|

BSE - der Vorbote großer Epidemien?
»Killerviren« - die Saat geht auf
|

|
|
Compassion In World Farming, Petersfield.
UK |
Grippe, Aids und BSE sind nach Ansicht von Experten »Vorboten von weiteren großen
Epidemien«. Dies berichtet die Welt am Sonntag (3.12.2000) unter der Schlagzeile »Killer
aus dem Tierreich«.
Bei großen Grippewellen wie der »Spanischen Grippe« (1918/19) starben allein in diesem
Jahrhundert weit über 50 Millionen Menschen. Die Influenza-Viren stammen von
Wasservögeln und Schweinen, die in Südostasien oft auf engstem Raum mit den Bauern
leben. 1997 drohte in Hongkong ein gefährlicher Grippe-Virus - wahrscheinlich durch eine
Kreuzung zweier Viren. Damals wurde der gesamte Geflügelbestand Hongkongs getötet, um
die Seuche aufzuhalten. Aids stammt wahrscheinlich von Affen, denen zu Versuchszwecken
oder zur Fleischbeschaffung immer tiefer in den afrikanischen Urwäldern nachgestellt
wird. BSE schließlich sprang vermutlich durch Verfütterung von aus toten Schafen
hergestelltem Kadavermehl (»Tiermehl« ist dafür ein beschönigendes Wort) zunächst auf
die Rinder und von dort auf Menschen über. Es handelt sich also um Krankheitskeime, die
in Tieren existieren und dort über lange Zeiträume keinen Schaden anrichten. »Stört
der Mensch dieses Gefüge, bietet er dem Er-reger mit seinem eigenen Körper auf fatale
Weise neuen Lebensraum.« BSE, das durch negativ gepolte Eiweißpartikel (Prionen)
übertragen wird, hat vermutlich eine Inkubationszeit von bis zu 30 Jahren. Deshalb
erwarten Experten ein starkes Ansteigen dieser Seuche in den nächsten Jahren.
Ob Verfütterung von Kadavermehl an Wiederkäuer oder an andere Tiere, ob Tierversuche
oder Tierzucht zum Verzehr durch den Menschen - die Unterschiede sind nur gradueller Art.
In allen Fällen handelt der Mensch gegen das fünfte Gebot Gottes: »Du sollst nicht
töten.« Was der Mensch den Tieren antut, wird auf ihn zurückfallen. Der Rinderwahnsinn
ist letztlich der Wahnsinn des Menschen. Die Tiere wurden dem Menschen anvertraut, damit
er pfleglich mit ihnen umgehe - doch er missbraucht sie fortwährend für seine Zwecke.
Die Tiere gehorchen dem Menschen nicht mehr - sie entziehen sich seiner Grausamkeit, indem
sie an den Seuchen zugrunde gehen, die der Mensch ausgelöst hat. Doch der Verursacher
Mensch kommt nicht ungeschoren davon. Er wird ernten, was er gesät hat.
»... Diktatoren, Despoten
und die Kirche überlebt«
Gerd Sonnleitner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes und Niederbayer, sprach
ganz nebenbei eine große Wahrheit gelassen aus, als er bezüglich des BSE-Skandals
anmerkte: »Wir haben Diktatoren, Despoten und die Kirche überlebt. Da werden wir auch
die jetzige Situation noch überleben.«
Wer den BSE-Skandal überleben wird und wer nicht, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls
erregte sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurzhessen-Waldeck, Martin Hein,
über die Erwähnung der Kirche in diesem Zusammenhang und fügte hinzu: Die Äußerung
Sonnleitners sei »ebenso unzutreffend wie beleidigend«, denn sie stelle die Kirche in
eine Reihe mit Hitler, Stalin und Seuchen aller Art. Das schade dem Miteinander von
Landwirtschaft und Kirche.
Doch Tatsache ist: Durch die kirchliche Inquisition und die Kreuzzüge kamen viele
Millionen Menschen ums Leben, mehr als unter Hitler und Stalin zusammen.
Folgen des BSE-Wahnsinns
Müssen noch mehr
Wälder sterben?
Rinder und Menschen sterben an der Seuche BSE. Was beschließen die
Politiker?
Kadavermehl darf nicht mehr verfüttert werden. Eine Lösung?
Die Folge ist bereits jetzt: Die Preise für anderes Tierfutter wie Fischmehl und
Sojaprodukte schnellen in die Höhe. Werden jetzt die letzten Meere noch leer gefischt,
weil der Mensch noch immer nicht auf Fleischgenuss verzichten will?
Auch der vermehrte Einsatz von Soja hat schlimme Folgen für die Umwelt. Selbst wenn die
Sojapflanzen, wie in Nordamerika vielfach üblich, noch nicht genmanipuliert sind - viele
Regenwälder, z.B. in Brasilien, sind bereits vernichtet worden, um auf dem ohnehin nicht
sehr fruchtbaren Boden Soja anzubauen. Dies geschieht immer im industriellen Stil mit
hohem Einsatz von chemischen Düngern und Pflanzengiften. Das Soja wird dann fast
vollständig an nordamerikanische oder europäische Rinder verfüttert. Profit daraus
ziehen nur wenige Großfarmer und die Konzerne, die die dazu passende Agrochemie
herstellen. Kleinbauern werden vertrieben und roden sich dann im Urwald selbst ein Stück
Land, um zu überleben - auch so verschwinden die Wälder, darunter solche mit
einzigartiger Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Durch den exzessiven Fleischgenuss der
Industrieländer sterben schon seit Jahren in »weniger entwickelten« Ländern die
Wälder, hungern die Kleinbauern.
Die Hälfte der Getreideernte der Erde wird an Tiere verfüttert, die dann dem Menschen
als Fleischnahrung dienen. Würde der Mensch dieses Getreide direkt verzehren, so könnte
der Hunger auf der Welt schlagartig aufhören. Die einzige echte Lösung für das Problem
BSE ist, Vegetarier zu werden.
Stephen Hawking
Physik-Genie sagt
Weltuntergang voraus
Ein weiteres Jahrtausend wird die Menschheit nicht überleben. Das jedenfalls ist die
Prognose des Astrophysikers Stephen Hawking. Ein Unfall oder die Erwärmung der Erde
würden das Leben auf der Erde vorher auslöschen.
Wo bleibt der Aufschrei der Öffentlichkeit? Hätte eine nicht-kirchliche
Glaubensgemeinschaft eine solche Ansicht geäußert, wäre sie vermutlich sofort von allen
verfügbaren kirchlichen und staatlichen »Sektenbeauftragten« als »gefährliche
Weltuntergangssekte« verteufelt worden.
Als reiner Naturwissenschaftler hat Hawking allerdings Gott nicht in seiner Rechnung.
Dieser hat durch große Wortträger immer wieder angekündigt, dass nach einer Zeit der
Umwälzungen auf dieser Erde ein Reich des Friedens entstehen wird. Die Erde wird also
nicht untergehen. Nur das, was der Mensch gegen die Natur aufgebaut hat, wird sich selbst
zerstören, weil es keinen Bestand haben kann.
Apokalyptische Klimaveränderungen
Im Dezember blühen die Rosen
Im
vergangenen Jahr war die beginnende Klimakatastrophe als Touristenattraktion zu besichtigen: Nachdem der
Eisbrecher Yamal zum nördlichsten Punkt der Erde durch's Eis gepflügt war, erlebte die
Besatzung fast einen Schock. Statt meterdicker Eisplatten war bis zum Horizont nur
leuchtend blaues Wasser zu sehen. War der Nordpol weg geschmolzen? Noch nicht ganz.
Jedenfalls zeigen Messungen, dass das Eis am Nordpol in den vergangenen 20 Jahren um 14 %
geschrumpft ist. Insgesamt gab es so wenig Eis wie heute am Pol zuletzt vor 50 Millionen
Jahren, versichert der amerikanische Wissenschaftler James McCartny.
Die globale Klimaerwärmung ist die Ursache. Das Polareis wird weiter schmelzen - mit
dramatischen Folgen für die Erde, denn Arktis und Antarktis bestimmen gemeinsam unser
Klima. Verlöre einer der Pole seine Eiskappe, so prophezeien Experten, würde das
Nordpolarmeer 80 % der Lichtenergie schlucken und die Atmosphäre rapid aufheizen.
Wie der Wissenschaftsrat der Vereinten Nationen vor wenigen Wochen mitteilte, wird im 21.
Jahrhundert eine »für die vergangenen 10.000 Jahre beispiellose Erhöhung« der
mittleren Erdtemperatur stattfinden, vermutlich bis zu 6°C. Die Schnee- und Eisflächen
der Erde sind in den vergangenen 40 Jahren durch den Treibhauseffekt weltweit bereits um
10 % geschrumpft. Und auf der nördlichen Erdhalbkugel kam es im 20. Jahrhundert zur
höchsten Zunahme der Durchschnittstemperaturen der vergangenen 1000 Jahre. Der
Wetterbericht für das Jahr 2050 sieht düster aus: Stürme brausen über Europa und legen
ganze Wälder flach; extreme Überschwemmungen im Winter und lange Dürreperioden im
Sommer. Küstennahe Feuchtgebiete werden vom Meerwasser überflutet, während die Wüsten
Südeuropa anfressen.
Auf dem Klimagipfel in Den Hag schlugen die Experten wieder einmal Alarm. Kohlendioxyd,
Methan und Lachgas treiben die Fieberkurve unserer Erde in die Höhe und beschleunigen den
Kreislauf von Überflutungen, Schlammlawinen, Wirbelstürmen, Gluthitzen, Waldbränden und
permanentem Anstieg des Meeresspiegels. Letzterer bedroht neuerdings Südflorida. Heute
schon dringt Salzwasser ins Land ein, vor allem über Sümpfe und Plantagen. Morgen
überflutet das Meer vielleicht ganze Küstenorte. Auf dem Klimagipfel sprachen die
Experten von einer akuten Gefährdung des US-Staates. Dennoch ist die Klimakonferenz
gescheitert: Es ging am Ende nicht mehr um den Stopp des Treibhausgases, sondern um die
Schlupflöcher für reiche Industriestaaten. Ausgerechnet die USA blockierten die Umkehr -
neben Japan, Kanada und Australien. Also geht die Fahrt in den Abgrund weiter.
Kurz vor Jahresende gab es in Bonn eine weitere Umweltkonferenz, auf der es um die
Wüstenbildung ging. Knapp ein Viertel der Erde ist von Verödung und Verwüstung bedroht.
1,2 Milliarden Menschen verlieren dabei ihre Lebensgrundlage. Rodung, naturwidrige
Wirtschaftsweisen und das Abholzen der Wälder zählen zu den Hauptursachen der
zunehmenden Verwüstung unseres Planeten. In Afrika wurden zwischen 1981 und 1985 rund
580.000 qkm zu Sand und Staub, das sind 100 qkm pro Tag. »In nur 8 bis 9 Tagen geht dort
eine Fläche von der Größe Berlins verloren«, sagt Klimaforscher Gerstengarbe. Auch die
Bonner Konferenz konnte keine Wunder mehr wirken. Die Verwüstung geht weiter.
Was sich global an apokalyptisch anmutenden Entwicklungen abzeichnet, lässt sich auch in
unserer kleinen Welt registrieren. In Bamberg stieg z.B. im Dezember die Temperatur bis
auf 13,6°C an, und das bereits morgens um halb acht. Dafür war der Juli umso kälter,
einmal mit einer mittleren Tagestemperatur von 10,9°C. Und in München blühen die Rosen
- schön anzuschauen, aber gespenstisch.
»Kein Weihnachtsfest mit toter Gans«
Doretta und der Kanzler ...
Es führt nicht immer zu einem guten Ende, wenn Gerhard Schröder ein Auge auf
weibliche Wesen wirft. Wie man inzwischen weiß, ging es bereits dreimal schief. Immerhin
ließ er bisher die Objekte seiner Liebe nie umbringen - schließlich ist er kein Unhold
wie Heinrich VIII aus England, sondern ein deutscher Genießer, der sich friedlich von den
von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt Auserwählten wieder verabschiedet. Doch die
fünfte »Auserwählte« geriet zu Weihnachten 2000 in höchste Lebensgefahr.
Es war zunächst ungewiss, wie diese Beziehung enden würde, die von den indiskreten
Enthüllern von Bild ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde. Es geht um Doretta, eine
lebenslustige Gans, der ein fragwürdiges Glück widerfuhr: Der Kanzler hatte ihr und
ihren Geschwistern auf seiner Reise in den deutschen Osten einen Besuch abgestattet.
Prompt fiel der prominente Genießer in alte Gewohnheiten zurück und schnalzte beim
Anblick der weißgefiederten Geschöpfe mit der Zunge: »... das wäre etwas für
Weihnachten!« Und so wurde Doretta für den Kanzler als Weihnachtsgans ausgewählt und ab
sofort speziell ernährt - garantiert ohne Tiermehl - und sogar ärztlich betreut. Bild,
Volkes Stimme in jeder Lebenslage, bat den Kanzler, Doretta zu »begnadigen«, so wie
Gerhards Freund Bill Clinton dies jährlich mit einem Truthahn macht. Doretta schnatterte
Zustimmung, erinnerte aber an das Schicksal ihrer Artgenossen und fand das Wort
»Begnadigung« unangemessen. Schließlich geht es nicht um »Gnade vor Recht« wie bei
Strafgefangenen, sondern um das Recht auf Leben gegenüber der Genusssucht des Menschen.
Dem Staatsmann Schröder könnte vielleicht ein Wort Mahatma Gandhis helfen: »Die Größe
einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.« Alle waren
gespannt, ob der Kanzler die Chance nutzen würde, sich als Gentleman auch von seiner
Auserwählten Doretta friedlich zu verabschieden und als Staatsmann ein Signal gegen die
Schlächterei an Weihnachten zu setzen.
Die Rettung kam dann von Stieftochter Klara. Es wäre »kein gutes Weihnachtsfest, wenn da
eine tote Gans herumliegt«, so die 9-Jährige. Bravo! Möge die Weihnachtsbotschaft des
Mädchens in Zukunft möglichst vielen Tieren das Leben retten!
Erotische Weihnachten
Im »christlichen« Jubeljahr 2000 erreichten auch die üblichen Weihnachtsfeiern neue
Höhepunkte. Renommierte Firmen überboten sich mit Alkohol und Erotik für ihre
Mitarbeiter. »Was soll's: Sieger dürfen feiern ...«, so lautet die Devise nach dem
Spiegel-Beitrag »Ab jetzt wird gesoffen« (Nr. 51/2000). »Wir sind immer die Letzten,
die das Licht ausmachen«, sagt Versicherungsmann Michael, 23. »Jetzt pappt er sich einen
Geldschein an die Stirn und drückt ihn lachend zwischen die Brüste der ziemlich
entblößten Weihnachtsfrau, die sich vor ihm und seinen Kollegen auf dem Tanztisch
räkelt.« Und im Internet verkündete SAT 1: »Die sexy Nikoläuse stehen hoch im Kurs,
und das vor allem bei den weiblichen Gästen. Dann fallen auch schon die Hüllen und die
Mädchen dürfen mal richtig zugreifen. Das bringt ein gewisses Knistern in die
Adventszeit.« Und der Herausgeber des St.-Pauli-Magazins stellte zufrieden fest: »Auch
im Erotikgeschäft findet Weihnachten heute Beachtung.«
Na also. Da haben die Kirchen den Stall von Bethlehem so lange verkitscht, bis die
Blasphemie salonfähig wurde.
Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 1/01
|