|
Verheimlichte Quellen (Teil 1) Jesus war ein Freund der Tiere Jesus hat doch auch Fleisch gegessen, sagen manche, die den Fleischkonsum religiös rechtfertigen wollen. Doch Jesus gibt keine Rechtfertigung für Knackwurst und Lammbraten, auch wenn er dafür missbraucht wird, denn: Der Mann aus Nazareth und die ersten Christen waren Tierfreunde und Vegetarier. Dieses Wissen wurde in den vergangenen fast 2000 Jahren unterdrückt, verfälscht und in sein Gegenteil verkehrt. Das war ein Verrat an der Friedfertigkeit des Nazareners und führte dazu, dass das Töten und Verspeisen von Tieren im "christlichen Abendland" zur blutigen Selbstverständlichkeit wurde. Wie war es möglich, dass die Lebensweise und die Lehre des Jesus von Nazareth in einem wichtigen Punkt so entstellt wurden? Irrtümer in der Bibel
Die Evangelien der Bibel, die über das Leben von
Jesus berichten, sind nicht über Nacht entstanden, sondern im Laufe von
Jahrhunderten, in denen heftig darüber gestritten wurde, was zu den "heiligen
Schriften" gehören soll und was nicht. Hinzu kommt, dass die zur Auswahl
stehenden Texte nicht von Zeitzeugen des Nazareners stammen, sondern aufgrund
von Überlieferungen aufgeschrieben wurden. Als "Kirchenvater" Hieronymus im Auftrag von
Papst Damasus I. im 4. Jahrhundert die lateinischen Texte des Neuen
Testaments vereinheitlicht, muss er sich mit zahlreichen Widersprüchlichkeiten,
Unvollständigkeiten und unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten auseinander
setzen. Er schreibt seinem Auftraggeber, dass ihn die Nachwelt als Bibelfälscher
verurteilen werde, weil er jeweils auswählen und nach eigenem Gutdünken
entscheiden muss, was er für richtig oder falsch, für unvollständig und
ergänzungsbedürftig hält. Er habe manches hinzugefügt und manches abgeändert (siehe dazu "Der Theologe Nr. 14" -
Hieronymus und die Entstehung der Bibel). Hat Jesus ein Passahlamm gegessen?
So soll Jesus nach den Worten des Lukasevangeliums zum Beispiel gefragt haben: "Wo ist
der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Passahlamm essen kann" (22, 11)? Tausende
von kleinen Schafen wurden damals zum Passahfest "geopfert" und am Abend jedes 14. Nisan (so der israelitische Monat)
verspeist, nachdem man ihnen zuvor bei lebendigem Leibe die Kehlen durchgeschnitten hatte
(die Priester forderten diese Tötungsart des Schächtens). Dies geschah offiziell zum
"Dank" an "Gott", dass er ägyptische Familien um 1500 v.
Chr. angeblich mit dem Tod
des ältesten Sohnes bestrafte (wegen der Versklavung der Israeliten),
bei israelitischen Familien in Ägypten sich zur selben Zeit aber angeblich damit
begnügte, wenn diese ihm ein Lamm geschlachtet hatten. Doch die neutestamentlichen Erzählungen enthalten
Unstimmigkeiten. Nach der Datierung des Evangelisten Johannes war es gar kein Passahmahl.
Denn es fand nach dieser Datierung am 13. Nisan, also am Tag vor dem Passahmahl,
statt. Die Lämmchen wurden demnach erst am folgenden Tag umgebracht, kurz
nachdem Jesus hingerichtet worden war. Aus dieser Datierung leiten manche
Bibelausleger ab, dass Jesus und seine Jünger kein Passahlamm gegessen haben
können. Nach der anderen Datierung der Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas
wurde Jesus aber erst am 15. Nisan
gekreuzigt und hätte demnach das "Festessen" am Tag zuvor noch als eine Art "Henkersmahlzeit"
einnehmen können. Kurioserweise hätte er sich bei Weigerung z. B. nach 4.
Mose 9, 13 bereits deswegen das Todesurteil zugezogen (das dann am nächsten
Morgen ja den biblischen Evangelisten zufolge verhängt und kurz darauf vollzogen wurde,
da Jesus nicht abstritt, der verheißene "Christus" zu sein). Die Klugheit des Christus
In einer "Neuoffenbarung", einem Evangelium, das den Verfasserangaben
zufolge 1989 von Christus selbst durch einen Propheten offenbart wurde, stehen
dazu bemerkenswerte Details. Demnach erklärt Christus: "Weder von den Aposteln
noch von den Jüngern wurde angeordnet, ein Lamm zu schlachten [was also mit den
Angaben im Ebionäerevangelium und dem Evangelium der Zwölf übereinstimmt]. Doch sowohl Mir als auch
den Aposteln und Jüngern wurden Teile eines zubereiteten Lammes als Gabe der Liebe
gereicht. Unsere Nächsten wollten uns damit beschenken, da sie es nicht besser wussten.
Ich segnete die Gabe und begann, das Fleisch zu Mir zu nehmen. Meine Apostel und
Jünger taten es mir gleich. Anschließend stellten sie Mir sinngemäß die Frage:
Wir sollen doch vom Fleischverzehr Abstand nehmen. So hast du uns befohlen. Nun
hast Du selbst Fleisch verzehrt. Ich
unterwies die Meinen: Der Mensch soll kein Tier mutwillig töten und auch nicht das Fleisch
von Tieren verzehren, die zum Fleischverzehr getötet wurden. Doch wenn Menschen, die
noch unwissend sind, Fleisch als Nahrung zubereitet haben und es dem Gast zum Geschenk
machen und ihm zum Gastmahl reichen, dann sollte der Gast die Gabe nicht ablehnen. Denn
es ist ein Unterschied, ob der Mensch aus Gier nach Fleisch dies verzehrt oder als Dank an
den Gastgeber für seine Mühe. Der Wissende sollte jedoch, wenn es ihm möglich ist und es
die äußeren Umstände erlauben, dem Gastgeber allgemeine Hinweise geben, ihn jedoch nicht
eines Besseren belehren wollen. Wenn die Zeit reif ist, wird auch der Gastgeber diese
allgemeinen Hinweise verstehen ..." (Das ist Mein
Wort, Die Christusoffenbarung, welche die Welt nicht kennt, Verlag DAS WORT,
ISBN 3-89201-053-6, S. 809 f.,
http://www.das-wort.com/deutsch/).
"Weh euch!"
So ist es ausgerechnet der "heilige" "Kirchenvater"
Hieronymus, der hierzu Bemerkenswertes schreibt. Er
schlägt den Bogen von der Sintflut bis zum Kommen von Jesus und erklärt: "Der Genuss des
Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und
die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der Wüste dem
murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit
erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr
erlaubt ist, Tierfleisch zu essen" (Adversus Jovinianum I, 18). Der "Körper des Todes" In den von der Kirche als sehr bedeutsam eingestuften Papiasfragmenten (wörtlich "Ergänzungen der Evangelien aus der mündlichen Tradition"), entstanden ab ca. 120, erklärt Jesus weiter: "Alle Tiere, die das als Nahrung bekommen, was man von der Erde empfängt, werden friedlich und in gegenseitigem Einvernehmen leben" (Papias, ap. Irenäus V, 33, 3, 4). Hier knüpft Jesus einerseits an den Schöpfungsbericht 1. Mose 1, 29-31 an, wonach Menschen und Tiere durch die Früchte der Erde beschenkt werden und andererseits an die Friedensreich-Prophezeiung bei Jesaja 11, 6-9. Demnach gibt es also einen direkten Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und Friedfertigkeit in der Tierwelt, und so kommt es im Laufe der Zeit zu einem ganz neuen Miteinander: "Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern" (V. 6). "Und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder" (V. 7). Hier könnte der Mensch zum historischen Vorbild für so genannte "Raubtiere" werden, da er im Unterschied zu den momentanen Lebensumständen einiger Tierarten gar nicht auf Fleisch angewiesen ist und am leichtesten seine Ernährung umstellen könnte. Doch solche Stellen wie bei Papias sind den Menschen im Kirchenchristentum genauso unbekannt wie der vollständige Text des Evangeliums der Zwölf (= des Evangeliums des vollkommenen Lebens*). Dort sagt Jesus weiterhin zu seinen Jüngern: "Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Saaten der Erde" (38, 4). Ob es eine Abschrift des aramäischen Originals dieses Textes und eine antike altslawische Übersetzung im Vatikan tatsächlich gibt, wie es der Theologe Gideon Jasper Ousley sagt, konnte bis jetzt nicht abschließend geklärt werden. [Forscher gesucht! Ein wissenschaftlich fundierter Hinweis zur altslawischen Übersetzung, welche den Ursprungstext bestätigt, wäre hilfreich. Der Vatikan bzw. die Bibliothek des Vatikans haben eine entsprechende Anfrage nicht beantwortet, was allerdings eher für eine Existenz dieser Dokumente spricht.] Dies ist insofern von Bedeutung, da mancher die Echtheit einer prophetischen Botschaft anzweifelt, diese jedoch bei einer nachgewiesenen Übereinstimmung mit einem antiken Text nicht mehr ignorieren könnte.
Vergleichbar ist die Situation beim Friedensevangelium der Essener. Nach Aussagen des
ungarischen Forschers Edmond B. Székely wird eine aramäische Fassung
dieses Evangeliums im Vatikan unter
Verschluss gehalten. Nachdem er eigenen Angaben zufolge kurzzeitig Einsicht erhalten hatte,
habe er den Text wohl ebenfalls in einer Art "Innenschau" aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Demnach lehrte Jesus: "Und das
Fleisch geschlachteter Tiere in seinem Körper wird sein eigenes Grab werden. Denn wahrlich,
ich sage euch: Der, der tötet, tötet sich selbst, und wer vom Fleisch erschlagener Tiere isst,
isst vom Körper des Todes" (S. 41). Auch wenn Kritiker die Aussagen Székelys
anzweifeln oder nicht anerkennen, so handelt es sich auch hier um einen Satz, der
sich nahtlos in das Gesamtbild von Jesus einreiht, das man auch aus
wissenschaftlich gesicherten
Quellen von ihm hat. Denn Jesus setzt bei allen seinen Lehren das Gesetz von
Saat und Ernte voraus (d. h.: Was du anderen antust, wird eines Tages dir angetan
werden), und bereits die Propheten des Alten Testaments haben dabei das
Verhalten der Menschen an den Tieren mit einbezogen. So heißt es z. B. beim
Propheten Jesaja: "Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann
erschlägt" (66, 3; Übersetzung von Martin Luther). In einem anderen Zusammenhang spricht Jesus über ein Lamm, das zum Fleischverzehr getötet wurde, und leider ist der Sinn nicht sicher zu ermitteln. Nachzulesen ist die Stelle in dem bekannten, um ca. 150 n. Chr. entstandenen Thomasevangelium, das ägyptische Bauern im Jahr 1945 beim Pflügen in der Nähe von Nag Hammadi am Nil gefunden hatten. In Vers 60 heißt es: "Sucht auch ihr nach einem Ort für euch zur Ruhe, damit ihr nicht [auch] zur Leiche [lat.: cadaver] werdet und man euch verzehrt" (zit. nach Synopsis Quattuor Evangeliorum, Appendices, Evangelium Thomae Copticum, V. 60, Deutsche Bibelstiftung, Stuttgart 1976). Und kurz zuvor heißt es: "Schaut aus nach dem Lebendigen, solange Ihr lebt, damit Ihr nicht sterbt." (V. 59). Und im nachfolgenden Vers 61 ist dann nach Angaben des Herausgebers eine Passage "zerstört oder verstümmelt". Vermutlich meinte Jesus in Vers 60 einen "inneren Ruheort" bzw. einen "inneren Frieden", der den Menschen aus dem Kreislauf von Töten und Getötet-Werden (gegenüber Menschen und Tieren) befreit. Zudem könnte Jesus in Vers 59 auch davor gewarnt haben, nicht nach einem getöteten Lamm als Beispiel für "tote Nahrung" zu trachten, sondern nach lebendiger pflanzlicher Nahrung, so dass er wahrscheinlich schon vor 2000 Jahren sinngemäß lehrte: Der Mord an den Tieren führt zum Tod der Menschen. "Gottes Mühlen mahlen langsam" heißt es ja auch in einem Sprichwort. Doch heute kommen die Grausamkeiten der Menschen an den Tieren offensichtlich immer schneller auf den Menschen selbst zurück, wenn er diese nicht vielleicht doch noch bereut und umkehrt. Was steckt hinter den "Fischwundern"?
Für die ehemaligen Fischer unter den Jüngern von Jesus bedeutet
die Umkehr auch eine
berufliche Veränderung: "Ich werde euch zu Menschenfischern machen", sagt Jesus und
"sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm" (Markusevangelium,
Markus 1, 17-18). Nach
dem Bericht im Lukasevangelium gewinnt Jesus das Vertrauen der Fischer durch einen
Riesenfang an Fischen entgegen den Prognosen der Fischfang-Experten. Im
griechischen Urtext heißt es
dazu, die Netze seien "wiederholt [bzw. "andauernd"] gerissen" (griechische Imperfektform), so dass die Tiere
wieder ins Freie schwimmen konnten, was auch als Symbol verstanden werden kann: Die Tiere lieben
die Freiheit wie die Menschen. Deshalb sollen diese aufhören, sie zu fangen!
Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 6/01 |
Copyright ©
Verlag Das Weisse Pferd, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld,
Fax: 09391/504-210
http://www.das-weisse-pferd.com -
E-Mail:
info@das-weisse-pferd.com