der selbstlosen Liebe, indem wir z. B. unserem Nächsten oder der Natur durch unser Fehlverhalten Leid zugefügt haben. Von diesen Belastungen können wir nur frei werden, indem wir unsere Lieblosigkeit erkennen, bereuen, den Nächsten um Vergebung bitten, selber vergeben, wieder gutmachen, soweit dies noch möglich ist, und sodann das Fehlverhalten nicht mehr tun. Das bedeutet zugleich, sich ein neues, positives Programm vorzugeben, eine Gesetzmäßigkeit aus den Geboten Gottes. Dann kann Christus unsere Negativenergie umwandeln in positive innere Kraft.
Wir glauben nicht, dass ein wie auch immer gearteter innerer "Ruhezustand" die Seele "spontan von traumatischem Material befreien und heilen" kann. Wir glauben auch nicht, dass das "Transzendieren" eines Mantras der "lebendigen Erfahrung des inneren Wesenskerns" Platz macht. Der Meditierende taucht womöglich in eine Schicht ein, wo er vom Energiefeld des "Meisters" beeinflusst wird.
Wir glauben, dass, wer aktiv gesündigt hat, auch aktiv daran arbeiten muss, die Sünde zu beheben.
Dabei hilft uns der Geist des Christus in uns. Christus hat jeder Seele und jedem Menschen einen Teil Seines göttlichen Erbes übertragen, den Erlöserfunken, als stützende und helfende Kraft in uns. Dadurch ist eine Rückentwicklung bzw. eine Auflösung der Schöpfung nicht mehr möglich.
Wir glauben, dass das Wort Jesu, des Christus: "Ich Bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" Wahrheit ist. Das bedeutet: Man kann auf manchen Wegen unterschiedlich weit kommen. Doch irgendwann wird jede Seele Christus als Erlöser und Mitregenten der Schöpfung anerkennen und so den Erlöserfunken in die große All-Einheit zurückbringen. Deshalb sprach Jesus, der Christus: "Keiner kommt zum Vater denn durch Mich."

                                                                                                   Die Redaktion

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