Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 15/97

abstand.gif (36 Byte)
Jugendliche sprechen über Gott

Welcher Glaube hat Zukunft?

"Junge Urchristen laden junge Leute ein" - bereits zum dritten Mal traf sich eine große Runde von ca. 60 Teilnehmern zu den "Gesprächen über Gott", diesmal in den Konferenzräumen im Würzburger Hauptbahnhof zu dem Thema "Loosing my religion" ("... verliere meine Religion").

Werbung mit Plakaten

Hoffnung in die Jugend: "Die wollen was
verändern, und die können es auch"

Vertreter unterschiedlicher Gruppen und einzelne Interessierte waren gekommen, um sich über Erfahrungen im Glauben auszutauschen.

Einer Umfrage zufolge hätten in den letzten fünf Jahren in Deutschland "3,5 Millionen Menschen den Glauben an Gott verloren", womit der Hintergrund für das Thema angesprochen war. "Religion" bedeute ja auch "Rückbindung, Halt", und so könne man auch sagen, viele hätten den Halt im Leben verloren.

Überhaupt keinen Gott mehr?

"Ich bin in einer katholischen Gegend aufgewachsen", sagte einer, "und habe gelernt, wenn Du Dich richtig verhältst, dann ist Gott zu Dir gut, wenn nicht, dann kommen irgendwann die Strafen, ewige Verdammnis schlimmstenfalls oder mittlere Dinge, je nach Schwere der Fehler und Sünden. Heute glaube ich daran, dass es darauf ankommt, mit seinem Nächsten in Frieden zu leben. Vielleicht braucht man dann überhaupt keinen Gott mehr."

Wer Gott eigentlich ist

"Für mich", sagt ein anderer, "ist der Glaube an Gott auch nicht die `große Erleuchtung`, sondern ein Glaube, dass ich Seinen Geboten vertrauen und danach leben kann, zum Beispiel bei einem Streit erst den `Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen`".

Inhalt Ausgabe 15/97
Hauptseite
Archiv - alle früheren Ausgaben
Suchen
Abo-Service
Impressum
Post an uns

Ein dritter meint, er hätte jetzt so viel gehört, wie Gott einem hilft, doch keiner hätte bis jetzt gefragt, wer Gott eigentlich ist und was er von uns will.

Ob der christliche Gott nicht ein brutaler Gott sei, fragte ein Jugendlicher, wenn er seinen Sohn auf so schreckliche Weise opferte. Das sei überhaupt nicht Gottes Absicht gewesen, entgegnete jemand, das hätten Menschen getan, nicht Gott.

Was ist Urchristentum?

Der Gesprächsverlauf machte auch deutlich, dass sich im Christentum verschiedene Richtungen entwickelt haben, und so stellte ein Jugendlicher die Frage: "Einige nennen sich Urchristen. Was ist eigentlich Urchristentum?"

Menschen waren das ursprünglich gewesen, die nach der einfachen und schlichten Lehre des Jesus von Nazareth gelebt haben, ohne Dogmen und ohne Priester, die nicht nur glaubten, sondern tun wollten, was Jesus gesagt hat. Sie glaubten auch, dass Gott in ihnen selbst lebt, so wie auch in der Natur. Und heute leben wieder Menschen auf diese Weise.

"Welcher Glaube hat Zukunft?", war zu hören, und jemand nannte einen Theologen (Anm. der Red.: Karl Rahner), der sinngemäß gesagt hat, der Christ von morgen wird "Mystiker" sein oder es wird keine Christen mehr geben".

Halt im Inneren

Den "Halt im Glauben", den so viele verloren hätten, könnte man demnach nicht in äußeren Dingen, sondern nur im eigenen Inneren finden. Dass das Urchristentum mit diesem Glauben nicht von anderen abgesondert ist, machte ein Jugendlicher deutlich, der auf Natur-Völker hinwies und einige Sätze aus einem Indianer-Buch vorlas.

"Was verändern"

Als die letzten Beiträge kamen, war es bereits nach 22 Uhr, einige Themen wurden bei Cappuccino, Bier und Orangensaft im nahe gelegenen "Pub" fortgesetzt. Zu spät wurde es anscheinend keinem, trotz Arbeit am nächsten Morgen, was die "Jungen Urchristen" ermuntert, die Gespräche fortzusetzen: Aktuelle Termine erfahren Sie über die Redaktion.

Werbung mit Plakaten

Werbung für den Abend - Eine Stunde vor Beginn
in der Nähe des Würzburger Hauptbahnhofes

Ein etwas älterer Teilnehmer sagte: "Ich kann mir nicht denken, dass es so etwas schon einmal gegeben hat. Ein offenes Glaubensgespräch mit so vielen unterschiedlichen Leuten." Und jemand fügte hinzu: "Die Leute haben Idealismus, die wollen was verändern und die können es auch."


 



Copyright ©
Verlag Das Weisse Pferd GmbH, Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Deutschland
Tel. 09391 / 504 - 207, Fax - 210, http://www.das-weisse-pferd.com - E-Mail: info@das-weisse-pferd.com


Fernsehtipp
: www.erde-und-mensch.tv

Hit Counter