|
Der Prophet
Jesaja
Das Lamm liegt
beim Löwen
Das Friedensreich, in dem Menschen
und Tiere in Frieden leben, ist seit Jahrtausenden angekündigt. Wann wird es auf der Erde
Gestalt annehmen?
Die Menschheit steht am Abgrund. Hass und Kriege in vielen Ländern, Naturkatastrophen
häufen sich, der Mensch zerstört seine Lebensgrundlage, den Planeten Erde, und quält
fortwährend die Tiere. Politiker, Kirchenführer, Wissenschaftler zeigen keinen Ausweg.
Im Gegenteil: Sie führen die ihnen Hörigen auf immer neue Abwege.
In einer ähnlich schwierigen Zeit lebte auch der Prophet Jesaja. Als er geboren wurde,
etwa 750 v. Chr., beherrschten die Assyrer den Nahen Osten mit Grausamkeit und Terror. Die
Israeliten waren in zwei Reiche, Israel und Juda, aufgeteilt, die sich gegenseitig
befehdeten und schließlich beide unter die assyrische Herrschaft gerieten. Das Volk war
vom Glauben abgefallen; die Gebote Gottes, die Mose gebracht hatte, wurden durch die
Rituale einer Priesterreligion ersetzt.
Gott sprach mächtig durch Jesaja und wies immer wieder darauf hin, dass es nicht der
Wille Gottes ist, Tieropfer zu bringen: »Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom!
Nimm zu Ohren die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra (...). Ich bin satt der
Brandopfer von Siddham (...). Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel (...). Und wenn ihr
auch eure Hände ausbreitet, verberge Ich doch meine Augen vor euch, denn eure Hände sind
voll Blut« (Jesaja 1,10 ff). Sehr aktuell klingt angesichts der ökologischen Katastrophe,
die sich heute weltweit vollzieht, was Jesaja vor fast drei Jahrtausenden zum Umgang des
Menschen mit der Natur zu sagen hatte: »Verheert wird die Erde, verheert, geplündert
wird sie, geplündert. Ja, der Herr hat es gesagt. Die Erde welkt, sie verwelkt, die Welt
zerfällt, sie verwelkt, Himmel und Erde zerfallen. Die Erde ist entweiht durch ihre
Bewohner; denn sie haben die Weisungen übertreten, die Gesetze verletzt, den ewigen Bund
gebrochen. Darum wird ein Fluch die Erde zerfressen; ihre Bewohner haben sich schuldig
gemacht. Darum schwinden die Bewohner der Erde dahin, nur wenige Menschen werden übrig
gelassen« (Jesaja 24, 3 ff).
Hier ist das Gesetz von Saat und Ernte genannt: Der Mensch selbst ist der Verursacher der
Katastrophe - er ist die Katastrophe selbst.
GOTT hilft Seinen Kindern
Und doch hilft Gott Seinen Kindern, den Menschen, auch im selbst verursachten Desaster.
Durch Gottespropheten wie Jesaja zeigt Er immer wieder auf, wie der Mensch die Gesetze
Gottes in seinem täglichen Leben anwenden kann, um Frieden auf diese Erde zu bringen.
Jesaja kündigt zugleich die Geburt des Christus an, des größten Propheten, der die
Menschheit an die Zehn Gebote mahnen und die Bergpredigt lehren wird. Und er sieht voraus,
dass die Finsternis ein Ende haben wird: »Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein
großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (...)
Denn siehe, Ich will einen neuen Himmel schaffen und eine neue Erde ...« (Jesaja 9, 1 ff)
In diesem Reich des Lichtes und des Friedens wird der Mensch auch zu einem neuen,
geschwisterlichen Verhältnis zu den Tieren finden - und die Tiere werden nach und nach
die negativen Verhaltensweisen ablegen, die ihnen vom Menschen aufgeprägt wurden: »Dann
wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden
zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen
liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem
Schlupfloch der Natter, das Kind steckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut
nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das
Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist«
(Jesaja 11, 1 ff.). Es liegt an jedem einzelnen von uns, wie rasch das
neue Menschentum auf der malträtierten
Erde Gestalt annimmt. Die Tiere danken es uns, wenn wir nicht länger zögern, unsere
Ichbezogenheit und Hartherzigkeit mit der Hilfe des inneren Christus abzulegen.
(Matthias Holzbauer)
Lesen Sie die Artikel über die Gottespropheten:
Jesaja
Jeremia
Hesekiel Daniel
(Druckausgabe Nr. 7/01)
Elia / Amos / Jeremia
Für die Artikel ohne Verlinkung. Siehe unser
Kopier- und Versandservice
Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 1/01
|