Auswirkungen der Globalisierung – oder: Wer regiert die Welt?

Der Weltkrieg gegen die Armen

»Für die Menschen der Dritten Welt ist der Dritte Weltkrieg unzweifelhaft in vollem Gang.« Das schreibt Jean Ziegler, derzeit Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für das Recht auf Nahrung, in seinem aufrüttelnden Buch Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher*. Und er belegt diese Behauptung mit Zahlen ...

In den sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 16 bis 18 Millionen Soldaten getötet – und 50 bis 55 Millionen Zivilisten. Im Jahr 2001 »belief sich die Zahl der in den 122 Ländern der Dritten Welt durch wirtschaftliche Unterentwicklung und extreme Armut verursachten Todesfälle ... auf etwas über 58 Millionen.«

Fazit: »Hunger, Seuchen, Durst und armutsbedingte Lokalkonflikte zerstören jedes Jahr fast genauso viele Männer, Frauen und Kinder wie der Zweite Weltkrieg in sechs Jahren.« Daher also die These Zieglers vom »Weltkrieg gegen die Armen«.

Mal langsam, könnte man hier einwenden: Krieg, das würde ja bedeuten, dass jemand absichtlich diese Menschen umbringt. Das kann ja wohl kaum jemand ernsthaft behaupten.

Die Schattenseiten der Globalisierung

Das tut Ziegler in seinem Buch auch nicht. Aber er zeigt auf, dass die gegenwärtigen Strukturen der Weltwirtschaft in erheblichem Maße für das Massenelend in der Welt mit verantwortlich sind:

  • In Niger hat der Internationale Weltwährungsfond (IWF) verlangt, dass die Nationale Nahrungsmittelbehörde privatisiert wird – sonst gibt es keine weiteren Kredite für das bettelarme Land. Nun kann eine Privatisierung staatlicher Einrichtungen unter bestimmten Umständen durchaus sinnvoll sein. Doch in diesem Fall hatte bereits der Beginn dieser Maßnahme verheerende Auswirkungen: Bisher fuhren nämlich die staatlichen Lastwagen bis in den letzten Winkel des Landes, um Ernteüberschüsse einzusammeln, einzulagern und sie in Notzeiten wieder zu verteilen. Die Fahrer der neuen privaten Unternehmen weigern sich jedoch, weit entfernte Dörfer anzufahren – das rentiere sich nicht. Sie weigern sich auch, schlechte, z. B. unterspülte, Straßen zu befahren. Denn bei einer Beschädigung des Lastwagens oder auch nur bei einer Panne muss der Fahrer befürchten, fristlos entlassen zu werden und dann mit seiner ganzen Familie Hunger zu leiden.

  • Ebenfalls in Niger hat der Staat auf Betreiben des IWF die staatliche Veterinärbehörde privatisiert. Jetzt gibt es keine Stelle mehr, bei der die Viehzüchter zu erschwinglichen Preisen eine tierärztliche Bescheinigung auf Seuchenfreiheit ihrer Tiere erhalten können, wenn sie diese im Nachbarstaat verkaufen wollen. Es gibt auch keine Apotheken mehr, wo sie verlässliche Tier-Medikamente erhalten können – dafür aber jede Menge Gauner, die abgelaufene oder sonstwie unbrauchbare Medikamente zu überhöhten Preisen an den Mann bringen wollen.

  • In Mauretanien wurden die überkommenen Systeme des gemeinsamen Bodenbesitzes und der gemeinsamen Bodenbearbeitung (die natürlich auch ihre Mängel hatten) auf Betreiben des IWF mit einem Federstrich beseitigt – mit der Folge, dass viele der neu eingeteilten Parzellen in kürzester Zeit in den Händen weniger z. T. ausländischer Grundbesitzer landeten. Die meisten der einfachen Bauern waren auf eine eigenständige Bearbeitung dieser Felder weder mental noch finanziell vorbereitet. Die Elendsviertel der Städte wachsen seitdem rasant. Das Land muss zwar weniger Reis importieren, doch den im Land angebauten Reis kann sich aufgrund der hohen Preise kaum jemand leisten.

  • In Sambia pflanzten die Bauern auf ausländischen Rat hin nicht die klimatisch angepasste Hirse, sondern den anspruchsvollen und dürreanfälligen Mais an. Mais kann nämlich exportiert werden – und die Bedienung der Zinsen ausländischer Gläubiger steht für die »Ratgeber« (Ziegler nennt sie auch »Beutemacher«) über allem anderen, auch über Missernten und Hunger. Zu schlechter Letzt gab der IWF der sambischen Regierung dann noch den Rat, einen Teil des staatlichen Mais-Vorrats zu verkaufen, um Devisen – für den Schuldendienst, versteht sich – einzunehmen. Die korrupte Regierung verkaufte alles – und steckte das Geld, wie in Afrika weitgehend üblich, in die eigenen Ministertaschen. Heute hungert ein großer Teil der Landbevölkerung.

Dies waren einige Beispiele aus Afrika – dem Kontinent mit dem meisten Elend. Doch es ließen sich auch viele ähnliche Fälle aus Asien anführen – oder aus Lateinamerika. So fordert der IWF z. B. in Argentinien die bereits privatisierten Strom- und Wasserlieferanten dazu auf, die Preise um 50 Prozent anzuheben – in einem Land, in dem täglich 27 Kinder an Unterernährung sterben. In vielen Ländern wurden Schulspeisungen abgeschafft oder die – natürlich unrentable – medizinische Versorgung vor Ort »weg«-privatisiert.

Doppelmoral und Heuchelei

Neben dem IWF trägt auch die – offiziell private – Welthandelsorganisation (WTO, World Trade Organization) dazu bei, dass den weltweit tätigen Konzernen überall die Türen geöffnet werden. Nun wären internationale Handelsvereinbarungen ja nichts Schlechtes – solange sie fair wären. Doch auch wenn in der WTO offiziell nur »einstimmige« Beschlüsse gefasst werden: Die Realität sieht anders aus.

Die ärmeren Länder können sich nicht einmal eine regelmäßige Vertretung am Hauptsitz in Genf leisten. Sie werden meist erst im Nachhinein über Beschlüsse informiert – und selbst wenn sie bei den Gesprächen dabei wären und die komplizierte Materie durchschauen würden, so wüssten sie genau, was geschehen würde, wenn sie sich querlegten ...

Die armen Länder werden gezwungen, ihre Handelsschranken abzubauen und den internationalen Konzernen keinerlei Beschränkungen aufzuerlegen – möglichst geringe Steuern, keine sozialen oder ökologischen Bedingungen. Die reichen Länder, auch in Europa, halten hingegen durchaus noch an ihren Subventionen z. B. für die eigene Landwirtschaft fest und schotten ihre Märkte ab.

Diese Doppelmoral und Heuchelei zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Bereiche der viel gerühmten »Globalisierung«. Was versprechen ihre Verfechter uns nicht alles? Mehr Wohlstand für alle soll es geben, weil der entstehende Gewinn mit der Zeit angeblich nach unten »hindurchtropft«. Dieser »trickle-down-Effekt« ist eine Idee des Ökonomen Adam Smith aus dem 18. Jahrhundert, die sich bis heute nicht erfüllt hat. Wer Geld übrig hat, der gibt es in der Regel leider nicht den Armen, sondern er lässt es »für sich arbeiten«, sprich: Er lässt andere Menschen für sich arbeiten. Die Globalisierung soll Grenzen sprengen und die Menschen einander näher bringen – doch sie führt im Gegenteil zu neuen Grenzen: Es gibt in vielen armen Ländern abgezäunte »Sonderwirtschaftszonen« mit Steuerfreiheit, wo moderne Sklaven fast rund um die Uhr für ausländische Konzerne schuften »dürfen«. Die Reichen mauern sich in vielen Ländern in ihre Wohnviertel ein; Wachmänner und Suchhunde patrouillieren am Stacheldraht, um die verzweifelten Armen draußen zu halten. Der Reichtum floriert nur in wenigen Enklaven, während sich darum herum die Wüsten des Elends ausbreiten. Und schließlich: Globalisierung soll zu mehr Demokratie führen. Doch die Konzerne arbeiten am liebsten mit strammen Diktaturen zusammen, etwa mit Tunesien oder China – da werden ihre Privilegien am besten geschützt.

Ganze Staaten lösen sich auf

»Globalisierung« ist also zu einer leeren Worthülse geworden, hinter der sich die Raffgier der Reichen gegenüber den Armen bequem verstecken kann. Globalisierung könnte eine wunderbare Sache sein – es kommt darauf an, was man darunter verstehen will. »Mir fallen spontan viele Dinge ein, die ich gerne globalisieren würde«, sagt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy: »Menschenrechte, Atom- und Chemiewaffensperrverträge, Klimaschutzabkommen ...« Doch leider führt die neoliberale Wirtschaftpolitik, die weltweit gerne unter dieser Flagge segelt, in erster Linie zu: Abbau von Sozialleistungen, ungehemmter Umweltzerstörung, Abholzung der Regenwälder, Verelendung, Hunger – und in letzter Konsequenz zur Auflösung ganzer Staaten. »Namentlich in Afrika sind Somalia, Sierra Leone, Guinea-Bissau und viele andere in Auflösung begriffene Länder kaum mehr als die Beschriftung auf einer Landkarte«, so Ziegler (S. 31). »Als organisierte nationale Gesellschaften haben diese Länder aufgehört zu existieren.« Am Ende wird der Raubtierkapitalismus selbst zum Souverän, der alles beherrscht. Wo es zuvor noch – keineswegs immer paradiesische – soziale Strukturen wie den Stamm oder die Sippe gab, dort bleibt nach allen »Deregulierungen« oft genug das blanke Chaos zurück. »Dort, wo die neuen Herrscher der Welt und ihre Söldlinge wüten, verschwindet jedes organisierte soziale Leben« (S. 280).

Man mag solche Aussagen übertrieben finden. Doch sie zeigen in jedem Fall eine fatale Tendenz auf, die keineswegs auf die »Dritte Welt« beschränkt bleibt. Auch ein vergleichsweise reiches Land wie Deutschland wird zu »Deregulierungen« gezwungen, sprich zum Abbau von Sozialleistungen, zur Demontage von Kündigungsschutz und Tarifautonomie, zur Steuersenkung für die Reichen und zur Streichung von Zusatzleistungen für die Ärmeren. Wenn wir es nicht machen, suchen sich die Reformen andere Mehrheiten, sagt Kanzler Schröder. Ist das tatsächlich ein unabänderliches Schicksal, in das sich eben jedes Land zu fügen hat?

Anonyme Herrscher

Für den Kulturkritiker Carl Amery ist der bei jeder Gelegenheit geschickt vermittelte Glaubenssatz, dass »es keine Alternative gibt« (»There is no alternative«, abgekürzt TINA), ein Kennzeichen einer neuen weltumspannenden Religion, einer »Reichsreligion« des totalen Marktes mit Absolutheitsanspruch.** Doch diese »Religion« des Kapitalismus bleibt anonym, sie kleidet sich in ein pseudowissenschaftliches Gewand. Jean Ziegler schildert ein Gespräch mit einem Dokumentarfilmer, der voller Zorn über die Auswirkungen der IWF-Maßnahmen im Niger war und fragte: »Wird es eines Tages einen Nürnberger Gerichtshof für diese Leute geben?« Es wird ihn nicht geben – denn die neue Tyrannei, die den Planeten täglich mehr in den Griff bekommt und das letzte aus ihm herauszupressen versucht, hat kein Gesicht, keinen Tyrannen an der Spitze. Ziegler schildert selbst das eher »gut bürgerliche« Leben der internationalen Beamten etwa des IWF, die z. B. in der Umgebung Washingtons die selben Clubs wie die Beamten des US-Finanzministeriums besuchen und die, auch wenn sie viel ins Ausland reisen, nie mit eigenen Augen ein Elendsviertel zu Gesicht bekommen. Sie leben in einem Elfenbeinturm. Es interessiert sie nicht, welche sozialen Auswirkungen ihre Maßnahmen haben: »Kein Zweifel trübt ihr Gewissen.«

Die Reichen werden immer reicher

Es gibt eben nicht nur »böse« Menschen – es gibt offensichtlich auch Strukturen, die fortwährend »Böses« bewirken, weil sie nicht erkannt und nicht hinterfragt werden – sei es aus Gleichgültigkeit, Dummheit, Karrierestreben, Egoismus oder allem zusammen. Zu diesen Strukturen gehört z. B. der wirtschaftliche Mechanismus, der bewirkt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird – und zwar nicht nur die Kluft zwischen den reichen und armen Ländern der Erde, sondern auch zwischen den sozialen Schichten innerhalb eines Landes, gleich, um welches es sich handelt. Dies ist eine statistische Tatsache. Allenfalls Kriege und Katastrophen sind in der Lage, diesen Prozess kurzzeitig rückgängig zu machen, indem (fast) alle wieder bei Null anfangen müssen. Auf unserem Planeten besitzen mittlerweile 225 Privatpersonen soviel wie die gesamten Jahreseinkünfte der 2,5 Milliarden ärmsten Menschen – das sind 40 % der Weltbevölkerung. Und der Besitz der fünfzehn vermögendsten Menschen der Welt übertrifft das Bruttoinlandsprodukt aller Länder des subsaharischen Afrika außer Südafrika.***

Das Problem der Erde ist also nicht die Armut als solche – sondern die ungerechte Verteilung, die trotz aller Schufterei der Armen immer ungerechter wird. Willy Brandt hat die Staatsverschuldung der Länder der Dritten Welt und die daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen eine »Bluttransfusion von den Kranken zu den Gesunden« genannt. Wobei auch die reicheren Länder längst nicht mehr »gesund« sind, weil auch sie meist verschuldet sind und weil auch in ihnen eine schleichende Umverteilung von unten nach oben stattfindet. Der Hauptgrund dafür dürfte im Mechanismus des Zinseszinses liegen und im Vorteil des Geldbesitzers gegenüber dem Warenbesitzer: Waren können verderben oder rosten, Geld nicht. Solange der Staat das Geld, das eigentlich ein soziales »Werkzeug« sein sollte, nicht zum Umlauf zwingt, ermöglicht er den Besitzern großer Geldmengen einen erpresserisch überhöhten Zins. Doch alle Ansätze für ein »zinsfreies Geld«, wie es sich z. B. Carl Amery wünscht (S. 220), wurden bisher zunichte gemacht: »Mammon lässt seiner nicht spotten.«

Ein weiterer Mechanismus, der sich verselbständigt hat und den Ruin unseres Planeten immer weiter vorantreibt, ist der Zwang zu materiellem Wachstum. Unter dem Druck der Zinslasten, die er sich durch Kreditaufnahmen aufbürden musste, ist fast jeder Unternehmer gezwungen, zu expandieren und eine Rendite zu erzielen, die höher als die Zinsrate liegt. Andererseits sammelt sich immer mehr Geldkapital in den Händen der Reichen an, die es »für sich arbeiten lassen« wollen. Über Banken und Anlagefonds »sucht« dieses Geld immer neue Renditemöglichkeiten – etwa in Umwelt fressenden Großprojekten oder in der Rüstung. 1,5 Billionen Dollar zirkulieren rund um den Erdball und wechseln täglich den Besitzer – doch nur zwei bis drei Prozent davon werden benötigt, um den Handel von Gütern und Dienstleistungen abzuwickeln. Der Rest ist also Spekulationsmasse. Ständiges Wachstum über den unmittelbaren privaten Bedarf hinaus führt zwangsläufig zu Umwelt- und Sozialproblemen – und letztlich zu Verdrängungs- und Verteilungskriegen. Denn ständiges ungebremstes Wachsen gibt es in der Natur nur an einer Stelle: in der Krebszelle!

Widerstand regt sich

Was kann man dagegen tun? Überall auf der Welt gibt es inzwischen »Ketzer«, die sich der »Reichsreligion« des kapitalistisch missbrauchten Marktes nicht länger unterwerfen wollen. Es gibt Landlose in Brasilien, die brachliegende Ländereien besetzen – weil ihnen dies nach einem Gesetz zusteht. Doch oft genug werden sie von korrupten Behörden davongejagt oder von Killern im Sold des Großgrundbesitzers umgebracht. Es gibt verelendete Bürger in Argentinien, die Einkaufsgenossenschaften und Tauschringe gründen, die leer stehende Fabriken wieder in Gang bringen, um in einer »global« zerstörten Ökonomie zu überleben. Es gibt Frauen in den armen Dörfern von Bangladesh, die »Banken« für ihresgleichen gründen, um ihre Familien mit Kleinkrediten durchzubringen. Auch in Europa gibt es Menschen, die sich gemeinsam z. B. gegen die Privatisierung der Wasserversorgung zur Wehr setzen. Oder dagegen, dass mitteleuropäische kommunale Einrichtungen im so genannten »Cross-Boarder-Leasing« an undurchschaubare amerikanische Steuerabschreibungs-Firmen verhökert werden, weil man sich davon kurzfristige finanzielle Vorteile verspricht. Und vielen Verbrauchern ist es wichtig, unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen die Waren hergestellt sind, die sie erwerben.

Die Fähigkeit des Menschen, sich sozial zu organisieren und für den Erhalt des Gemeinwohls zu kämpfen, damit es nicht der privaten Raffgier anheim fällt, konnte also noch nicht »wegprivatisiert« werden. Doch punktuelle Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit noch nicht die Ursachen der Fehlentwicklungen gefunden und behoben sind. Hinter wirtschaftlichen Zwängen stehen immer auch die Gedanken und Gefühle, die solche Strukturen hervorgebracht und ermöglicht haben: Raffgier, Ausgrenzung des Nächsten, Missgunst, Parzellendenken, Unbarmherzigkeit gegenüber Mitmenschen sowie Natur und Tieren ... Schon wer über seinen privaten Bedarf hinaus Waren oder Geld hortet, obwohl andere Menschen Not leiden, trägt zur Ungerechtigkeit der Welt bei. Jesus von Nazareth forderte uns dazu auf, unsere materiellen Güter nicht in berechnender Weise zu unserer Bereicherung einzusetzen: »Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? ... Ihr aber sollt euere Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt« (Lk. 6, 34 f). Dabei ist, nebenbei bemerkt, auch der Bereich der Schöpfung mit eingeschlossen, von dem man keine unmittelbare materielle Vergütung erhoffen kann: die Hilfe für Natur und Tiere.

Inneres statt äußeres Wachstum

In einer Zeit, in der nicht nur Milliarden von Menschen, sondern gerade auch Natur und Tiere immer mehr in Bedrängnis kommen und sich die Bedrohung zuspitzt, meldet sich der Christus-Gottesgeist erneut zu Wort, diesmal durch Gabriele, die Prophetin und Botschafterin Gottes. In dem großen Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort**** geht Christus auch auf das Problem der Kluft zwischen Arm und Reich eine – und Er gibt uns eine Vision davon, wie es auf der Erde aussieht, sobald wir Menschen Seine Botschaft »globalisieren« und statt der äußeren Wucherungen das innere Wachstum anstreben:
»Menschen, die ihren Reichtum als ihr Eigentum ansehen, sind arm im Geiste. Vielen der an irdischen Gütern Reichen wurde für ihr Erdenleben die geistige Aufgabe in die Wiege gelegt, ein Vorbild für jene Reichen zu sein, die mit verstockten, unnachgiebigen Herzen sich an ihren Reichtum binden und deren einziges Denken und Trachten es ist, diesen für sich selbst zu vermehren. Ein Mensch, der an irdischen Gütern reich ist und erkannt hat, dass sein Reichtum eine Gabe ist, die er nur dazu von Gott empfangen hat, dass er sie in das große Ganze für das Wohl aller einbringt und sie dort rechtmäßig für alle verwaltet – der verwirklicht das Gesetz der Gleichheit, Freiheit, Einheit und Brüderlichkeit. Er trägt als ein selbstloser Geber mit dazu bei, dass die Armen nicht in Entbehrung und die Reichen nicht in Luxus leben ...
Erkennet: Nach den Gesetzen des Ewigen gebührt jedem, der selbstlos das Gebot ‚Bete und arbeite’ hält, das Gleiche: Denn Gott gibt jedem, wessen er bedarf, und darüber hinaus. Solange jedoch noch nicht alle Menschen sich an dieses Gebot halten, gibt es auf der Erde die so genannten Reichen. Ihre Aufgabe ist es, ihren angesammelten Reichtum auszuteilen und ebenso zu leben wie die, die selbstlos das Gebot ‚Bete und arbeite’ erfüllen. Wenn sie in dieser Weise nicht an ihr Wohl denken, sondern an das Wohl aller, dann kehrt sich allmählich der innere Reichtum nach außen, und kein Mensch wird hungern oder darben« (S. 280 ff). (Matthias Holzbauer)

* Bertelsmann 2002, 22,90 €
* Carl Amery, »Global Exit«, Luchterhand 2002
*** Ziegler, a.a.O., S. 29.59
**** Verlag Das Wort, www.das-wort.com/deutsch/


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 6/03

 


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