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Die kroatischen
Faschisten und der VatikanRaubgeld in der Papstkasse?
Ein Agent des amerikanischen Nachrichtendienstes meldete
es am 21. Oktober 1946 nach Washington - doch erst jetzt wurde das Schriftstück
veröffentlicht: Der Vatikan soll damals 200 Millionen Schweizer Franken erhalten haben,
die kroatische Faschisten von Juden, Zigeunern und Serben erpresst und geraubt hatten.

Im kroatischen
Konzentrationslager Jasenovac nahm man den Häftlingen Uhren und Schmuck ab. Die hier
gezeigte Sammlung wurde später in der Residenz des Erzbischofs von Zagreb versteckt. Auch
dieses Geld, das man Juden und orthodoxen Serben raubte, wurde nach dem Krieg gefunden.
Doch es ist nur ein kleiner Teil.
Der deutsche Historiker Willi Korte sucht derzeit im
Nationalarchiv in Washington nach Unterlagen im Zusammenhang mit den jüdischen Geldern,
die noch immer auf Schweizer Banken liegen. Bei dieser Arbeit kam auch das den Vatikan
belastende Dokument zum Vorschein.
Korte erklärte gegenüber dem Auslandsjournal des
Zweiten
Deutschen Fernsehens, dass er bereits weitere Dokumente gefunden habe. So habe ein
gewisser Monsignore Golik sich seinerzeit in Rom als "Hauptsponsor" der dorthin
geflüchteten Kroaten betätigt und ihnen die Flucht nach Südamerika ermöglicht.
Wer finanzierte die
"Rattenlinie"?
Der amerikanische Regierungsberater Mark Masurovsky
arbeitet mit Korte zusammen. Masurovsky vermutet aufgrund der bisher gefundenen
Unterlagen, dass es Vereinbarungen zwischen dem kroatischen Faschistenregime der Ustascha
und dem Vatikan gab, wonach die geraubten Gelder nach Rom flossen.
Der Vatikan habe möglicherweise mit einem Teil dieser
Geldern dann die so genannte "Rattenlinie" finanziert, auf der Tausende von
Nazi-Kriegsverbrechern nach Argentinien und in andere südamerikanische Staaten auswandern
konnten. Es müsse hier noch weiter nachgeforscht werden.
Ursprünglich, so berichtete 1946 der Verbindungsmann,
hatte der Schatz aus 350 Millionen Franken bestanden. 150 Millionen hätten jedoch die
Briten gefunden und beschlagnahmt. Es habe damals Gerüchte gegeben, so das Dokument
weiter, dass die Gelder nach Spanien und Argentinien weitertransportiert worden seien.
Dies sei jedoch möglicherweise nur eine gezielte Desinformation, um die Aufbewahrung im
Vatikan zu verschleiern.
Oder ging es weniger um die Verschiebung von Geldern,
sondern mehr um den Transport von Nazis nach Spanien und Argentinien - mit vatikanischen
Geldern? Auch der blutrünstige Faschistenführer Ante Pavelic gelangte mit kirchlicher
Hilfe als "Pater Gomez" nach Argentinien und später nach Spanien, wo er 1959,
vom Papst gesegnet, starb.
Elan Steinberg vom jüdischen
Weltkongress zeigte sich
gegenüber dem ZDF über die neuen Erkenntnisse nicht überrascht. Der Verdacht einer
finanziellen Absprache zwischen Vatikan und Ustascha habe schon lange bestanden.

Auch vor religiösen
Gegenständen jüdischer und
orthodoxer Herkunft machte die Gier keinen Halt.
Die Zusammenarbeit zwischen den kroatischen Faschisten und
der römischen Kurie funktionierte schließlich auch auf anderen Gebieten reibungslos.
Klöster richteten Waffenlager für die Faschisten ein, katholische Geistliche betätigten
sich in Ustascha-Konzentrationslagern als Gefängniswärter und Massenmörder, sie
führten Zwangsbekehrungen unter orthodoxen Serben durch, sie dienten als
Regierungsberater und bildeten mit offensichtlicher Billigung des Papstes die Hauptstütze
des faschistisch-katholischen Terrorregimes, dem Hunderttausende von Menschen zum Opfer
fielen.
Die Grausamkeit des Regimes stieß selbst
bei manchen Nazis
auf Protest.
Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls dementierte die
Enthüllungen wachsweich mit dem Hinweis, dass es sich um eine nicht näher bezeichnete
Quelle handle. Der US-Regierungsberater Masurovsky meinte dazu im ZDF lakonisch: Der
Vatikan könne ja, wie andere Staaten, endlich seine Archive offen legen, damit seine
Unschuld bewiesen werden könne.
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