Von Päpsten und Exzellenzen
Hitzerekorde
Steuergelder für Knochenbrecher
Haie sterben qualvoll
Spitze im Waffen-Export
Vulkane: Tickende Zeitbomben


Von Päpsten, Bischöfen und Exzellenzen

Was sie sagen - was sie tun ...

Der Jahresbeginn ist traditionell eine Zeit, in der die Politiker und die Kirchenoberen vollmundig zu den Problemen der Welt Stellung nehmen. Doch halten sie sich an ihre eigenen Aussagen?

Papst Johannes Paul II. beklagte zu Weihnachten Krieg und Gewalt sowie die Ausgrenzung von Menschen in der ganzen Welt. Er warnte vor einer »Kultur des Todes«, in der Menschen versuchten, sich »zum Schiedsrichter über das Leben zu machen«. Er beklagte das Schicksal misshandelter und verlassener Kinder. Schließlich forderte er einen Schuldenerlass für die Dritte Welt.

 > Derselbe Papst hat im vergangenen Jahr einen seiner Vorgänger, Papst Pius IX., selig gesprochen, der als ausgesprochener Antisemit die Juden in Rom ausgrenzte und schikanierte. Jedes Jahr werden Kinder von katholischen Priestern sexuell missbraucht. Die Kirche hat über Jahrhunderte bis heute eine »Kultur des Todes« gepflegt, indem sie Reliquien verehren lässt. Sie hat sich zum »Schiedsrichter über das Leben« aufgespielt, indem sie den Tod von Millionen Menschen verursacht hat, sei es in Kriegen, die von ihr gerechtfertigt wurden, sei es in Hexenverbrennungen, in der Inquisition oder bei der Eroberung Amerikas. Was den Schuldenerlass betrifft, so könnte die Kirche mit gutem Beispiel vorangehen und die Reichtümer zurückgeben, die sie den im Namen ihres Gottes eroberten Ländern geraubt hat.

Der lutherische bayerische Landesbischof Johannes Friedrich warnte zu Weihnachten vor einer »Beschädigung des Menschenbildes« im Zusammenhang mit der Genmanipulation. Sein Berliner Kollege Wolfgang Huber bekennt sich hingegen »grundsätzlich« zur Genforschung, warnt nur vor Missbrauch.

 > Keine der beiden Kirchen hat sich bis heute eindeutig gegen die Manipulation der Gene ausgesprochen. Das Menschenbild Luthers, von dem sich die evangelische Kirche bis heute nicht distanziert hat, ist zutiefst menschenverachtend und demokratiefeindlich, denn es spricht dem Menschen den freien Willen ab: Nach Luther hat Gott die Menschen entweder zum Bösen oder zum Guten vorherbestimmt. Eigene Anstrengungen des Menschen seien daher nicht möglich.

Der Augsburger Bischof Dammertz warnte vor einer »Verkitschung des Weihnachtsfestes und einer Verdrehung der weihnachtlichen Bräuche«.

 > Die Kirchen waren es, die das Weihnachtsfest über Jahrhunderte verkitscht haben. Im Gegensatz zum Revolutionär Jesus von Nazareth sagt ein Kindlein in der Krippe keine unangenehmen Worte gegen die Schriftgelehrten und fordert nicht zur Nachfolge auf. Die zahlreichen Weihnachtsbräuche haben mit dem ursprünglichen Christentum nichts zu tun, sondern sind samt und sonders Übernahmen aus dem Heidentum - siehe dazu die Broschüre: Von der Wiege bis zur Bahre - Praktiken der Kirche, gegen Einsendung von 2,50 € in Briefmarken bei der Redaktion zu bestellen. (siehe auch www.das-weisse-pferd.com/inhalt/kirchliches_heidentum.html).

Der Kölner Kardinal Meisner hob im Zusammenhang mit der Abtreibung hervor, dass die Kirche »die letzte Lobby des gefährdeten Lebens« sei.

 > Die Kirche verteidigt zwar das ungeborene Leben, doch sie rechtfertigt bis heute die Zerstörung des geborenen menschlichen Lebens »als letztes Mittel« im Krieg - und sie rechtfertigt die millionenfache Auslöschung tierischen Lebens in Schlachthäusern und Tierversuchslabors.

Das katholische Kloster Münsterschwarzach bei Würzburg rühmt sich in einem Artikel in der Main-Post einer »Landwirtschaft in Harmonie mit Mensch und Natur«. Die Wahrung der Natur und die Gesundheit des Menschen sei dort wichtiger als jeder Profit. Einer der Mönche sieht sich »in Harmonie mit Gott und der Natur«, weil sie Ertragseinbußen in Kauf nehmen würden.

 > Im selben Artikel steht zu lesen, dass die Mönche nur einen Teil ihrer Kulturen nach ökologischen Kriterien bewirtschaften. Sie verwenden noch »Pflanzenschutzmittel«, also Agrargifte, versuchen diese lediglich »einzuschränken«. Sie halten Tiere, und zwar im herkömmlichen Stil - die Spezialität ist »unsere Dosenwurst«. - In Harmonie mit Gott und der Natur?
 


Hitzerekorde

Das Jahr 2000 war das wärmste des vergangenen Jahrhunderts. Es übertraf mit einem Jahresmittelwert von 9,9 Grad das bisherige Rekordjahr 1994 um 0,2 Grad. Viele Zugvögel waren von dem zu milden Herbstwetter so irritiert, dass sie gar nicht wegzogen.
[Aktuell: Der Winter 2006/2007 ist der wärmste seit 1880.]


Steuergelder für Knochenbrecher

Immer wieder wird über die grausamen Tiertransporte berichtet, mit denen vor allem Rinder aus Europa in den Nahen Osten verfrachtet werden. Die Bilder von Stieren mit gebrochenen Beinen, die an einem Ladekran an einem Bein hängend oder mit einem Gabelstapler auf ein Schiff geworfen werden, sind seit Jahren bekannt - geändert hat sich nichts. Der Tierfilmer Manfred Karremann zeigte solche Bilder 1991, 1996 - und im Jahr 2000 (Stern-TV, 13.12.2000). Die Europäische Union zahlt nach wie vor etwa 500 Mark Subventionen für jedes exportierte Rind - deshalb darf auch keines zurückbleiben! Die Exporte nehmen sogar zu. Karremann filmte einen Stier, der sich drei Beine gebrochen hatte und mit dem vierten in einem libanesischen Schlachthof zur Schlachtstelle robben musste. Der Libanon verfügt über keine Kühlhäuser, deshalb kann er keine bereits geschlachteten Tiere kaufen. Immer mehr Tierschützer fordern, Transporte von Vieh außer bis zum nächstgelegenen Schlachthof ganz zu verbieten - und natürlich alle Subventionen für Knochenbrecher sofort zu streichen.


Haie sterben qualvoll

Jedes Jahr werden rund 100 Millionen Haie von Menschen getötet - meist auf qualvolle Weise. Man schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Flossen ab, die wegen der aus ihnen gemachten Suppe sehr begehrt sind, und lässt sie dann einfach wieder ins Meer gleiten, wo sie elend zu Grunde gehen.
Haie sind mit 400 Millionen Jahren eine der ältesten Tierarten auf dieser Erde. Als »Aufräumer« erfüllen sie eine wichtige Funktion für das Gleichgewicht der Arten. Nun sind sie vom Aussterben bedroht.
Mit der Grausamkeit des Menschen kann es kein Tier aufnehmen, so wie es bereits bei dem antiken Dichter Sophokles heißt: »Es gibt viel Schreckliches. Nichts aber ist schrecklicher als der Mensch.«
Filmtipp: http://www.sharkwater.de/


Spitze im Waffen-Export

Deutschland hat seine Rüstungsexporte von 1,3 Milliarden DM (1998) auf 2,8 Milliarden DM (1999) mehr als verdoppelt und ist damit nach den USA, Russland und Frankreich der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. Kritisiert wurde dies ausgerechnet von den großen Kirchen - die bis heute Kriege »als letztes Mittel« befürworten.



Vulkane: Tickende Zeitbomben

Unter dem amerikanischen Yellowstone-Nationalpark liegt ein Riesenvulkan, der ungefähr alle 600.000 Jahre ausbricht. Der letzte Ausbruch liegt etwa 600.000 Jahre zurück.
In einer solchen »Caldera« werden riesige Magmamassen angestaut, die sich dann plötzlich entladen. Die Magmakammer unter dem Nationalpark ist 40-50 km lang, 20-30 km breit und 10 km hoch. Sie liegt damit unter der Hälfte des Gebietes. Seit einigen Jahren hebt sich der Erdboden.
Ein Ausbruch eines solchen Vulkans hätte verheerende Folgen. Das Weltklima würde sich wegen der Verdunklung und der Verunreinigung der Atmosphäre auf Jahre hinaus erheblich abkühlen. Vor etwa 70.000 Jahren explodierte der Vulkan Tomba auf Sumatra. Etwa zeitgleich - vor 70.000 bis 80.000 Jahren - verringerte sich die damals auf der Erde lebende Menschheit auf einen Bruchteil (Arte, 27.12.2000).
Die Erde, auf der wir leben, ist als Lebensbasis unsicherer, als mancher denkt. Viele wissen jedoch, dass der Planet Erde nicht unsere wahre Heimat ist, sondern dass diese in uns selbst liegt. Wir finden sie, wenn wir den »Vulkan« unseres Egos, das Aufbrausende, Gehässige, das Gegeneinander umwandeln - mit der Hilfe des Christus Gottes in uns.


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 2/01


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