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Machtverschiebung zu Gunsten der USA Amerikas Militärpräsenz in Zentralasien Ursprünglich war Afghanistan nur als Auftakt und Zwischenstation des Anti-Terror-Kriegs gedacht. Jedenfalls in der Öffentlichkeit betonte Washington ständig, dass man dort nicht länger bleiben wolle. Nach der Zerschlagung des Taliban-Regimes und der Al-Quaida-Organisation werde man wieder abziehen. Doch inzwischen scheinen die Strategen im Pentagon umgeplant zu haben. Die Marines werden von regulären Truppen abgelöst und in einigen Nachbarstaaten Afghanistans entstehen Militärbasen: in Kirgisien, Turkmenistan, Usbekistan und Pakistan – Luftwaffenstützpunkte, zum Teil ausbaufähig für mehrere Tausend Mann und aufgrund längerfristiger Verträge mit den Stationierungsländern. Energiequellen unter Kontrolle Amerika ist im Zuge des Afghanistan-Kriegs gewissermaßen »in der Region seiner Träume« angelangt, wie es die Süddeutsche Zeitung formulierte: »Eine Präsenz im Herzen des asiatischen Kontinents ist für die Seemacht Amerika deshalb verlockend, weil von hier aus China, Russland, der Subkontinent und der Nahe Osten gleich schnell erreicht werden können. Washington sendet zudem ein Signal an die Regierungen und Regimes, dass man gewillt ist, diesmal auf Dauer ein Auge auf die Region zu haben. Das konnte man sich dort freilich schon vorher ausrechnen. Schließlich ist Zentralasien mit seinen Öl- und Gasvorkommen ein wichtiger Energielieferant der Zukunft. Amerika wiederum hat noch stets lieber seine Hand auf ausländische Energiequellen gelegt, als daheim Energie zu sparen.«3 Unbegrenzter Aufenthalt? Kein Wunder, dass die Regionalmächte und vor allem die Vormacht Russland diese Entwicklung mit Misstrauen beäugen. Das Misstrauen wird gestärkt durch Äußerungen amerikanischer Militärs, dass sich der »Job« in Zentralasien länger hinziehen wird als ursprünglich vermutet. Man könne Afghanistan nicht ohne Aufsicht lassen, wolle man die Wiederholung von Terrorakten verhindern. Kürzlich besichtigte der russische Außenminister auf einer Good-will-Tour durch Mittelasien die politische Großwetterlage der Region, in der Amerika auch finanziell zu investieren beginnt. Außenminister Iwanow dürfte festgestellt haben, dass Russland der Konkurrenz ökonomisch nicht gewachsen ist. Putin schweigt dazu – jedenfalls öffentlich. Doch der kommunistische Parlamentschef Russlands nimmt kein Blatt vor den Mund: Russland möchte nicht, dass die USA in Afghanistan bleiben und »in Zentralasien ständige Militärbasen der USA auftauchen«. Für Konfliktstoff auch in Russland ist jedenfalls gesorgt. (cs) 1 Zbiew Brzezinski, Die einzige Weltmacht Amerika, 1999, S. 276
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