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Menschheitsideale (1): Freiheit
Von Revolutionen und innerer Freiheit
Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit - Gerechtigkeit. Diese hohen Ideale der Menschheit sind zugleich göttliche Prinzipien. Wann werden sie Realität?
Schon die Französische Revolution (1789) hatte die Worte »Einheit, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« auf ihre Fahnen geschrieben. Doch eine positive und dauerhafte Revolution ist nur dort möglich, wo diese Prinzipien nicht nur im Äußeren gefordert, sondern als innere Werte im täglichen Leben umgesetzt werden. Ein Revolutionär in diesem Geiste muss dabei stets auf der Hut sein. Denn ständig lauert die Gefahr, dass diese hohen Werte in den verschiedensten Lebenslagen ins Gegenteil verkehrt und für andere Zwecke vereinnahmt werden. Deshalb lohnt es sich, einmal näher zu betrachten, was Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit bedeuten und wie diese Worte oft unmerklich missbraucht werden.
Keine Abhängigkeiten
Wie verhält es sich mit der Freiheit? Ursprünglich war die Schöpfung vollkommen und Gott hat jeden von uns frei erschaffen. Es gab keine Abhängigkeiten der Geschöpfe voneinander, keine Grenzen im Bewusstsein und keine Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Jeder lebte in der Einheit mit dem Bewusstsein Gottes. Diese Freiheit wäre aber keine wirkliche Freiheit gewesen, wenn sie nicht die Möglichkeit des Missbrauchs zugelassen hätte - was uns letztendlich unsere heutige Situation bescherte.
Wer sich nun wieder nach der ursprünglichen Freiheit sehnt, kann sein Leben mit einem Puzzle vergleichen: Stück für Stück kann ich einzelne Aspekte der Freiheit wiedererlangen, bis ich wieder der freie Sohn oder die freie Tochter Gottes bin, als der bzw. als die mich Gott geschaffen hat. Und die einzelnen Schritte dorthin sind eine sehr praktische Angelegenheit:
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Frei ist z. B., wer die Fehler, die ihn am anderen stören, zuerst bei sich selbst erkennt und bereinigt - weil er keine Angst vor der Auseinandersetzung mit seinen Fehlern hat. Er fühlt sich nicht minderwertig und muss andere nicht in ein schlechtes Licht rücken, um selbst scheinbar besser dazustehen. Denn er kennt seinen inneren Wert und braucht sich nicht verbiegen, um von anderen Bestätigung zu erhalten.
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Wer unter »Freiheit« versteht, dass er nicht auf seinen Nächsten Rücksicht zu nehmen braucht, der ist nicht frei. Er missbraucht das Wort und kapselt sich in Wirklichkeit von anderen ab, d. h. er begrenzt damit sich und andere. Der wirklich Freie aber ist frei, seinen Nächsten in seiner momentanen Lebenssituation an- und aufzunehmen, weil er nicht von eigenen Problemen oder Erwartungen umwölkt und befangen ist. Er ist offen dafür, was sein Nächster ihm mitteilen möchte und kann entsprechend darauf reagieren. Wer frei ist, spricht auch nicht gehässig über andere oder redet hinter ihrem Rücken mit Dritten, weil er sich nicht traut, auf die Betreffenden direkt zuzugehen.
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Wer frei ist, hat nichts vor seinem Nächsten zu verbergen. Was auszusprechen ist, spricht er aus, um unklare Situationen zu klären. Das ganze Denken und Handeln des Freien ist von Klarheit geprägt.
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Frei ist auch, wer seinen Nächsten zu nichts zwingt und ihn auch nicht unter Druck setzt. Warum sollte der Nächste auch unbedingt das tun, was mir richtig erscheint? Sollte er nicht viel eher das tun, was ihm richtig erscheint - z. B. in einer Ehe oder Partnerschaft?
»Wie im Himmel ...«
Christen beten im Vaterunser »Wie im Himmel, so auf Erden« und man könnte fragen: Gibt es wohl im Himmel so etwas wie Eifersucht oder Enttäuschung über den Partner oder das Verlangen, dass er mich bestätigt oder mir das tut, was mir angenehm ist, um mich glücklich zu machen? Dann wäre dies nicht der Himmel, denn die ursprüngliche Freiheit ist unabhängig vom Verhalten des Nächsten.
Freiheit ist auch ein politischer Begriff. Er bedeutet eine größtmögliche Freiheit von Bevormundung durch eine bestimmte Gesetzgebung oder die Möglichkeit, bestimmte Politiker frei wählen zu können oder auch nicht. Zur politischen Freiheit gehört die Freiheit der Berufswahl und -ausübung, dazu die Freiheit, alles tun oder lassen zu können, was andere nicht schädigt. Auch die Freiheit, meine Fähigkeiten und Talente entwickeln zu können, gehört dazu. Wer sich z. B. gezwungen sieht, seinen Lebensunterhalt mit Tätigkeiten zu verdienen, die ihm widerstreben, kann sich nicht als »frei« bezeichnen. Die Grade der politischen Freiheit, die in den Gesellschaften dieser Welt möglich sind, sind dabei aber nur Spiegel der inneren Freiheit oder Unfreiheiten von Menschen, niemals die »Freiheit« an sich. Wer sich nach mehr äußeren Freiheiten sehnt, kann also z. B. damit anfangen, die innere Freiheit zu entwickeln - in den Aspekten, in denen er noch unfrei ist. So lehrte es Jesus, der Christus, der schon vor ca. 2000 Jahren ein Friedensreich auf dieser Erde aufbauen wollte - mit allen, die Ihm freiwillig die Treue halten. Und dieses Friedensreich muss zuerst im Inneren der Menschen Gestalt annehmen.
Christus möchte heute nichts anderes als damals. Wer lernt, Ihm durch sein Denken, Reden und Tun zu vertrauen, wird allmählich frei - und der Druck, den sich Menschen durch ihr egoistisches Wollen machen, schwindet. Das bestätigen diejenigen, die es beständig ausprobieren. Und dies führt auch zu den weiteren Prinzipien für das Friedensreich, zur Gleichheit, Einheit, Brüderlichkeit und schließlich zur Gerechtigkeit.
Veranstaltungsreihe zum Thema: »Glück, Freiheit und Erfolg - der Innere Weg zu
Gott« in der Kosmischen Lebensschule, in bestimmten Abständen am Sonntag, 10 Uhr oder am
Freitag um 19.30 Uhr in den Orten urchristlicher
Begegnung im In- und Ausland. Info-Tel. 0931/3903-260.
Serie "Menschheitsideale": Freiheit
Gleichheit
Einheit
Brüderlichkeit Gerechtigkeit
Göttliche Prinzipien
Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 2/01
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