Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 16/97

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Giordano Bruno - ein Ketzermönch wird verfolgt

"Der Ketzer muss brennen"

Was passieren kann, wenn man sich ernsthaft bemüht, Christus wirklich nachzufolgen und wie man dabei auf stärksten kirchlichen Widerstand treffen kann, das zeigt der Film "Giordano Bruno - Der Ketzer muss brennen".

Giordano Bruno (1548-1600) war als aufgeweckter Junge dem Dominikaner-Orden in Italien beigetreten. Da er ein Freidenker und Idealist war und die Dinge gerne hinterfragte, stieß er in dem starren System des Ordens schon bald auf starke Ablehnung. Daher floh er aus seinem Orden und bereiste ganz Europa. Er beschäftigte sich nicht nur mit Theologie. Noch wichtiger waren ihm die wissenschaftlichen und philosophischen Disziplinen. Dabei sah er alles als eine Einheit an.

Seine zahlreichen Werke, die im Zuge seiner wissenschaftlichen Studien erschienen, hinterfragten auch die kirchlichen Dogmenvorstellungen und deren Weltbild. Vor allem die Wissenschaft vom Himmel und den Gestirnen, die Astronomie, hatte es ihm angetan. Dass die Erde um die Sonne kreist und nicht, wie die damalige Sicht der Kirche war, umgekehrt, war ihm viel einleuchtender. Und wenn er den gestirnten Himmel betrachtete, überkam ihn oftmals eine Art religiöse Ehrfurcht angesichts der Schönheit des Kosmos. Wo gab es dabei ein Oben und Unten, wenn die Begrenzung wegfiel?

Aus seinen Beobachtungen und Schlussfolgerungen leitete er ein neues Verständnis des Christentums ab: Ein Christentum, dem es vor allem um die innere Realität geht, die mit der Freiheit des Einzelnen untrennbar verbunden ist.

Der Film zeigt den letzten Lebensabschnitt in Giordanos Leben, seinen Leidensweg durch die römisch-katholische Inquisition. In Venedig gerät Bruno, meisterlich besetzt durch Gianmarie Voloté, durch Verrat in die Hände der Heiligen Venezianischen Inquisition, wo ihm der Prozess gemacht wird. Bruno soll auf die katholische Lehre und Weltanschauung schwören und seinen eigenen Ideen und Werken abschwören. Seine Hauptkritik an der Kirche ist, dass ihre Handlungsweise nicht dem Handeln der Apostel des Herrn entspricht, sondern einzig der Erhaltung ihrer eigenen Machtstruktur dient.


Giordano Bruno (1548-1600), sah im
Weltall ein Bild der Unendlichkeit Gottes.

Auch findet er viele Dogmen absurd, wie z. B. die Jungfrauengeburt und die Auferstehung des Fleisches. Ebenso wenig glaubt Bruno an die ewige Verdammnis. Trotzdem schwört Bruno seinen Auffassungen zunächst ab, weil er Angst um sein Leben hat. Dem hohen Klerus in Rom ist dies jedoch nicht genug. Sie wollen seinen Kopf. Durch eine Intrige schafft es der Vatikan, dass Bruno nach Rom ausgeliefert wird.

Hier bekommt er nun die ganze Härte der Römischen Inquisition zu spüren: Folter und Psychoterror. Doch diesmal bleibt er standhaft, weil er erkannt hat, dass die Kirche nur ein hierarchisches System aufrechterhalten will. Dass sie Aberglauben, Unwissenheit und rohe Gewalt nicht bekämpft, sondern zum eigenen Nutzen einsetzt. Ihr geht es nur um die Sicherung der eigenen Machtposition. Deshalb ist es ihr auch unmöglich, nachzugeben und den Menschen die Freiheit des Glaubens und Denkens zu lassen.

Das Urteil für Bruno lautet auf Tod durch Verbrennen. Bei der Urteilsverkündung bemerkt Bruno nur: "Ihr habt mehr Angst als ich!" Wer Jesus von Nazareth ernsthaft nachfolgt, muss auch heute noch mit dem Widerstand der etablierten Kirchen rechnen.

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Dieser Film, dessen Schauplätze vor allem Gefängnisse und Gerichtssäle sind, zeigt die Atmosphäre der damaligen Zeit. Passend dazu ist Musik von Ennio Morricone.

Der Film ist als Video im Handel erhältlich.
Link: www.kirchenopfer.de


 




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