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Das 2. Gebot Was ist mir der Name Gottes wert? Kann man Gott vorbehaltlos vertrauen oder gibt es auch einen Grund, Angst vor Ihm zu haben? Wer Gott erfährt und freudiger und glücklicher geworden ist, wird Ihn nicht mehr für Situationen verantwortlich machen, die der Mensch verursacht hat. Menschen gebrauchen Wörter, um sich zu verständigen, und sie verstehen sich doch nicht richtig, wenn einer nämlich mit einem bestimmten Wort einen anderen Inhalt verbindet als sein Gesprächspartner. Dies gilt besonders für das Wort »Gott«. Denn man wird kaum zwei Menschen finden, deren Vorstellungen identisch sind, wenn sie das Wort »Gott« aussprechen. Da dieses Wort das höchste Wesen bezeichnet und von vielen Menschen täglich in den Mund genommen wird, lohnt es sich, darüber nachzudenken, was wir damit verbinden und welche Bedeutung es für unser Leben hat. Wie wichtig diese Fragen sind, ergibt sich auch daraus, dass von den Zehn Geboten das zweite lautet: »Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen!« Stoßgebete aus dem Unterbewusstsein Wie oft passiert es in bestimmten Regionen, dass wir jemandem »Grüß Gott!« zurufen, ohne uns dabei viel zu denken? Kaum mehr, als wenn wir »Guten Tag« oder einfach »Hallo« sagen würden. Eine ursprünglich hochstehende Grußform hat sich abgenutzt und wurde zur Floskel. Kaum anders ergeht es uns mit dem schnell hingesprochenen »Gott sei Dank«, das sicherlich auch manchem Atheisten herausrutscht, wenn eine schwierige Situation plötzlich eine günstige Wendung nimmt. Es muss schon sehr viel passieren bzw. nicht passieren, damit in dem erleichterten »Gott sei Dank« bewusste Dankbarkeit mitschwingt – etwa wenn wir mit Haaresbreite einem Autounfall entgehen. Auch der Ausruf »Ach, Gott«, der uns leicht über die Lippen kommt, wenn wir überfordert oder verzweifelt sind, ist normalerweise mit wenig bewussten Inhalten gefüllt. Der Seufzer kommt mehr aus unbewussten Tiefen unserer Seele, die in der Not plötzlich an Gott denkt und Ihn um Hilfe anruft. Unser Oberbewusstsein geht schnell darüber hinweg. Würde man uns fragen, ob wir an Gott glauben, würde so mancher, der Ihn im Mund führt, mit den Achseln zucken. Von Gott enttäuscht Im so genannten christlichen Abendland wurde Gott Jahrhunderte lang durch Theologen und Pfarrer »vermittelt«. Sie nahmen für sich in Anspruch, den Menschen zu erklären, wer Gott ist. Und das war höchst gefährlich: Heraus kam ein zürnender Gott, der ewige Höllenfeuer bereithielt oder Kriege und Hinrichtungen rechtfertigte. Ein veräußerlichter Kult und eine blutige Machtpolitik der Kirchen hatten zur Folge, dass sich ehrliche Gottsucher immer wieder mit Enttäuschung und Entsetzen von den unglaubwürdigen Kultverwaltern abwandten. Oftmals kehrten sie dann auch Gott selbst den Rücken, weil sie von den kirchlichen Vermittlern und deren Gottesbild so enttäuscht wurden. Dabei hatte Jesus von Nazareth weder eine Kirche noch Priester eingesetzt, geschweige denn den Gott verkündet, den sie den Menschen beizubringen suchten. Für Jesus von Nazareth war Gott nicht in theologischen Dogmen und Kirchengebäuden zu finden. Er lehrte: »Das Reich Gottes ist inwendig in euch.« Und der Christus Gottes, Der sich heute durch Prophetenmund offenbart, sagt der Menschheit: »O erkennet: Jahrhunderte lang lehren viele so genannte Priester und Theologen, Pfarrer – einerlei, wie sie sich nennen – aus der Bibel. Wenn sie selbst nicht leben, was sie vorlesen, so hat das Wort keine Kraft und geht nicht in den Nächsten ein. So blickt in diese Welt: Wer hat euch geführt? Viele wurden verführt, weil Mein Name missbraucht wurde und missbraucht wird.« Lebensbemeisterung Wer sich dies klarmacht, wird die Frage nach Gott neu
überdenken. Er wird sich von unverständlichen Dogmen lösen, mit deren Hilfe
Theologen von den »Geheimnissen Gottes« reden. Statt dessen kann er auf seine
eigene Art versuchen, Gott »zu erfahren«. Und wie geht das? Wenn wir diese Gotteserfahrung machen und ein gottgemäßes Leben führen, dann benutzen wir den Namen Gottes nicht mehr als Floskel – auch nicht als Floskel des Gebets. Jesus von Nazareth erklärte dazu in der Bergpredigt, dass es darauf ankommt, den Willen Gottes zu tun, und zu vielen, die »Herr, Herr« riefen, sagte Er: »Weicht von Mir, ihr Übeltäter« (Mt. 7,21 ff.). Es könnte sein, dass Jesus hier auch schon die kirchlichen Institutionen voraussah, in denen immer wieder von Gott und Christus geredet wird, während gleichzeitig Seine schlichte Botschaft ins Gegenteil verkehrt wird. An diese Lehre des Nazareners knüpft der Allgeist, Gott, Der heute durch Prophetenmund wieder zur Menschheit spricht, in einer Seiner göttlichen Offenbarungen an. Dort heißt es: »Wer sind eure Götter? Obwohl ihr mit den Lippen zu einem Gott betet – es ist der Mammon, es sind die äußeren Dinge dieser Welt, Reichtum, Ansehen, Ichbezogenheiten in unzähligen Variationen. Die Masse Meiner Kinder betet, doch wo ist die Erfüllung des Gebetes? Blickt in eure Welt und blickt letztlich auf euch selbst. Viele sprechen: Christus, Christus, Du mein Erlöser! Was übergebt ihr eurem Erlöser? Ihr betet hin; doch was ihr hinbetet zu eurem Erlöser, sollt ihr in die Tat umsetzen, auf dass ihr werdet, so wie Ich euch geschaut und geschaffen habe, und ihr wieder Mein Antlitz schaut als Kinder eures Vaters, Der Ich Bin. Wie lange noch sprecht ihr vom Geist und werdet nicht Geist aus Meinem Geist? Wie lange noch sprecht ihr von der Gottesliebe und werdet nicht Liebe aus Meiner Liebe? Wie lange noch lest ihr in euren Bibeln die Evangelien und lebt nicht danach?« Die große Chance Was wir hier hören, ist der Aufruf zum Tatchristentum. Wer mit wachen Augen die Ereignisse unserer Zeit wahrnimmt, dem entgeht nicht, dass die Katastrophen und Kriege zunehmen. Mancher fragt sich: Ist man früher oder später vielleicht selbst ein Betroffener? Die gegenwärtige Zivilisation geht immer mehr in die Knie und die Erde leidet. Da nutzt es nichts mehr, auf die »Geheimnisse Gottes« zu verweisen oder, wie es Luther tat, von seiner »dunklen Seite« zu sprechen und Ihn gar bei Unglücksfällen und Katastrophen anzuklagen, wie es bei öffentlichen Trauergottesdiensten geschieht. Was die Menschheit heute erlebt, hat sie selbst gesät. Gott will nicht das Leid, die Krankheit, die Katastrophe und die Not. Es ist die Folge menschlichen Wirkens auf dieser Erde, die früher oder später eintritt. Den Namen Gottes damit in Zusammenhang zu bringen, ist ein schwerer Missbrauch, der die Menschen erneut in die Irre führt, weil das Gesetz von Saat und Ernte verdrängt wird. Wer den Namen Gottes ehrt, der wird Ihn nicht nur anrufen,
sondern sich täglich bemühen, »im Namen Gottes« zu leben, indem er die Gebote
Gottes erfüllt. So wird er mehr und mehr die Gegenwart Gottes verspüren und die
Hilfe, sich selbst zu erkennen, sein Allzumenschliches zu überwinden, um mit
seinen Mitmenschen Frieden zu schließen. Wenn der Glaube zum Tun wird, verändern
wir uns selbst und damit die Welt. Wir bekommen »neuen Geschmack an Gott« und
unser Leben bekommt einen neuen Sinn. Je mehr Menschen diese Gotteserfahrung
machen, umso eher wird der Missbrauch des Namens Gottes in dieser Welt
überwunden. Ehrliche Gottsucher werden zu Brückenbauern, sodass noch viele
Menschen Gott als einen Gott der Güte, der Barmherzigkeit, der großen Einheit
und Freiheit erkennen können. (dp/cs)
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