Viele Theorien, keine Antworten

Was geschah vor dem Urknall?

Immer neue Theorien werden aufgestellt, um die Vorgänge beim Entstehen des sichtbaren Universums zu enträtseln. Doch die letzten Fragen blieben bislang für die Wissenschaft ungelöst.

»Der Urknall hat nie stattgefunden – der Kosmos lebt ewig!« Unter dieser Überschrift berichtet das Wissenschaftsmagazin P.M. (Nr. 11/2001) über eine Theorie, die bisher nur von Außenseitern vertreten wird: Demnach dehnt sich das sichtbare Universum nicht weiter aus, die Gestirne bewegen sich nicht voneinander weg, wie es der Astronom Hubble 1929 behauptete und wie es seither herrschende Meinung der Wissenschaft ist. Hubble war zu dieser Aussage gekommen, weil das Licht weiter entfernter Galaxien sich rötlich verfärbte. Diese Rotverschiebung, auch Dopplereffekt (nach dem Physiker Christian Doppler) genannt, entsteht, wenn sich Objekte, die Wellen aussenden, von uns entfernen. Die Sirene eines Feuerwehrautos, das sich von uns entfernt, klingt tiefer als wenn es sich uns nähert – und so erscheinen Lichtwellen in größerer Entfernung rötlicher als vorher. Dehnt sich aber das Universum immer weiter aus, so die Überlegung weiter, dann muss es irgendwann einmal aus einem winzigen Punkt heraus »explodiert« sein.
Schon zu Hubbles Zeiten war jedoch Franz Zwicky der Auffassung gewesen, dass die Rotverschiebung des Lichts nicht auf die »Flucht« der Gestirne, sondern auf eine »Ermüdung« der Lichtwellen zurückzuführen sei. James Paul Wesley griff in unseren Tagen diese Theorie wieder auf. Hätte er recht, dann wäre der Kosmos nicht aus einem »Urknall« entstanden.
Die Urknall-Theorie ist dennoch nach wie vor die vorherrschende Auffassung unter Wissenschaftlern. Nur gibt es auch hier sehr unterschiedliche Ansichten, was die Details betrifft. Die eigentliche Schwäche der Urknall-Hypothese ist der Beginn: Wie kann es sein, dass ganz am Anfang dieser gewaltigen kosmischen Explosion die Masse des gesamten Universums auf unvorstellbar kleinem Raum zusammengepresst war? Die Physiker nennen einen solchen Zustand, in dem die physikalischen Gesetze quasi aufgehoben wären, »Singularität«. Vor allem aber: Woher kam der Anstoß und woher kam die Energie für dieses gewaltige Geschehen?
Der amerikanische Astronom Alan Guth versuchte dieses Problem 1979 zu lösen, indem er die Theorie der »Inflation« aufstellte. Diese hat nichts mit einer wirtschaftlichen Inflation zu tun. »Inflare« heißt aufblasen – Guth kam auf die Idee, dass sich durch einen »exotischen« physikalischen Zustand – von den Astronomen als »falsches Vakuum« bezeichnet – bestimmte Regionen des Universums blitzartig aufgebläht haben könnten, um dann erst zu explodieren.
Bild der Wissenschaft stellte im Dezemberheft (Nr. 12/2001) noch weitere Theorien vor, die den Urknall im Detail erklären sollen: Vielleicht sind zwei Universen zusammengeprallt. Vielleicht entstand unser Universum wie Phönix aus der Asche, als das »Vorläufer«–Universum zusammenkrachte. Oder ist es aus dem Nichts entstanden wie eine Blase, die aus einem Wassertopf empor blubbert? Greift es, wie in einer »Zeitschleife«, auf die eigene Vergangenheit zurück? Haben »kosmische Ingenieure« es entworfen – oder Gott? Doch dann stellt sich wieder die Frage, weshalb es z.B. das Leid auf der Erde gibt: »Kann man tatsächlich behaupten, ein augenscheinlich so schlecht funktionierendes Universum wurde gezielt errichtet?«, fragt etwa der Physiker und anglikanische Pfarrer Prof. John Polkinghorne (Bild der Wissenschaft Nr. 12/2001).

Die Frage der Fragen

Mit großem Einfallsreichtum tappen Wissenschaftler und Theologen im Dunkeln. Doch die »Frage der Fragen« beschäftigt sie. Der Kosmologe Prof. Gerhard Börner antwortet auf die Frage, welche drei Fragen er einer »allwissenden Fee« stellen würde: »Was war vor dem Urknall? Wie ist das Leben entstanden? Und woher wissen Sie das eigentlich?« (Bild der Wissenschaft Nr. 12/2001)
Für die Wissenschaft ist es naturgemäß schwer, diese Fragen zu beantworten. Denn beim so genannten Urknall handelt es sich um nichts weniger als die Entstehung der Materie - der sichtbaren Welt - aus dem Unsichtbaren heraus, das weder mess- noch zählbar ist. Deshalb sind letzte Antworten hier nur aus dem Glauben heraus zu geben, der sich aus – unbeweisbarem - spirituellem Wissen speist. Doch beim Vortasten der Wissenschaftler fallen nicht zufällig Begriffe, die auch Bestandteile spiritueller Antworten sind. Etwa der eines »zweiten Universums« hinter dem ersten oder die Frage nach der »Energie«, die hier so plötzlich zum Vorschein kommt.
Aus dem Prophetischen Wort der heutigen Zeit wissen wir, dass es tatsächlich hinter dem sichtbaren Universum ein unsichtbares gibt – besser gesagt: zwei unsichtbare. Im Ur-Anfang entstand ein reines, himmlisches Universum, das ewig bestehen wird und sich stetig ausdehnt. In den Anfangsturbulenzen der reinen Schöpfung wandten sich einige Engelwesen von Gott ab und mussten deshalb das himmlische Universum verlassen. Zunächst bildete sich ein unsichtbares, teilmaterielles Universum, das außerhalb des Himmels besteht, später dann, mit fortschreitender Verdichtung, zusätzlich das sichtbare, materielle Universum, das wir mit unseren physischen Augen sehen können.
Gott hat also das materielle, »schlecht funktionierende Universum« nicht geplant – aber Er hat es zugelassen und erhält es am Leben, damit sich Seine Kinder, die Menschen, erkennen, besinnen und zu Ihm zurückkehren können.

Der Urknall - Folge des Falls

Der »Urknall« ist nichts anderes als der Übergang eines Teils der Energie der bereits vom reinen Himmel abgelösten teilmateriellen Energie in die materielle, sichtbare Form. In dem Buch Ich Ich Ich – die Spinne im Netz*, das wir ebenfalls aus der Quelle des Prophetischen Wortes erhalten haben, wird dies ausdrücklich bestätigt:
»Es steht sinngemäß geschrieben: Gott schuf Himmel und Erde und machte den Menschen zu Seinem Ebenbild. Das bedeutet: Gott liebt alle Seine Kinder, auch jene, die sich von Ihm abgewendet haben. Deshalb gab Er ihnen Teile geistiger Himmelskörper mit. Diese bildeten im Laufe von unzähligen Zyklen – wir würden sagen: in für Menschen unvorstellbar langen Zeiträumen – die Planeten der Reinigungsebenen, auf denen die Seelen der verstorbenen Menschen leben, und die Planeten des materiellen Kosmos, wie den der Erde, auf dem die Menschen wohnen.
Die Wissenschaft spricht von dem so genannten ´Urknall`, der zur Bildung der Materie Anlass gab. In gewisser Weise entspricht die Urknall-Theorie den geistigen Gesetzmäßigkeiten, welche die Trennung der Sünde, gleich Dichte, vom reinen, alldurchstrahlenden Sein auslöste. Dieser unvorstellbare Lösungsprozess brachte aufschäumende Turbulenzen, die wir Menschen als den Urknall bezeichnen« (S. 120 f).
Das Leben - um auf Prof. Börners Frage zu antworten - ist also nicht erst beim Urknall oder später entstanden - es hat schon lange vorher existiert und wird auch weiter existieren, wenn die Materie in ferner Zukunft nicht mehr sein wird. Das Leben ist in seiner Ursubstanz geistige Energie, die sich in der sichtbaren Welt mit Materie ummantelt hat. Materie ist zerstörbar und vergänglich – doch nicht der in ihr waltende Geist. Das Leid entsteht, weil die Menschen die Energie Gottes missbrauchen, die Erde ausbeuten und gegen die kosmischen Gesetze verstoßen.
Was zum Urknall geführt hat, war also die Abspaltung, die Trennung von Gott. Das allzu-menschliche Ich hat sich aufgeblasen, weil es sein wollte wie Gott, ohne Seine Gesetze zu befolgen. Liegt hinter der drängenden Frage nach dem Urknall und seinen Ursachen nicht so etwas wie eine Ahnung, dass die Materie nicht alles ist, dass unsere eigentliche Heimat in einer anderen, unsichtbaren Welt liegen muss? (Matthias Holzbauer)


* Ich, Ich, Ich - Die Spinne im Netz, Verlag DAS WORT, Tel. 09391/504-135, Fax -133
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Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 1/02

 


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