Elche, Truthähne, Fische, Wild ...

Der Wahnsinn macht die Runde

»Was können wir jetzt noch essen?« - so fragen viele Menschen. Während die Zahl der Vegetarier steigt, versuchen viele noch auf andere Fleischsorten »umzusteigen«. Doch wohin?

In Kanada wurden 1700 Elche, die in einer Zuchtfarm gehalten wurden, wegen des Verdachts einer BSE-ähnlichen Krankheit getötet. 14 Tiere aus der Herde zeigten ähnliche Symptome wie an Rinderwahnsinn erkrankte Rinder in Europa. An wild lebenden Elchen seien noch keine Krankheitssymptome beobachtet worden - doch wer weiß, ob der Wahnsinn früher oder später nicht auch wild lebende Tiere befällt? Schließlich werden viele Felder mit Mist und Gülle gedüngt - und auf den Feldern Mitteleuropas bedienen sich häufig auch Rehe oder Hasen. Nicht wenige Jäger füttern außerdem Rehe und Wildschweine mit Tiermehl, um sie gut genährt vor die Flinte zu locken.
Der Wahnsinn des Menschen, der die Rinder befallen hat, wird möglicherweise auch auf Schweine und Geflügel übertragen. Jedenfalls schließt das deutsche Bundesgesundheitsamt eine solche Übertragung nicht aus. Bei Schafen ist eine entsprechende Krankheit (»Scrapie«) seit Jahrzehnten bekannt - bisher ging man davon aus, dass der Mensch davon nicht befallen werden könne. Dabei ist es nur logisch, dass das, was der Mensch aussendet, eines Tages wieder auf ihn zurückfällt. Schweine, Hühner und Schafe haben jedenfalls auch BSE-verseuchtes Futter erhalten, wie das britische Magazin New Scientist feststellte.

Vergessen Sie nicht: Bleiben Sie tapfer und gesund

Man hat den Eindruck, als ob die Tiere die grausame Massentierhaltung des Menschen einfach nicht mehr mitmachen. Generationen von Tieren wurden bereits durch künstliche Befruchtung gezeugt und wuchsen dann unter völlig unnatürlichen Bedingungen auf - kein Wunder, dass das Immunsystem der Tiere irgendwann erschöpft ist. Nun sterben offenbar viele lieber gleich, als nach Erlangung der »Mastreife« im Schlachthaus zu enden. Auch den Amerikanern wurde der Weihnachtsappetit gründlich verdorben: Mit Listeria-Bakterien verseuchtes Truthahnfleisch verursachte vermutlich den Tod von vier Menschen und mehrere Fehlgeburten. Etliche tausend Tonnen Truthahnfleisch wurden deshalb zurückbeordert.
Und wer nun meint, er könne auf Fisch »umsteigen«, der »unterliegt womöglich einem Irrtum«, so Focus (Nr. 2/02): Die Europäische Union hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass Fische aus der Nord- und Ostsee stark mit Dioxinen verseucht sind. Aus diesen Fischen wird, soweit sie nicht direkt verzehrt werden, Fischmehl hergestellt, das wiederum an Karpfen und Forellen verfüttert wird. So landet das Gift, das der Mensch aussendet, wieder auf seinem Teller.


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 2/01

 


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