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Solange es Menschen
gibt, wird es wohl die Suche nach dem Glück geben.Liegt das Glück in den Genen?
Doch wo finden wir das
Glück? Ist es im Äußeren zu finden oder im Inneren? Eines ist gewiss: Glück ist ein
Innenzustand, eine bestimmte Qualität inneren Empfindens. Es ist die Empfindung von
Wohlgefühl, von Behaglichkeit, Zufriedenheit, Geborgenheit und innerer Freude.
Wovon ist ein solcher seelischer
Innenzustand abhängig? Wie kommt er zustande? Die Antworten sind ganz verschieden. Eine
Erklärung ist die, dass das Glück von Genen abhängig sei, so war z. B. im
Stern
(Nr. 2/1997) lesen. Als eines der "Glücksgene" gilt dabei das Dopamin. Wenn wir uns
verlieben, aber auch wenn wir Alkohol oder Nikotin konsumieren, werde im Gehirn dieser
körpereigene Botenstoff ausgeschüttet. Er aktiviere das so genannte Belohnungssystem im Kopf,
ein Netzwerk von Nerven, das fast das gesamte Gehirn durchzieht. Ihr Zusammenspiel löse
Wohlgefühl aus - doch wie, das wisse noch niemand zu sagen.
Ein amerikanischer Psychologe will
jetzt herausgefunden haben, dass nicht nur momentane Hochgefühle durch Dopamin gesteuert
würden. Auch Menschen, die sich durch eine positive Grundstimmung auszeichnen, hätten
einen höheren Dopaminspiegel.
Und wieder einmal wird die
Zwillingsforschung bemüht, um die These zu belegen, dass die Glücksfähigkeit angeboren,
also genetisch bedingt, sei. Der amerikanische Psychologe David Lykken unterzog Hunderte
von Zwillingspaaren einem "Glückstest".
Er fragte z. B., ob sie
zuversichtlich in Bezug auf die Zukunft seien, ob sie ihr Leben als Abenteuer betrachteten
u. ä. m. Sein Ergebnis: "Eineiige Zwillinge antworten fast immer übereinstimmend,
auch wenn die Befragungen mehrere Jahre auseinander lagen. Bei zweieiigen Paaren, bei
denen die Gene maximal zur Hälfte identisch sind, lagen die Aussagen über Glücklichsein
extrem weit auseinander."
Die Erklärung des Psychologen:
Jeder Mensch erbe einen bestimmten Pegel an Zufriedenheit. Höhen und Tiefen des
Schicksals könnten diesen "Set-Point" zwar nach oben und unten verschieben,
aber über kurz oder lang pendle sich das Wohlbefinden wieder auf dem vorgegebenen Niveau
ein.
Glück hängt nicht vom
Äußeren ab
Die "Set-Point"-Theorie
könnte auch erklären, warum Jugend, Karriere, Ruhm, oder was sonst Menschen mit Glück
verbinden, auf Dauer nicht ein Mehr an Zufriedenheit bringen. "Ärzte sind nicht
glücklicher als Arbeiter, Leute mit Doktortitel nicht mehr als Volksschüler." Auch
Multimillionäre fühlten sich nur wenig besser als Durchschnittsverdiener. Das sei
wenigstens Ergebnis einer Befragung der 49 reichsten Amerikaner. "Auch nach
Schicksalsschlägen pendelt sich das alltägliche Wohlbefinden wieder ein."
Es sind nicht so sehr äußere
Faktoren wie Geld und Sicherheit, die Glück bewirken. So waren z. B. der Lebensstandard
und die soziale Sicherheit in Deutschland in den 70er Jahren nicht schlecht, und doch nahm
das Glücksempfinden im Vergleich zur Zeit davor nicht zu. Geld allein macht also nicht
glücklich. Wichtiger ist da schon die Freiheit: Die Freiheit am Arbeitsplatz, das
Mitbestimmen-Können und die Möglichkeit, kreativ tätig sein zu können. Auch Aktivität
kann glücklich machen: Wandern, Gartenarbeit, Sport, Musik u. a. m.
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