Dem Schlachthof entkommen

Sarah & Ben bleiben am Leben

Drei Landwirte klagten gegen die geplante Vernichtung von 400.000 Rindern zur Preisregulierung während der BSE-Krise. Sie hielten die Vernichtung der »überschüssigen« Rinder für »menschenunwürdigen Vandalismus«, den die Verfassung verbietet (wir berichteten in der Ausgabe Nr. 3/2001). Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt wurde abgelehnt.

Daraufhin baten die Landwirte die zuständigen Behörden, zwei zur Massenschlachtung vorgesehene Rinder in ihre Obhut nehmen zu dürfen. Doch auch das wurde abgelehnt. Deshalb kauften nun die Landwirte mit der Unterstützung von Tierfreunden zwei Rinder frei - Hochlandrinder, die in Deutschland ebenfalls zur Fleischproduktion gezüchtet werden. Die beiden Tiere wurden auf den Hof »Heimat für Tiere« gebracht, wo sie bis an ihr natürliches Lebensende gepflegt und versorgt werden.

Sarah und Ben, so wurden die beiden getauft, haben ein zottelig anmutendes Fell, sind kräftig und leben gerne das ganze Jahr im Freien. Sie sind noch ganz jung und sehr verspielt. Bereits nach wenigen Tagen haben sie sich auf dem Tierhof gut eingelebt und sind sehr zutraulich. Schon am zweiten Tag gingen sie eigenständig auf Hoferkundung: Sie schlüpften unter dem Zaun ihrer großen Weide durch und suchten die Nähe des Stallgebäudes, wo die anderen Tiere, die Ziegen, Schafe, Kühe, Pferde, Katzen, Tauben, Hängebauchschweine, Kaninchen usw., leben. Ansonsten rennen sie am liebsten über »ihre« große Wiese oder ziehen sich in das angrenzende Waldstück und in den schattigen Unterstand zurück, z. B. als am »Tag der offenen Stalltür« allzu viele interessierte Besucher die beiden Neuankömmlinge begutachten wollten ... (PS: ... an jedem 1. Sonntag im Monat; großer Tag der Offenen Stalltür in der Regel am 1. Sonntag im Juli) 

 

Für einen Teil der tierärztlichen Versorgung und der Futterkosten haben sich schon Menschen gefunden, die durch die Übernahme einer Patenschaft Sarah und Ben finanziell unterstützen. Wer ebenfalls mithelfen möchte, den beiden Rindern ein würdiges Leben zu ermöglichen, kann sich gerne mit dem Tierhof »Heimat für Tiere e.V.« in Verbindung setzen: Tel. 09398 / 998955


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 8/01


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