Klimaerwärmung 
lässt George W. Bush kalt

Es ist erst wenige Wochen her, dass uns die UN-Klimakonferenz in Genf mit einer bestürzenden Nachricht konfrontierte: Der Klimawandel vollzieht sich weit schneller als wir ursprünglich annahmen, und sie wird im laufenden Jahrhundert bis zu 5,6 Grad Celsius betragen können.
Millionen von Menschen in den Küstenregionen sind in Gefahr, Krankheiten durch verseuchtes Trinkwasser breiten sich aus und in bereits trockenen Gegenden - vor allem in Asien - sind ganze Ernten bedroht. Eine der Hauptursachen des Treibhauseffektes ist das Kohlendioxid (CO2). Seit Jahren versucht man deshalb auf internationalen Konferenzen, dessen Emissionen einzudämmen. Der amerikanische Präsident George W. Bush hat sich nun zum Gegenteil entschlossen, obwohl er im Wahlkampf noch versprochen hatte, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. In einem Brief an den Senat nahm er dieses Versprechen zurück, weil damit höhere Energiepreise verbunden wären. Im übrigen sei nach amerikanischem Recht Kohlendioxid kein Schadstoff.
Die Entscheidung des Präsidenten torpediert die gesamte Klimapolitik der Industriestaaten. Diese hatten sich 1997 in Kyoto zu einer wesentlichen Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes verpflichtet. Die Vereinigten Staaten hatten das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Nunmehr wurde ihm der Todesstoß versetzt. Die Lemminge beschleunigen den Marsch in den Abgrund.


Begann der Krieg mit einer Lüge?

Dass für den Krieg der Nato gegen Serbien im Jahr 1999 die westlichen Politiker ein wenig nachgeholfen haben, um der Bevölkerung die Bomben auf Belgrad akzeptabel zu machen, war bekannt. Neu war, dass im deutschen Fernsehen (ARD, 8.2.2001) in einem eigens dafür produzierten Film einige Unwahrheiten aufgelistet wurden, die der noch immer amtierende deutsche »Verteidigungsminister« Scharping in diesem Zusammenhang verbreitete. So hatte er von einem »Massaker an der Zivilbevölkerung« in Rugovo (Kosovo) gesprochen, obwohl es sich nach Beobachtern vor Ort eher um ein Scharmützel zwischen serbischer Armee und kosovarischen Untergrundkämpfern handelte. Er hatte die Meldung von einem serbischen KZ im Stadion der Kosovo-Hauptstadt Pristina verbreitet, obwohl selbst neben dem Stadion wohnende Kosovo-Albaner davon nichts wissen. Oder er hatte einen »Hufeisenplan« angeführt, nach dem die jugoslawische Armee angeblich schon vor dem Krieg gegen kosovarische Dörfer vorging. Doch Beweise für die Existenz eines solchen Planes fehlen auch zwei Jahre danach noch.
Und was geschah nach diesem Film? War die Öffentlichkeit empört über den zumindest fahrlässigen Umgang eines Ministers mit der Wahrheit? Weit gefehlt: Die Autoren und der ausstrahlende Sender gerieten unter Druck. Die Presse schwieg fast einhellig zu diesem Film. Erst mehrere Wochen später unternahm der Spiegel den Versuch, einige der Argumente des Films zwar nicht zu entkräften, aber zu relativieren. So habe es unter den Toten von Rugovo auch einige Zivilisten gegeben.

Auch ein Zeichen der Zeit: Wer schweigt, macht sich mitschuldig - und fördert die Wiederholung.


3 Mütter, 2 Väter...

Jayzee Buzzanca aus Kalifornien hat eine genetische, eine biologische und eine soziale Mutter sowie einen genetischen und einen sozialen Vater. Damit ist sie keineswegs ein Einzelfall. Immer mehr Ehepaare, die selbst kinderlos sind, beschreiten diesen bequemen Weg: Eine »gespendete« (in Wirklichkeit: gekaufte) Eizelle (der genetischen Mutter) wird mit einer ebenfalls gekauften Samenzelle (des genetischen Vaters) befruchtet und einer »Leihmutter« (der biologischen Mutter) eingesetzt. Das auf diese Weise entstandene Kind wächst dann bei seinen »sozialen« Eltern auf. Und das Kind? Wie wird es später einmal seine Identität finden?


Politiker denken um ...

Der schwedische Ministerpräsident Persson hat öffentlich verkündet, er esse weniger Fleisch, seit ihm das Leiden von Schlachttieren bewusst geworden sei. Das brachte ihm große Zustimmung aus der Bevölkerung ein. Allerdings muss er sich jetzt warm anziehen: Die Agrar- und Lebensmittelindustrie hat bereits gegen diese »Verunglimpfung eines ganzen Gewerbes« protestiert.


Ökosysteme auf der Kippe

An einem »ökologischen Scheideweg« stehe die Erde, so das Worldwatch-Institut in seinem Jahresbericht für das Jahr 2000. Zahlreiche Ökosysteme stehen »auf der Kippe«. Die arktische Eiskappe sei seit den fünfziger Jahren um etwa 40 Prozent dünner geworden. Ein Viertel der Korallenriffe sei durch die Erwärmung der Ozeane bereits abgestorben.


Ursachen & Wirkungen ...

Opferlamm schubst Eigentümer vom Dach
Ein in Kairo auf einem Hausdach gehaltenes Schaf, dem ein Ende als Opferschaf bevorstand, hat seinen »Eigentümer« vom Dach gestoßen, als dieser es gerade füttern wollte. Der Mann wurde mit Knochenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb.

Wilderer verbrennt sich durch eigene Kugel
Beim dem Versuch, einen auf einer Hochspannungsleitung sitzenden Fasan zu schießen, hat ein Wilderer in Ungarn schwere Verbrennungen erlitten. Die elektrische Spannung verfolgte im Nebel den Weg der Kugel zum Jäger zurück und entlud sich in einem Stromstoß.

Schweine bissen Bauern
Sechs Schweine haben in Rumänien einen Bauern fast zu Tode gebissen. Die wild gewordenen Masttiere brachen dem 67-Jährigen den Schädel, bissen ihm ein Ohr und einen Hoden ab. Stall säubern war bei den Borstentieren offenbar alles andere als beliebt: Als der Landwirt mit der Forke anrückte, griff ihn eines der Schweine an und warf ihn zu Boden. Fünf weitere Schweine stürzten sich auf ihn und der Mann verlor das Bewusstsein. 


Die Krone der Schöpfung hat weniger Zacken als erwartet

Die Jahrtausend-Nachricht war die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Endlich hielt man den Bauplan der Krone der Schöpfung in Händen. Doch als man hinschaute, machte sich Ernüchterung breit: Der Homo Sapiens hat nicht 100.000 Gene, sondern lediglich 30.000 - etwa so viel wie eine Fliege. Die Hälfte seiner Gene zeigt Ähnlichkeiten mit denen der Hefe; 95 % ähneln den Genen der Mäuse. Der Physiker und Chef des Forschungszentrums Karlsruhe, Manfred Popp, stellt in der WELT vom 15.3.2001 hierzu fest: 
»Wir werden wohl noch lange nachzudenken haben über die Ergebnisse dieser Entdeckungen, die durchaus den Stoff für eine Krise der Naturwissenschaften bergen. Aber zwei Schlussfolgerungen scheinen mir heute schon möglich und wichtig zu sein: Aus der hohen Übereinstimmung des Bauplans der Wirbeltiere muss eine neue Definition unseres Verhältnisses zu diesen Tieren abgeleitet werden, die uns offensichtlich viel ähnlicher sind, als es die bisherige Einstufung als Sache oder Ware widerspiegelt. Dürfen wir 1,2 Millionen Rinder «»vom Markt nehmen«, nur um den Rindfleischpreis vor weiterem Verfall zu bewahren, wie das die EU-Kommission jetzt vorhat? Hat unser wachsender Ekel vor dem Steak seine Ursache vielleicht nicht nur in der BSE-Krise, sondern auch in dem heraufdämmernden Bewusstsein, wie nahe unser Fleischverzehr im Lichte der neuen Erkenntnisse an Kannibalismus heranreicht?«


BSE-Risiko auch bei Muskelfleisch!

Der Schweizer Molekularbiologe Markus Moser hat davor gewarnt, das Muskelfleisch geschlachteter Tiere als gänzlich BSE-frei einzustufen. Beim Schlachten könne verseuchtes Gewebe durch den Sprühnebel beim Zersägen oder durch das Blut des sterbenden Tieres in alle Körperteile gelangen. Es bestehe nur dann kein Risiko, wenn man ganz auf den Verzehr von Rindfleisch verzichte.


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 4/01

 


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