Die Wurzel der Urchristen

Der Strom des Urchristentums
- und was daraus gemacht wurde

Wohl kaum ein Begriff wurde in den vergangenen 2000 Jahren so häufig missbraucht wie der des »Christentums«. Wer den wahren Kern dieses Begriffs erfassen will, der muss zur Wurzel zurückgehen: zum Urchristentum

Bald hört man ihn wieder in den Wäldern – den Ruf des Kuckucks. Bald wird er seine Eier wieder in fremde Nester legen, sie von fleißigen Vogeleltern ausbrüten lassen. Und der junge Kuckuck wird, kaum geschlüpft, die anderen Mitbewohner aus dem Nest werfen. Nur ein merkwürdiges Naturschauspiel? Oder hat es uns Menschen etwas zu sagen? Wie oft in der Geschichte kam es bereits vor, dass ein hohes Ideal in eine ganz andere Richtung umgelenkt wurde? Zum Beispiel: das Urchristentum, das von der Kirche als Hülle benutzt und mit ganz anderem Inhalt gefüllt wurde.
Wir sprechen vom »Urchristentum«, weil der Begriff »Christentum» immer wieder missbraucht wurde. Er wird häufig mit »Kirche« gleichgesetzt, obwohl er etwas ganz anderes aussagt – oft sogar das genaue Gegenteil.
Urchristentum ist das ursprünglich Christliche, das Jesus von Nazareth gelehrt hat – ohne Kompromisse, ohne Verdrehungen, Hinzufügungen, Verfälschungen. Das ist der Maßstab, den wir an alles anlegen können, was vorgibt, christlich zu sein: Geht es auf Jesus von Nazareth zurück? Oder wurde es später erfunden und zum angeblich »Christlichen« hinzugefügt?

Wir können uns das Urchristentum als einen großen Strom vorstellen. Dieser Strom ist das lebendige Wort Gottes, das seit Jahrtausenden durch erleuchtete Männer und Frauen, durch Propheten und Prophetinnen, zu den Menschen fließt – so z. B. durch den großen Propheten Moses, der die Zehn Gebote zu den Menschen brachte. Oder durch Jesaja, durch den Gott den Menschen das Friedensreich ankündigte, in dem der Wolf beim Lamm liegen wird, in dem Löwe und Kalb friedlich miteinander weiden, in dem das Kind vor dem Schlupfloch der Natter spielt, und es geschieht »nichts Böses auf dem ganzen himmlischen Berge«.

In Jesus von Nazareth kam der Sohn Gottes als Mensch auf die Erde und griff diesen Strom wieder auf. Jesus von Nazareth war äußerlich ein einfacher Mensch, ein Handwerker. Er bezog sich in Seinen Reden an die Menschen auf die großen Propheten der Israeliten und erweiterte diese Lehren. Er sprach vom »Reich Gottes«, das nahe ist, das »inwendig in jedem Menschen« ist. Er sprach davon, dass jeder Mensch ein Tempel des Heiligen Geistes ist, dass man also keine äußeren Tempel braucht, um Gott nahe zu kommen. Sondern man muss die innere Tempelordnung einhalten, also die Gebote Gottes befolgen. Er griff die Zehn Gebote des Moses wieder auf und vertiefte sie. »Die Alten haben gesagt: Du sollst nicht töten. Ich aber sage euch: Wenn du zu deinem Bruder sagst: Du Narr!, hast du das Gebot schon gebrochen.« Er sprach in der Bergpredigt von der »Goldenen Regel«: Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihr ihnen zuerst. Und Er sprach davon, dass wir diese Lehre nicht nur hören, sondern auch tun, also umsetzen sollen.

Jesus war alles andere als ein bequemer Zeitgenosse, Er war ein geistiger Revolutionär, der ein radikales Umdenken lehrte und auch vorlebte: Alles, was in der Welt als erstrebenswert gilt: Erfolg, Reichtum, Ansehen, Anerkennung, Macht, wird in Frage gestellt, ist zur Erlangung der Seligkeit sogar hinderlich. Mit Hilfe der inneren Gotteskraft ist es möglich, sich selbst zu erkennen, seine Fehler zu bereuen, um Vergebung zu bitten, zu vergeben, den Schaden wieder gut zu machen und das als falsch Erkannte nicht mehr zu tun. Auf diesem Prinzip beruhten auch die Heilungen, die Jesus von Nazareth bewirkte: »Gehe hin, und sündige nicht mehr«, sagte Er zu einer Frau, die Er geheilt hatte. Und zu einem anderen: »Dein Glaube hat dir geholfen.« Es ist jedoch nicht der passive Glaube, der lediglich etwas für wahr hält, sondern es ist der aktive Glaube, der darin besteht, dass der Mensch täglich sein Denken und Fühlen hinterfragt, inwieweit es dem Willen Gottes entspricht, und es mit Gottes Hilfe ändert, wenn es nicht in Ordnung ist.
Die Anhänger des Jesus von Nazareth haben nur zum Teil das umgesetzt, was Er sie gelehrt hat. Hätten es viele getan, dann wäre schon zu Lebzeiten des Nazareners eine mächtige geistige Bewegung entstanden, durch die der Himmel auf die Erde gekommen wäre. In dem großen Offenbarungswerk Das ist Mein Wort spricht Christus heute durch Prophetenmund zu uns – und Er sagt uns sogar, dass Er nicht am Kreuz hätte sterben müssen, wenn die Menschen, die damals von Seiner Lehre erfasst waren, mehr von dem umgesetzt hätten, was Er sie gelehrt hat. 

Wie die Urchristen lebten

Es waren einige wenige, die Ihm die Treue hielten – und durch sie entstand das frühe Christentum, das Urchristentum. Der Theologe Walter Nigg schreibt in Seinem Buch Prophetische Denker über das Urchristentum: »Eine alle Widerstände durchbrechende, religiöse Begeisterung hatte ihre Anhänger erfasst. ... Eine dynamische Kraft erfüllte die Menschen, riss sie zu überaus kühnen Taten hin und ließ sie den revolutionären Grundsatz proklamieren, man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen«
(http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.cgi?article=s218de&type=desc&rtopic=Guenstigfuersie).
Die Urchristen wurden zwar als die »Sekte des Nazareners« diskriminiert, aber sie ließen sich dadurch nicht beirren. Sie lebten in Gemeinschaften. »Keiner sagte von den Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam«, heißt es in der Apostelgeschichte. Heute würde man sagen: Sie bildeten Wohn- und Arbeitsgemeinschaften. Jeder war dabei dem anderen gleichgestellt, es gab also keine Höhergestellten. Jeder arbeitete mit, so gut er konnte. In der damaligen Gemeindeordnung, der Didache, war zu lesen: »Versteht er aber kein Handwerk, dann sorgt nach eurer Einsicht dafür, wie ihr’s erreichen könnt, dass nicht in eurer Mitte ein untätiger Christ lebt. Wenn er aber nicht danach tun will, so ist er einer, der mit seinem Christentum Geschäfte machen will. Vor solchen nehmt euch in Acht.«
Daraus geht klar hervor, dass es damals keine Priester oder gar Bischöfe gab. Denn vor solchen Leuten, die nicht von ihrer Hände Arbeit lebten, vor solchen Leuten sollte man sich in Acht nehmen, wie schon der Nazarener warnte.
Die Frauen waren den Männern gleichgestellt. In den damaligen Wohn- und Lebensgemeinschaften, auch »Hausgemeinden« genannt, übernahmen auch Frauen sehr häufig verantwortliche Funktionen, z. B. als »Lehrerinnen« oder »Prophetinnen«. Die ersten christlichen Gemeinden – das können wir in der Apostelgeschichte nachlesen - standen mit der geistigen Welt in direktem Kontakt über das prophetische Wort. »Wir haben desto fester das prophetische Wort«, lesen wir im 2. Petrusbrief, »und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.« Das heißt, das Prophetische Wort ist ein Wegweiser hin zu dem Licht, das in jedem Menschen wohnt und das jeder Mensch durch die Befolgung der Prophetischen Lehre wieder zum Leuchten bringen soll und kann.

»Kreuze beten wir nicht an«

Wenn die Urchristen in schlichten Räumen zusammenkamen, pflegten sie keine Rituale, sondern sie beteten, sangen, sprachen miteinander – oder sie hielten ein gemeinsames Mahl, das aber kein rituelles Abendmahl war, wie es heute in den Kirchen gehalten wird, sondern ein feierliches Abendessen. Sie nannten es »agape«, »Liebesmahl«, das sie im Bewusstsein einnahmen, dass in jedem von ihnen Christus lebt und dass auch in den Speisen, ja in der gesamten Natur Gottes Geist lebendig ist.
Die Mehrzahl der ersten Christen lebte daher auch vegetarisch. Das Gebot »Du sollst nicht töten!« galt für sie auch in Bezug auf die Tiere. In Bezug auf die Menschen natürlich sowieso: Wer Soldat oder wer Jäger war, konnte nicht gleichzeitig Mitglied in einer urchristlichen Gemeinde sein. Die ersten Christen waren also, wie Jesus, Tierschützer, Pazifisten und Wehrdienstverweigerer. »Nur ohne Schwert kann der Christ Krieg führen«, schrieb dazu Tertullian – wobei er mit Krieg den geistigen Kampf meinte. »Der Herr hat das Schwert abgeschafft.«
Die ersten Christen hatten auch keine Kreuze mit dem Korpus des Gekreuzigten. »Auch Kreuze beten wir nicht an und wünschen sie nicht anzubeten«, schrieb dazu der Urchrist Minucius Felix im 3. Jahrhundert. Auch die Urchristen von heute verwenden nur das einfache Kreuz, das Strahlenkreuz oder Auferstehungskreuz, nicht aber das Kreuz mit Korpus, das in Wirklichkeit ein Symbol für die angebliche Niederlage des Menschen Jesus ist – aber Christus ist auferstanden und lebt seither in jedem von uns!
In diesem Bewusstsein führten die Urchristen auch Heilungen durch Gebet und Glauben durch. Sie glaubten auch an die Wiederverkörperung der Seele und nahmen die Gesetzmäßigkeit ernst: Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Die urchristlichen Gemeinden bildeten keine hierarchisch organisierte Kirche. Sie standen untereinander in Kontakt, aber es konnte niemand über den anderen bestimmen. Die Gemeinden waren also urdemokratisch oder basisdemokratisch organisiert.

Kirchliche Rituale aus heidnischen Kulten

Das änderte sich schon gegen Ende des zweiten Jahrhunderts. Es kamen Menschen in die Gemeinden, die ihre Vorstellungen und Meinungen durchsetzen wollten. Die Diakone, Priester und Bischöfe, die ursprünglich nur Verwalter waren, die die Kasse oder das Eigentum der Gemeinden verwalteten oder die Spenden, die an die Armen verteilt wurden, diese Priester und Bischöfe erschlichen sich im Laufe der Zeit immer mehr Macht und Einfluss. Sie begannen, für ihre Dienste Geld zu nehmen und schon bald auf Kosten der Gemeinde zu leben. Diese Entwicklung wurde dadurch verstärkt, dass bei den Christenverfolgungen oft die stärksten Vertreter der Urgemeinden ums Leben kamen oder durch die Folter geschwächt wurden. Die Bischöfe hatten ein Interesse daran, dass die Kassen sich füllten, deshalb befürworteten sie die Aufnahme möglichst vieler Heiden in die Gemeinden und wollten ihnen entgegen kommen – auch durch Kompromisse in Glaubensfragen. 
Diese Heiden kamen meist aus antiken Mysterienkulten – aus dem Osiris-, Dionysos-, Diana- oder Attiskult. Dort war es damals Mode, einen möglichst einfachen Glauben zu verkünden: ein Gott, den man anbeten muss, und alle Probleme sind gelöst. Deshalb begannen die Priester und Theologen damit, auch in den urchristlichen Gemeinden die Lehre zu verändern, indem sie Christus und Gott gleichsetzten. Es entwickelte sich die Lehre von der Dreifaltigkeit, bei der angeblich drei Personen (Gott-Vater, der Sohn und der Heilige Geist) einander völlig gleich sind. Es entwickelten sich Dogmen, um die sich Theologen stritten, statt die einfache Lehre Jesu zu verwirklichen.

Und es entwickelten sich Rituale. Denn in den Mysterienkulten gab es allerlei interessante Bräuche: Es gab rituelle Messfeiern mit Abendmahl, mit besonderen Messgewändern, mit Altar, Weihwasser und Ministranten, mit Glockengeläut und Niederknien, es gab natürlich äußere Tempel mit Prunk und Pomp. Es gab Heilige und Heiligenverehrung, es gab die Verehrung der großen Muttergöttin, aus der sich dann die Marienverehrung entwickelte, es gab auch Reliquien und spezielle Feiertage der Heiligen bzw. Halbgötter, es gab Wallfahrten und Wallfahrtsorte, Prozessionen, es gab Sakramente wie die Taufe oder die letzte Ölung ...
Es ist eine Tatsache: All diese Bräuche und Rituale und noch einige mehr, die wir heute aus den Kirchen kennen, stammen nicht aus dem Urchristentum, sie sind nicht christlich, sondern sie wurden von den heidnischen Mysterienkulten der Antike übernommen. Bei den Urchristen gab es z. B. keine Säuglingstaufe, sondern nur eine Taufe von Erwachsenen, also eine Aufnahme in die Gemeinde. Im dritten Jahrhundert entwickelte sich dann die Säuglingstaufe. Es entwickelte sich das Bußsakrament, es entwickelte sich das rituelle Abendmahl. Es entwickelte sich eine Hierarchie, allerdings noch nicht mit Rom als Mittelpunkt, das dauerte noch einmal vier- bis fünfhundert Jahre.

Die konstantinische Staatsreligion

Als dann im vierten Jahrhundert Konstantin, ein grausamer und skrupelloser Militärführer, um die Macht im römischen Reich kämpfte, erkannte er, dass die Organisation der so genannten christlichen Kirche, die sich inzwischen weit von ihren ursprünglichen Idealen entfernt hatte, ihm von Nutzen sein konnte. Er begann, die Kirchenorganisation, also die Kleriker, auf seine Seite zu bringen. Er hob alle Religionsbeschränkungen auf und machte den Priestern und Bischöfen große Geschenke an Geld und Immobilien und gab ihnen Privilegien, z. B. Steuerfreiheit. Im Gegenzug unterstützte die Kirche seine Machtpläne. Die Rechnung ging auf: Konstantin errang mit blutigen Gemetzeln, mit Grausamkeit und Verrat die Macht im gesamten römischen Reich – und die Kirche wurde de facto Staatsreligion. Die Bischöfe saßen wie Könige auf Thronen, sie erbauten Kirchen, Basiliken, die im Grundriss den kaiserlichen Palästen nachgeahmt waren, sie beanspruchten ein Viertel der Kircheneinnahmen für sich persönlich usw. An all dem hat sich bis heute grundsätzlich kaum etwas geändert.
Um sich die Chance der Teilhabe an der Macht nicht entgehen zu lassen, strichen die Kirchenführer auch das Gebot der Gewaltlosigkeit: Während zuvor jeder Christ ausgeschlossen wurde, der Soldat wurde, war es seit 313 umgekehrt: Wer den Dienst mit der Waffe verweigerte, wurde ausgeschlossen.

Auch Gewalt gegen Tiere war inzwischen üblich geworden. Bereits Paulus, der in vielerlei Hinsicht die christliche Lehre verfälscht hat, hatte den frühen Christen die Erlaubnis für jede Art von Fleischverzehr gegeben, indem er sagte: »Alles, was ihr auf dem Fleischmarkt findet, das esst, und denkt nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert.«
So entstand die konstantinische Staatsreligion, die nach Reichtum und Macht strebt. Es begann die Intoleranz gegen Andersdenkende. Und vor allem: Aus der Inneren Religion des Jesus von Nazareth wurde eine äußere Religion. In der Inneren Religion geht es darum, dass der Mensch sich auf Gott in seinem Inneren ausrichtet, nach den Geboten Gottes lebt, und mit Hilfe der inneren Christuskraft das Negative in seiner Seele und in seinem Verhalten in Positives umwandelt. Dabei »opfert« er sein ichbezogenes Verhalten, um die positiven Kräfte in sich wirksam werden zu lassen. In einer äußeren Religion opfert man nicht sein Ego, sondern man opfert z. B. Tiere oder Geld. Man verwandelt nicht seine Fehlhaltungen, sondern man führt eine äußere Wandlung durch, bei der angeblich ein Stück Brot in den Leib des Herrn verwandelt wird, der dann aufgegessen wird. Oder man bringt äußere Leistungen, um Gott zu gefallen, etwa Fasten, oder eine Wallfahrt – möglichst mit ungekochten Erbsen in den Schuhen. Je anstrengender, um so besser, um so mehr gefalle ich Gott. Wie ich mich während der Wallfahrt oder kurz danach gegenüber meinen Mitmenschen verhalte, ist zweitrangig – außerdem kann ich ja alles wieder beichten. Der Mensch der inneren Religion trachtet dagegen danach, allein Gott zu gefallen, indem er ernsthaft nach den Zehn Geboten und der Bergpredigt zu leben bestrebt ist.

Urchristentum heute

Man kann also sagen: Der kirchliche Glaube ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil dessen, was Jesus von Nazareth wollte und lehrte. Und: Die Kirche ist also eine Abspaltung, eine »Sekte«, die sich vom ursprünglichen Strom des Urchristentums weit entfernt und ihn in sein Gegenteil verkehrt hat. Später gab es dann weitere Abspaltungen, weitere »Sekten«, etwa die protestantische Großsekte. Hier wurde zur Abwechslung das Schwergewicht nicht auf äußere Leistungen gelegt, sondern auf den Glauben: Der Glaube allein genügt. Das ist genau das, was in den heidnischen Kulten auch gefragt war: Irgendeine Götterstatue anbeten, und alles wird gut. Aber auch das hat mit dem aktiven urchristlichen Glauben nichts zu tun. 
Trotz der Entstehung einer äußeren Machtkirche brach der urchristliche Strom immer wieder durch – in urchristlich geprägten Bewegungen wie den Markioniten, Paulikianern, Manichäern, Bogumilen, Katharern – oder im »Gottesstaat« des Savonarola. Zwar wurde dieser Strom immer wieder bekämpft und zum Versiegen gebracht, doch immer wieder bahnte er sich erneut einen Weg – so auch heute.
Der urchristliche Strom ist heute erneut in großer Stärke aufgebrochen. Im Urchristentum von heute sind viele Elemente des frühen Christentums wieder zu finden. Der Gottesgeist spricht durch einen Menschen zu uns, so mächtig wie seit 2000 Jahren nicht mehr. Er lehrt uns den Weg nach Innen, die Heilung durch Gebet und Glauben, Er zeigt uns den Weg zu einem Leben in Frieden mit unseren Mitmenschen und mit der Natur. Er lehrt uns, die Tiere zu achten, ihnen neue Lebensräume zu geben. Er hat das Fundament gelegt für Sein Friedensreich, das seit Jahrtausenden angekündigt wurde.

Es liegt an jedem einzelnen von uns, wie er diese einmalige Chance genützt hat und noch nützen wird. Es liegt an jedem einzelnen, wie rasch das Friedensreich unter uns Gestalt annehmen kann. (Matthias Holzbauer)
 

Lesen Sie auch die Serie "Verfolgte Gottsucher":
Einführung: Der Strom des Urchristentums (Nr. 4/2002)
Teil   1: Markion deckt auf: Verschwörung gegen die Wahrheit (Nr. 7/2002)
Teil   2: Montanus - Eine Stimme, die nie hätte verstummen dürfen (Nr. 8/2002)
Teil   3: Mani - ein Kämpfer für die innere Religion (Nr. 9/2002)
Teil   4: Origenes - der Diamantene (Nr. 10/2002)
Teil   5: Die Paulikianer - Hinwendung zum inneren Licht (Nr. 11/2002)
Teil   6: Christliche Kelten - Das iroschottische Christentum (Nr. 1/2003)
Teil   7: Die Bogumilen - Die wahre Kirche ist das Herz des Menschen (Nr. 2/2003)
Teil   8: Die Katharer - Das Gute durch das eigene Leben bezeugen (Nr. 3/2003)
Teil   9: Girolamo Savonarola: "Der wahre Tempel ist des Christen Herz" (Nr. 4/2003)
Teil 10: Waldenser, Hussiten, Täufer: Die Sehnsucht nach dem neuen Jerusalem (Nr. 5/2003)
 

Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 4/02


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