Woher kommt das Sein?

Die Evolution des Lebens

Von den Blaualgen zum Menschen - alles nur Zufall? Die Entstehung des Lebens in den geistigen Naturreichen. Hat sich Darwin geirrt? Was bringt das Leben voran?

Als Napoleon den berühmten Mathematiker und Physiker Pierre Laplace fragte, warum er in seinem Werk über die Entstehung der Planetensysteme Gott nicht erwähnt habe, antwortete der Gelehrte stolz: »Sire, ich bedurfte dieser Hypothese nicht.« Und als der englische Nobelpreisträger Peter Medawar vor einigen Jahrzehnten gefragt wurde, ob er an Gott glaube, soll er lakonisch geantwortet haben: »Natürlich nicht, ich bin ein Wissenschaftler.« Gelehrsamkeit und Nobelpreise schützen offenbar nicht vor Beschränktheit, denn um nichts anderes handelt es sich, wenn die Hohenpriester der Wissenschaft glauben, sie könnten mit ihren Mikroskopen die Entstehung der Welt und des Lebens vollständig erklären: die in Sekundenbruchteilen erfolgenden Millionen chemischer Umsetzungen auf der Ebene der Moleküle ebenso wie die grandiose Höherentwicklung des Lebens von den Blaualgen über die Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen. So falsch es war, die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich zu nehmen, und so borniert, naturwissenschaftliche Erkenntnisse durch kirchliche Dogmen zu verbieten, so kurzkurzsichtig ist es, die Realität auf das zu reduzieren, was in den Mikroskopen der Biologen oder den Fernrohren der Astronomen sichtbar wird.

Wissenschaftliche Scheuklappen

Dieses Denken trat im 16./17. Jahrhundert mit Galilei und Newton seinen Siegeszug an und erschütterte den Glauben an Gott und den Geist. Letzterer schnurrte durch die Philosophie Descartes zum Intellekt im Kopf des Menschen zusammen: »Ich denke, also bin ich.« Der Rest war nichts als Materie, einschließlich der Tiere, die Descartes als lebende Maschinen einstufte. Zur weiteren Station auf dem Weg in den Materialismus wurde im 19. Jahrhundert die Lehre Darwins (1809-1882): Von den kleinsten einzelligen Bakterien bis zum Menschen sollen sich die Arten des Lebens allein auf Grund von zwei Prinzipien entwickelt haben: durch die zufällige Veränderung (Mutation) der Erbmoleküle und durch die natürliche Auslese (Selektion) der bei der Anpassung an die Umwelt erfolgreicheren Veränderungen. Von den im Überfluss entstehenden, zunächst nur geringfügig voneinander abweichenden Arten überleben diejenigen, die mit der Umwelt am besten fertig werden (»survival of the fittest«). Aus diesem Überlebenskampf soll sich im Lauf der Jahrmilliarden und -millionen der Artenreichtum des Lebens entwickelt haben. Die Darwinsche Evolutionstheorie sah sich in den letzten 150 Jahren durch paläontologische und biologische Erkenntnisse bestätigt und ist das heute herrschende, aber keineswegs unumstrittene Deutungsmuster der Entstehung des Lebens und der Höherentwicklung der Arten. Doch warum haben diese nicht nur überlebt, sondern sich höher entwickelt? Kann es sich wirklich nur um reines Zufallsgeschehen biologisch-materieller Kausalitäten handeln? Oder steckt eine »Lebenskraft« oder ein »Geist« dahinter, der aus den ersten Aminosäuren Einzeller bildete, aus diesen Moleküle und aus diesen wieder Organismen, um immer höhere Lebewesen hervorzubringen? Alle diese Fragen sind bis heute ungelöst. Dabei sind sie von praktischer Bedeutung für das Leben eines jeden von uns: Sind wir nur Spielball eines materialistischen Gen-Roulettes, Produkt aus Zufall und Notwendigkeit, wie ein Nobelpreisträger verkündet , dann bleibt der Sinn unseres irdischen Daseins dunkel und die Freiheit unseres Handelns zerrinnt zwischen einigen Mutationssprüngen. Wir mögen uns dann zwar als Nachkommen der Sieger der Evolution brüsten und vielleicht den »Kampf ums Dasein« zur Richtschnur unseres Lebens machen, aber für höhere Werte scheint nur mehr wenig Raum zu bleiben.

Ein Lichtquell im Nebel

Was wäre in einer solchen Situation hilfreicher als eine neue Erkenntnisquelle, die von anderer Art ist, als die durch »Mutation und Selektion« entwickelten Wahrnehmungsmöglichkeiten zum Zweck besseren Fortkommens in Raum und Zeit?! Es müsste ein Lichtstrahl gewissermaßen »von außerhalb« sein, der uns Zusammenhänge und Dimensionen sichtbar macht, die wir im Dunkel unserer materiellen Existenz nicht sehen. Alle großen Weltreligionen gehen davon aus, dass dies mitunter geschieht; dass die geistig-göttliche Welt für erleuchtete Menschen und große Propheten zugänglich wird, indem die Mauer der irdischen Existenz durchlässig wird für das Licht des Geistes; dass sich dieses im Inneren der geläuterten Persönlichkeit des Propheten zu Worten artikuliert, mit denen er die göttliche Botschaft seinen Mitmenschen übermitteln kann. Nach der Überzeugung der Urchristen im Universellen Leben geschieht dies heute wieder, wie schon des öfteren in großen Zeitenwenden. Ein hohes Geistwesen ist in einer Frau mit dem Namen Gabriele inkarniert (siehe http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/die-prophetin.html), der die Kommunikation mit der göttlich-geistigen Welt möglich wurde und durch die in den letzten 25 Jahren ein großes Offenbarungswerk entstand. Auch von der Entstehung des Kosmos, der Geburt der Erde und der Entstehung von Mineralien, Tieren, Pflanzen und Menschen ist darin die Rede. 

Am Ostersonntag des Jahres 2001 sprach Gabriele in einem Vortrag über das durch sie der Menschheit übermittelte Offenbarungswissen zu dem Thema Naturwesen. Woher kommen sie? Was tun sie? Was ist ihre Weiterentwicklung? Wer waren wir, und wer sind wir in Gott? Bereits nach wenigen Sätzen verließ sie den engen Bewusstseinshorizont von Zeit und Raum und ließ ihre Zuhörer am geistigen Werdegang unseres wahren Wesens teilhaben. Manche ihrer Aussagen zeigen, wie kurzsichtig unsere Wissenschaft ist, wenn sie sich auf materielle Vorgänge fixiert, obwohl der geistige Hintergrund oft mit Händen zu greifen ist. Das gilt auch für Darwins Evolutionstheorie.

Wie im Himmel, so auf Erden

Als Wichtigstes erfahren wir über die Natur, dass sie nicht nur in unserer irdischen Welt existiert, sondern dass es auch geistige Naturreiche gibt, und zwar in einer Entwicklung und Stufenfolge, wie wir sie von unserer Erde kennen: Die Fruchtbarkeitsatome entwickeln sich in Kollektiven. Sie nehmen als erstes die Formen des geistigen Mineralreiches an. Sodann setzt sich ihre Evolution fort über Pflanzen- und Tierformen. Geistige Tiere z. B. gibt es - wie in der irdischen Natur auch - in großer Vielfalt, von einfachsten Tierformen, den Kleinstlebewesen, bis hin zu hoch entwickelten Tieren, deren Geistkörper bereits eine differenzierte Partikelstruktur aufweist. Bei materiell eingekleideten Tierformen sprechen wir dann von Teilseelen. Kleinstlebewesen sind, sowohl im Himmel als auch auf der Erde, in Kollektive eingebunden. Aus den hoch entwickelten Tierformen der geistigen Welt entwickeln sich sodann Naturwesen, die schließlich, wenn es durch die entsprechende geistig-kosmische Einstrahlung angezeigt ist, zur Kindschaft Gottes erhoben werden. Dies geschieht über ein Dualpaar, zwei Geistwesen, ein gebendes und ein empfangendes Prinzip, denen das Naturwesen in der Mentalität und in den Fähigkeiten gleicht. 
Die geschilderte Verbindung von männlichem und weiblichem Prinzip, die uns auch aus unserer menschlichen Erfahrung wohlbekannt ist, macht offensichtlich, dass die Analogie zwischen Himmel und Erde nicht nur hinsichtlich der Lebensformen selbst, sondern auch hinsichtlich ihrer Entstehung gilt. Für letztere wird folgende Aussage Gabrieles von überragender Bedeutung: Nach ehernen Gesetzen beatmet der All-Geist im Äonenzyklus geistige Atome. Es sind Fruchtbarkeitsatome, die in sich die ganze Entwicklung vom geistigen Mineral bis hin zum vollkommenen Naturwesen tragen, einschließlich der Mentalität und der Fähigkeiten eines werdenden geistigen Kindes. Auch sein Name liegt schon in der ersten Beatmung.
Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen, um seine volle Bedeutung zu erahnen: Der Schöpfergott schafft Seine geistigen Kinder nicht »im Nu aus dem Nichts«, wie etwa ein Zauberkünstler Kaninchen aus der Luft holt; Er schafft auch nicht einfach ein anonymes Lebenspotenzial, aus dem sich dann geistige Individuen entwickeln; nein, Er fängt gewissermaßen jedes Mal ganz klein und von vorne an, beim Atom, dem Er das Leben für ein ganz bestimmtes Geistkind einhaucht bis hin zu allen Details des Charakters und des geistigen Namens. Und nachdem dieser göttliche Same gelegt ist, »müht« sich der All-Geist über Äonen hin um die Entstehung einer vollendeten Geistseele, deren erstes Fruchtbarkeitsatom sich im Kollektiv mit anderen zu den Formen des geistigen Mineralreichs entwickelt, dann auf der Ebene der Pflanzen und Tiere lebt, um schließlich im Durchgang durch ein Naturwesen zum vollkommenen Geistwesen zu werden. Ein Teil dieses Evolutionsweges ist auch in der irdischen Stufenfolge des Lebens erkennbar.

Darwins Irrtum

Doch wie verhält es sich mit dem Urgrund des irdischen Lebens? Dass auch dieses »klein anfängt« ist unverkennbar; aber gibt es auch hier so etwas wie einen Bauplan, der von Anfang an feststeht? Bis vor kurzem hätten bei dieser Frage die Naturwissenschaftler, in aller Regel Darwinisten, nur milde lächelnd abgewunken. Doch seit zwei Jahren ist das nicht mehr ganz so selbstverständlich. Forschungen der Molekularbiologie ergaben nämlich, dass die Baupläne allen Lebens und aller Arten bereits in den wenigen Genen der einfachsten Lebewesen des ersten Anfangs enthalten waren - Jahrmilliarden, bevor sich die Fülle der höher entwickelten Lebensformen entfaltete. Augen z. B. wurden in allen Tieren von denselben Genen produziert, die bereits bei den schlichten Flachwürmern zur Ausbildung von Sehzellen führen. Ähnlich verhält es sich mit Beinen oder Flügeln; überall, gleich ob bei Würmern, Krebsen oder Affen, finden sich diese Gene (genannt Hox-Gene), die die Grundstrukturen der späteren Entwicklung vorprogrammierten. 
Diese Erkenntnis ist neuerdings zu einem der Haupteinwände gegen die Darwinsche Lehre geworden, nach der sich das Leben wie in einer Lotterie entwickelt haben soll - wie schon erwähnt durch zufällige Veränderungen des Erbgutes bei Fehlern von dessen Übertragung auf die Nachkommen (Mutation) und durch die Auslese (Selektion) der für das Überleben günstigen »Fehler«. Jetzt stellt sich heraus, dass es nicht die »Betriebsunfälle« des Lebens waren, die zu dessen Höherentwicklung führten - zum Auszug der ersten Lebewesen aus dem Wasser, zur Entwicklung von Würmern zu Säugetieren, zur Ausbildung immer komplizierterer Nervensysteme, in denen schließlich menschliches Bewusstsein Raum findet. Kann man die Schönheit einer Lilie wirklich nur als Produkt einer fehlerbedingten Überlebensstrategie erklären oder die prächtige Zeichnung eines Schmetterlingsflügels nur als Prämie im Kampf ums Dasein? Der »Atem des All-Geistes« in den »Fruchtbarkeitsatomen« und die daraus strömende Kraft zur Schaffung immer komplexerer und höherer Ordnungsstrukturen einschließlich der damit verbundenen Schönheit der Natur erscheint da plausibler. Die Evolution ist kein Roulettespiel, sondern das Ergebnis von »Lebenszielen«, die sich bereits regten, als sich die gemeinsamen Vorfahren von Insekten und Wirbeltieren auf den Weg des Lebens machten: als Kreaturen noch ohne Organe, ohne Blutkreislauf oder Gesichtssinn, aber dennoch bereits mit Plänen für Augen und Herz, für Flossen, Beine und Flügel.

»Stein ist nicht gleich Stein«

Eine so verstandene Evolutionstheorie muss auf Gott ebenso wenig verzichten wie auf einen gemeinsamen Lebensbaum, aus dem die einzelnen Arten und Lebensformen wie Äste hervorgehen. Die einzelnen Lebensformen werden im Lauf der Evolution komplexer und zu Trägern von »Teilseelen«, wie wir hörten. Es ist, als ob sich in Jahrmilliarden in irdischer Gestalt und Unvollkommenheit wiederholt, was in Äonenzyklen im Himmel in geistiger Gestalt und Vollkommenheit entstanden war - bis hin zu vollkommenen Geistwesen, deren Evolution sich immer dann vollzieht, wenn ein vollkommenes Naturwesen den letzten Schritt zum Geistwesen tun darf. Die ersten Formen, die ein Naturwesen andeuten, gleichen noch einer Tierform, obwohl sich der Körper schon aufrichtet, sich also auf zwei Beine stellt. Auch hier sehen wir also den Übergang von der Tier- zur Menschengestalt, wie wir sie aus der irdischen Evolution kennen.
Das Leben durchströmt alles Sein. Es gibt nichts, was nur »Materie« ist. Hören wir, was Gabriele dazu sagte: Mineral ist nicht Mineral, oder: Stein ist nicht gleich Stein. Jeder Stein ist eine Wesenheit für sich; er klingt anders, strahlt anders als ein weiterer, der ihm, wie wir glauben, zum Verwechseln ähnlich sieht. Wir Menschen nehmen nur einen Stein wahr, doch in jedem Stein können schon unzählige Bewusstseinskräfte entwickelt sein, die das Mineral ausstrahlt. Man könnte auch sagen: Alles Sein ist Bewusstsein. Wenn wir uns vorstellen, dass alles Leben beseelt ist und dass die ganze Schöpfung von der Kommunikation mit dem All-Geist lebt, bekommt unser Weltbild neue Dimensionen. Es trifft sich übrigens mit Gedanken von Platons Philosophie über die Weltseele. Und es trifft sich auch mit dem Weltbild großer Physiker des 20. Jahrhunderts. Wissenschaftler wie Einstein, Max Planck und Heisenberg gingen davon aus, dass unsere Welt in Wirklichkeit nicht aus Materie besteht, sondern aus einem Energiefeld, das letztlich Geist ist.

Geistige Elementarkräfte

In den Darlegungen Gabrieles ist auch eine Aussage darüber enthalten, welcher Art die Kräfte sind, die die geistige Evolution bewirkten. Von den vier Schöpfungskräften Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst ist die Rede, die man auch als Elementarkräfte bezeichnen könnte. Sie atmen ihre Kraft in die Lebensformen der Kollektive. Außerdem ist von der Urzentralsonne und den sieben geistigen Prismensonnen die Rede. Schließlich von den drei Kindschaftssonnen, die die ausgereiften Naturwesen zur Eingeburt in die Kindschaft Gottes vorbereiten. Diese Hinweise knüpfen an Zusammenhänge an, die auch in verschiedenen Offenbarungstexten enthalten sind. Die Grundkräfte der Schöpfung sind nicht einfach »Geist« oder »Lichtäther« oder eine andere unbestimmte Energie, sondern bestimmte geistige Qualitäten, nämlich Ordnung, Wille, Weisheit, Ernst, Geduld, Liebe und Barmherzigkeit. Diese Qualitäten des All-Geistes sind in Seiner Manifestation in Gestalt des Ur-Vaters zu dessen »Wesenheiten« und »Eigenschaften« geworden, wie es in den Offenbarungsaussagen heißt.
Es ist tröstlich, sich vorzustellen, dass die göttlichen Schöpfungskräfte solcher Art sind. Der Philosoph Platon ahnte es bereits, als er seine Ideenlehre vom Guten, Schönen, Gerechten und anderen Idealen als »Wesenheiten« des Seins entwickelte; die Gottesprophetin Gabriele bestätigt die frühe Ahnung und konkretisiert die geistige Struktur der Schöpfung. Was die geistige Schöpfung prägt, ist auch im Irdischen wirksam: Wir haben bereits festgestellt, dass die Entwicklung des Lebens auf dieser Erde nicht nur von physikalischen Kausalitäten vorangebracht wurde, sondern von Evolutionsprogrammen. Jetzt kennen wir den Charakter dieser Entwicklungsziele, die auch im Naturgeschehen noch erkennbar sind - etwa in der zunehmenden Ordnung und Komplexität, die mit der Evolution verbunden sind; oder in dem Willen des Lebens, sich auf jeden Fall zu entfalten; oder in der Weisheit und genialen Schlichtheit der natürlichen Ordnung der Naturgesetze; oder in der Sparsamkeit und Konsequenz, also dem Ernst, mit dem die Natur mit ihren Kräften umgeht, so lange sie der Mensch und das Fallgeschehen dabei nicht stören.

Die Evolution im Inneren

Und wie sieht es mit den »Kindschaftseigenschaften« Geduld, Liebe und Barmherzigkeit aus? Sie müssten sich im Menschen widerspiegeln. Damit kommen wir zur ethischen Dimension der Schöpfungslehre Gabrieles. Von unserem innersten Wesen her sind wir mit allem reinen Sein durch die Allkommunikation verbunden, auch mit den Naturwesen. Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewusst. Dazu bedarf es erst der Reinigung und Durchlichtung der Seele; erst dann werden wir uns unseres wahren Wesens allmählich wieder bewusst. Der Philosoph Plotin (204-269), ein Geistesverwandter Platons, hatte das bereits intuitiv verspürt, als er lehrte, dass die Seele sich von ihrem Abfall von Gott wieder erlösen müsse und dass ihr dieser Aufschwung möglich ist, weil sie in ihrem Innersten etwas Göttliches besitzt. Gabriele bestätigt die Richtigkeit dieser Lebensphilosophie mit den Worten: Erst wenn wir rein geworden sind, wenn unser geistiger Leib wieder im vollkommenen Kleid des Seins strahlt, können wir in das ewige Reich zurückkehren, in die ewige Heimat, die wir als reine Wesen verkörpert haben und tief in unserer Seele verkörpern.
Der Philosoph von einst hatte den Gedanken an das Ziel; der Prophet von heute lehrt nicht nur das Ziel, sondern auch den Weg. Es ist ein Weg des Inneren, auf dem sich der Mensch mit Hilfe der Erlöserkraft des Christus-Gottes anhand der Maßstäbe der 10 Gebote Mose und der Bergpredigt des Jesus von Nazareth von seinem Allzumenschlichen befreien kann, um wieder zum Kind Gottes zu werden, das die ganze Unendlichkeit in sich trägt und mit allen Aspekten des Seins in Kommunikation steht. Es ist ein Weg, den der Gottes-Geist durch Seine Prophetin in einer Mysterienschule des inneren Christentums lehrt und der praktische Hilfen für das innere und äußere Leben des Menschen bietet, Hilfen, um ein glücklicheres und freieres Leben zu führen. Es ist ein Weg der Tat, der zum Frieden unter den Menschen führt, in dem Bewusstsein, dass wir alle Kinder Gottes sind. Es ist ein Weg, der zum Frieden mit den Tieren führt in dem Bewusstsein, dass Mensch und Tier vom selben Atem durchströmt sind, dem Odem Gottes. (Matthias Holzbauer)


Fragen an Darwin

Auch wenn bis heute das Grundgebäude des Darwinismus von der Mehrheit der Wissenschaftler nicht in Frage gestellt wird, so wurden doch eine ganze Reihe von Einwänden vorgebracht, die zumindest zum Nachdenken anregen:

Bis heute wurden keine eindeutigen Zwischenformen entdeckt, die in der Evolutionsgeschichte die Übergänge von Fischen zu Amphibien, von Amphibien zu Reptilien, von Reptilien zu Vögeln und Säugetieren belegen könnten. Auch der berühmte fossile »Urvogel« (Archäopterix), angeblich eine Übergangsform zwischen Reptil und Vogel, könnte genauso gut ein Vogel gewesen sein, der wie ein Reptil über Zähne und bewegliche Krallenglieder an den Flügeln verfügte – auch heute gibt es Vögel, die beides aufweisen.

Nachweisen lässt sich Evolution jedoch innerhalb bestimmter Tierarten oder »Grundtypen« von Arten (so nennt sie Prof. Scherer aus München in Junker/Scherer, Evolution), die sich an bestimmte Lebensräume anpassen. Das berühmteste Beispiel sind Darwins Finkenarten, die sich auf den Galapagos-Inseln unterschiedlich entwickelten – sie blieben aber alle Finken. Karibische Kleinleguane, die Forscher auf einer anderen Insel aussetzten, entwickelten schon nach wenigen Generationen kürzere Beine – weil es auf der neuen Insel im Gegensatz zu ihrem bisherigen Lebensraum kaum Bäume, dafür aber umso mehr Sträucher und Gräser gab (Bild der Wissenschaft Nr. 8/00).

Neben dem Kampf ums Dasein (»struggle for life«) gibt es in der Natur mindestens ebensoviel Kooperation. Die amerikanische Biologin Lynn Margulis arbeitete heraus, dass Kommunikation und Kooperation für das Überleben einer Art lebensnotwendig und Erfolg versprechender sind als der Kampf.

Darwin war der Auffassung, dass jede Tierart sich ungehemmt vermehren will. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass es durchaus so etwas wie eine Selbstregulation bei der Geburtenzahl der Tiere gibt. Werden sie z. B. stark bejagt, so vermehren sie sich stärker, als wenn man sie in Ruhe lässt. Der Journalist Eichelbeck merkt an, es gebe streng genommen nur zwei Organismen, die im Sinne Darwins ihre Vermehrung auf Kosten aller anderen Organismen durchführten: die Krebszelle und der Mensch.

Darwin ging davon aus, dass ständig neue Arten entstehen müssten. Weshalb haben sich dann aber bestimmte Arten wie die Quastenflosser oder der Gingko-Baum seit mehreren hundert Millionen Jahren nicht verändert? Gleichzeitig tauchten in ihren Lebensräumen zahlreiche neue Arten auf.

Dass sich organisches Leben aus unbelebter Materie entwickelt hat, ist trotz zahlreicher »Ursuppen«-Experimente nur äußerst bruchstückhaft nachgewiesen. Bereits Einzeller sind bisweilen höchst komplizierte und ausgefeilte Organismen, haben z. B. »Motoren« mit einer Geißel als Antriebswelle, mit Widerlagern, Steuerungselementen, Treibstoff. Wie soll das per Zufall entstanden sein?

Ähnliches gilt für den unendlichen Reichtum der Natur, etwa für die Fülle der von der Natur entwickelten »Werkzeuge« bei Tieren - Scharnier- und Kugelgelenke, verschiedenste Klebstoffe, Bohrer, Zangen, leuchtende Zellen, faltbare Flügel, Webapparate für meterlange Spinnenfäden ... Bei der Entwicklung der langen Beine und des langen Halses der Giraffe aus einem niedrigeren »Vorläufer« (der unbekannt ist) hätten sich mindestens drei Merkmale »zufällig« gleichzeitig herausbilden müssen: die längeren Beine, der längere Hals und eine Klappe, die das Blut auch bei extrem niedriger oder hoher Stellung des Kopfes dort zurückhält – sonst erzeugte die Evolution »nicht das überlegene Kronenweidetier der Baumsavanne, sondern eine vorderlastige Missgeburt, der es unablässig schwarz vor Augen wird«, so Burkhard Müller in seinem Buch Das Glück der Tiere. Außerdem: Wenn der längere Hals bei der Selektion von Vorteil war, dann hätten doch in Dürrezeiten die jungen Giraffen als erste sterben müssen – und die weiblichen, deren Hals im Durchschnitt um 60cm kürzer ist, ergänzt Reinhard Eichelbeck (Das Darwin-Komplott).

Es ist bisher kein Fall bekannt, in welchem eine zufällige Mutation zu einer Verbesserung eines Organismus geführt hätte – sie führten eher im Gegenteil zu Deformationen oder Krankheiten. 90 Jahre lang untersuchte man die genetischen Veränderungen bei bestimmten Fliegenarten, die über eine besonders rasche Abfolge der Generationen verfügen und die man künstlich zu Mutationen anregte. Es kamen viele Missbildungen dabei heraus - doch eine neue Fliegenart entstand noch nicht.
 


Hinweis:

Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 6/01


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