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Juni 2009 |
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Missbrauch der Pressefreiheit durch die Main-Post Sobald es im Raum Würzburg darum geht, Vorgänge rund um die Glaubensgemeinschaft Universelles Leben in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken, ist auf sie Verlass: die Provinzzeitung Main-Post ist sich seit Jahren nicht zu schade, kirchliche Verleumdungen über die „religiöse Konkurrenz“ zu kolportieren und mit Häme und primitivem Spott an kirchlichen Feindbildern gegen die „Ketzer“ weiterzubasteln.
Angesichts der fortlaufenden massiven Diskriminierung durch die lokale
Presse wandte sich der Anwalt des Universellen Lebens, Dr. Christian
Sailer, im Juni 2009 an den Konzernherrn der Mainpost, Dr.
Stefan von Holtzbrinck in Stuttgart. Dieser nahm jedoch nicht selbst
Stellung, sondern leitete den Brief einfach an den Main-Post-Chefredakteur
Michael Reinhard weiter – der in einem kurzen Antwortbrief jede Schuld
von sich wies: Die Main-Post habe immer „korrekt“ berichtet;
dies hätten auch die Gerichte bestätigt. Das nahm Christian Sailer zum
Anlass, der Erinnerung des Zeitungsmanns etwas auf die Sprünge zu
helfen. Dokument zur Zeitgeschichte Sehr geehrter Herr Chefredakteur Reinhard, für Ihr Schreiben vom 29.5.2009 bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet. Es nimmt den Anhängern des Universellen Lebens die letzten Illusionen über das Berufsethos und die Umgangsformen des Großverlegers Dr. von Holtzbrinck und des Chefredakteurs eines seiner Lokalblätter. Ich hatte mich an Ihren Verleger im Namen einer Glaubensgemeinschaft gewandt, die von der Main-Post seit über 20 Jahren systematisch schlecht gemacht wird. Zuletzt war ich auch selbst Gegenstand unseriöser Berichterstattung, weshalb ich mich auch im eigenen Namen beschwerte. Von Herrn Dr. von Holtzbrinck erhielt ich überhaupt keine Antwort und von Ihnen ein paar oberflächliche Zeilen, bei denen Sie sich auf gewonnene Prozesse hinausreden, obwohl Sie genau wissen, dass es in meinem Brief nicht um Juristisches ging, sondern um die Bitte um Fairness, die man auch bei Beachtung der juristischen Grenzen der Pressefreiheit ungeschoren verletzen kann und bei der Main-Post auch in einer Vielzahl von Fällen verletzt hat. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass aus Ihrem Haus nichts anderes zu erwarten ist, nachdem Ihr Blatt seit Jahren so massiv dazu beigetragen hat, dass die Anhänger des Universellen Lebens in Unterfranken von einem Teil ihrer Mitbürger als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Das hat die Reputation Ihres Blattes in kirchlichen Kreisen sicherlich erhöht. Vielleicht sollte ich ja sogar noch ein gewisses Verständnis für die weltanschauliche Schlagseite der Main-Post haben, wenn es um eine urchristliche Bewegung geht, die von Kirchenfunktionären bekämpft wird. Andernfalls könnte man im katholischen Würzburg allzu leicht kapitalkräftige Inserenten und das Wohlwollen führender gesellschaftlicher Kräfte verlieren, worauf man beim Verlagsgeschäft eben angewiesen ist. Aber muss deshalb das Niveau gleich derart ins Rutschen kommen, dass manches wie bei einer bedauernswerten Provinzzeitung anmutet? Ist es vorauseilender Gehorsam oder Inkompetenz? Oder kann man sich aus Mangel an finanziellen Mitteln keinen besseren Journalismus leisten? Da ich nicht weiß, ob Ihre Selbstsicherheit gespielt ist oder auf Unwissenheit beruht, führe ich Ihnen nachfolgend anhand einiger Beispiele einmal vor Augen, welch’ giftige Suggestionen Ihre Zeitung allein in Artikelüberschriften immer wieder über die Urchristen im Universellen Leben verbreitet und damit im Lauf der Jahre ein Gesamtbild gezeichnet hat, das die Anhänger und Verantwortlichen dieser Gemeinschaft wahlweise für korrupt oder verrückt oder gefährlich abstempelt.
Das sind, wie gesagt, nur einige Beispiele, und wir wollen uns nun bei einigen davon anschauen, was hinter dem Trommelfeuer solcher Überschriften in Wirklichkeit steckt:
Die zweite Artikelüberschrift erweckt in Verbindung mit der Generalüberschrift beim Leser den Eindruck, dass eine Vielzahl unerlaubter Kameras und Zäune errichtet worden seien. Die Petition war von einigen Rädelsführern alter Gegner des Universellen Lebens eingereicht worden und führte lediglich dazu, dass die zuständige Datenschutzbehörde die Kameras überprüfte und mit zwei kleinen Ausnahmen insgesamt genehmigte, während sich die Zäune als Schutz von Aufforstungen und Obstkulturen im Rahmen eines verwaltungsgerichtlichen Verfahrens weitgehend als rechtmäßig erwiesen - was der Main-Post selbstverständlich keine Zeile wert war.
Sie sehen
also, sehr geehrter Herr Chefredakteur, wie demagogisch und irreführend
viele Artikelüberschriften waren. Der aggressive und verächtliche Ton
vieler Titel erinnert in mancher Hinsicht an die verhängnisvolle Tonart,
die in finsteren Zeiten deutscher Vergangenheit praktiziert wurde. Auch
damals wurden Menschen publizistisch niedergemacht und ausgegrenzt.
Damals wurde die veröffentlichte Meinung von der totalitären Ideologie
der Nazis geprägt; heute ist es die totalitäre Ideologie kirchlicher
Sektenbeauftragter, die seit rund 30 Jahren Andersgläubige mit Hilfe des
Etiketts „Sekte“ als nicht gesellschaftsfähige Außenseiter abstempelt.
Und jeder, der die neuen Sündenböcke angreift, kann sich publizistisch
profilieren und mit dem Beifall der Masse rechnen. Der bekannte
Staatsrechtslehrer Prof. Martin Kriele charakterisierte die Situation in
der Zeitschrift für Rechtspolitik einmal so: Vielleicht
erkennen Sie sich teilweise wieder. Ihr Hinweis, dass die gerichtlichen
Verfahren zu Ihren Gunsten ausgegangen seien (was nicht in jedem Fall
zutrifft), bedeutet keinerlei ethische oder moralische Rechtfertigung
des von der Main-Post gegenüber dem Universellen Leben
praktizierten Kampagnenjournalismus. Und schon gar nicht bedeutet es,
dass wahr ist, was Sie verbreitet haben. Sondern lediglich, dass
Unwahrheiten geschickt genug formuliert waren, sodass sie als
Meinungsäußerungen bei Gericht noch durchgingen. Lassen Sie mich noch
einmal den erfahrenen Verfassungsjuristen Kriele zitieren, der über den
Rechtsschutz religiöser Minderheiten unter anderem folgendes schreibt: Dass Sie bei Gericht durchgekommen sind, bestätigt also keineswegs eine wirklich „ordnungsgemäße Berichterstattung“, sondern in erster Linie, dass einige Ihrer Spezialisten für die „Berichterstattung“ über das Universelle Leben in der Kunst unangreifbarer Hetze zu Experten herangereift sind. Der Taschenspielertrick, Verleumdungen, die bei Gericht als Meinungsäußerungen durchgingen, anschließend als vom Gericht für zutreffend gehaltene Tatsachenbehauptungen wiederzugeben, ist in Ihrem Blatt hochentwickelt, wie ich oben beispielhaft anhand der Artikelüberschrift „Zu Recht vor Missbrauch von Praxisdaten gewarnt“ aufgezeigt habe. Neben dieser Kunstfertigkeit hat Ihnen bei Gericht sicherlich auch der Umstand geholfen, dass die Richter in Würzburg und Bamberg dem katholischen Milieu innerlich näherstehen dürften als einer von den Kirchen verteufelten religiösen Minderheit. Die Berichterstattung Ihrer Zeitung über diese Gemeinschaft trug wesentlich dazu bei, dass sie eine gesellschaftliche Ausgrenzung und Benachteiligung sondersgleichen erfuhr – bei der Vergabe von Handwerkeraufträgen, bei der Anmietung von Vortragssälen, bei der Vergabe von Subventionen und vielem anderen mehr. Die von der Verfassung garantierte Religionsfreiheit wird auf diese Weise faktisch unterlaufen. Wenn die Macht der Presse, die sich so gerne als „Vierte Gewalt“ versteht, legitim bleiben soll, darf sie gegenüber Minderheiten nicht auf diese Weise eingesetzt werden. Sie wurde im vorliegenden Fall auf gefährliche Weise missbraucht - gefährlich nicht nur für die betroffene Glaubensgemeinschaft, sondern auch für die Gesellschaft, für die es schädlich ist, wenn gegen einen Teil ihrer Mitbürger in der Tagespresse systematisch Stimmung gemacht und Intoleranz geschürt wird. Vielleicht sollten Sie, sehr geehrter Herr Reinhard, zusammen mit Ihrem Verleger, noch einmal darüber nachdenken, ob Sie diese Art von Journalismus wirklich verantworten können und Kritik hieran weiterhin mit einer Handbewegung beiseite schieben wollen. Die vorliegende Auseinandersetzung ist von grundsätzlicher Bedeutung und öffentlichem Interesse, weshalb mich meine Mandanten gebeten haben, diesen Brief neben dem Deutschen Presserat auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Selbstverständlich gilt dies auch für Ihre Reaktion. Mit freundlichen Grüßen Dr. Sailer Link: http://www.das-weisse-pferd.com/04_08/main-post.html
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