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Giordano Bruno - ein
Ketzermönch wird verfolgt
"Der Ketzer muss brennen"
Was passieren kann, wenn man sich ernsthaft bemüht,
Christus wirklich nachzufolgen und wie man dabei auf stärksten kirchlichen Widerstand
treffen kann, das zeigt der Film "Giordano Bruno - Der Ketzer
muss
brennen".
Giordano Bruno (1548-1600) war als aufgeweckter
Junge dem Dominikaner-Orden in Italien beigetreten. Da er ein Freidenker und Idealist war
und die Dinge gerne hinterfragte, stieß er in dem starren System des Ordens schon bald
auf starke Ablehnung. Daher floh er aus seinem Orden und bereiste ganz Europa. Er
beschäftigte sich nicht nur mit Theologie. Noch wichtiger waren ihm die
wissenschaftlichen und philosophischen Disziplinen. Dabei sah er alles als eine Einheit
an.
Seine zahlreichen Werke, die im Zuge seiner
wissenschaftlichen Studien erschienen, hinterfragten auch die kirchlichen
Dogmenvorstellungen und deren Weltbild. Vor allem die Wissenschaft vom Himmel und den
Gestirnen, die Astronomie, hatte es ihm angetan. Dass die Erde um die Sonne kreist und
nicht, wie die damalige Sicht der Kirche war, umgekehrt, war ihm viel einleuchtender. Und
wenn er den gestirnten Himmel betrachtete, überkam ihn oftmals eine Art religiöse
Ehrfurcht angesichts der Schönheit des Kosmos. Wo gab es dabei ein Oben und Unten, wenn
die Begrenzung wegfiel?
Aus seinen Beobachtungen und
Schlussfolgerungen leitete er
ein neues Verständnis des Christentums ab: Ein Christentum, dem es vor allem um die
innere Realität geht, die mit der Freiheit des Einzelnen untrennbar verbunden ist.
Der Film zeigt den letzten Lebensabschnitt in Giordanos
Leben, seinen Leidensweg durch die römisch-katholische Inquisition. In Venedig gerät
Bruno, meisterlich besetzt durch Gianmarie Voloté, durch Verrat in die Hände der
Heiligen Venezianischen Inquisition, wo ihm der Prozess gemacht wird. Bruno soll auf die
katholische Lehre und Weltanschauung schwören und seinen eigenen Ideen und Werken
abschwören. Seine Hauptkritik an der Kirche ist, dass ihre Handlungsweise nicht dem
Handeln der Apostel des Herrn entspricht, sondern einzig der Erhaltung ihrer eigenen
Machtstruktur dient.

Giordano Bruno (1548-1600),
sah im
Weltall ein Bild der Unendlichkeit Gottes.
Auch findet er viele Dogmen absurd, wie z. B. die
Jungfrauengeburt und die Auferstehung des Fleisches. Ebenso wenig glaubt Bruno an die ewige
Verdammnis. Trotzdem schwört Bruno seinen Auffassungen zunächst ab, weil er Angst um
sein Leben hat. Dem hohen Klerus in Rom ist dies jedoch nicht genug. Sie wollen seinen
Kopf. Durch eine Intrige schafft es der Vatikan, dass Bruno nach Rom ausgeliefert wird.
Hier bekommt er nun die ganze Härte der Römischen
Inquisition zu spüren: Folter und Psychoterror. Doch diesmal bleibt er standhaft, weil er
erkannt hat, dass die Kirche nur ein hierarchisches System aufrechterhalten will.
Dass sie
Aberglauben, Unwissenheit und rohe Gewalt nicht bekämpft, sondern zum eigenen Nutzen
einsetzt. Ihr geht es nur um die Sicherung der eigenen Machtposition. Deshalb ist es ihr
auch unmöglich, nachzugeben und den Menschen die Freiheit des Glaubens und Denkens zu
lassen.
Das Urteil für Bruno lautet auf Tod durch Verbrennen. Bei
der Urteilsverkündung bemerkt Bruno nur: "Ihr habt mehr Angst als ich!" Wer
Jesus von Nazareth ernsthaft nachfolgt, muss auch heute noch mit dem Widerstand der
etablierten Kirchen rechnen.
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