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"Das schwärzeste
aller Verbrechen"Der Verrat an den Tieren
"Der heilige Franz von Assisi hätte
sich geschämt, wenn er so etwas hätte mit ansehen müssen", sagt
Horst Fallenbeck. Der
junge Tierschützer organisiert für Mitte Oktober eine Demonstration vor dem Kloster der
Franziskanerinnen in Reute bei Bad Waldsee in Oberschwaben.
Der Grund: Die Nonnen halten ihre
1.500 Hühner in ganz "normalen" Legebatterien mit winzigen
Käfigen. Die Tierschützer versprechen sich eine "Signalwirkung
für andere Betriebe", falls es gelingen sollte, die
Klosterschwestern zur Umstellung auf eine tiergerechte Haltung zu
bewegen.
Der Kirche wird eine ethische Vorbildfunktion zugesprochen.
Wenn schon Nonnen und Mönche die Tiere nicht lieben, wer soll es dann tun? Für den
Kirchenkritiker Karlheinz Deschner ist Franziskus allerdings eine Ausnahme, eine "fast
singuläre Lichtgestalt in all den finsteren Geschehnissen der Kirchengeschichte".
Die Regel war in dieser Geschichte nach Deschner nicht die
franziskanische Tierliebe, sondern das Gegenteil davon. Was im Namen des Christentums mit
den Tieren geschah und geschieht, bezeichnet Deschner in einem Artikel in der Zeit
(22.8.1997) als "das schwärzeste aller Verbrechen."
Über Franziskus schreibt er: "Seine Beziehung aber
zum Tier ... nahm die Kirche nie wirklich ernst; Papst Innozenz III. kommentierte, der
Überlieferung zufolge, er solle doch den Schweinen predigen." "Zum puren Vergnügen", so Deschner,
"marterten mittelalterliche Christen im Spiel vom Geflügel bis zu den Rindern alles
zu Tode. Schweine wurden am Strang gesetzesgerecht hingerichtet, Hunde als Teufelsgehilfen
gepeinigt und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auch Katzen flogen am Johannistag
in ganz Westeuropa fuhrenweise ins Feuer ..."
Mitte des 19. Jahrhunderts "untersagte Pius IX. die
Eröffnung eines Tierschutzbüros in Rom; habe der Mensch doch, was Tiere betrifft,
keinerlei Pflichten." Und für die Gegenwart zitiert der Buchautor die
einschlägigen Stellen aus den Katechismen beider Konfessionen, mit denen sich (fast)
alles rechtfertigen lässt, was den Tieren an Leid zugefügt wird (siehe unten).
Die Wurzeln für diese Missachtung des Lebens sieht
Deschner schon im Alten Testament der Bibel. Deschner hält es für ausgeschlossen,
dass
der Auftrag Gottes "Machet euch die Erde untertan" etwas mit "Fürsorge und
Verantwortung" zu tun habe, dass er also von den Menschen
missbraucht oder bewusst missverstanden worden sei. Auch im Neuen Testament kann er keine klare Aussage für die
Tiere erkennen, im Gegenteil: An einer Stelle, so steht es in der Bibel, soll Jesus von
Nazareth den "schlechten Geist" eines Kranken in eine Herde Schweine geschickt
haben, die dann im Meer ertranken.
Man sieht hier einmal mehr, dass die Rezensenten,
Übersetzer und "Verbesserer" der Bibel "ganze Arbeit" geleistet
haben. In apokryphen Schriften und auch in der heutigen Botschaft aus
dem All Das ist
Mein Wort sind zahlreiche Episoden über Jesus berichtet, die Seine Liebe zu den
Tieren und Seinen Einsatz für sie zum Thema haben. Auffällig
ist, dass solche Berichte bei der Auswahl des biblischen Kanons sämtlich außen vor
blieben. Andererseits gelangten Episoden wie die mit den Schweinen hinein, deren Quellen
unbekannt sind.
Aus der Bibel lassen sich nun mal verschiedene Positionen
hinein- oder herauslesen. Gerade bezüglich der Frage, wovon sich der Mensch ernähren
soll, stoßen wir schon ganz am Anfang des Alten Testaments auf einen erstaunlichen
Widerspruch: Im 1. Buch Mose lesen wir gleich im ersten Kapitel: "Sehet da, ich
habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume
mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise" (1, 29).
Dies war, nach der Bibel, Gottes Aussage zu Beginn des
Lebens auf dieser Erde. Doch im neunten Kapitel desselben Buches - wir befinden uns kurz
nach der Sintflut - lesen wir plötzlich: "Furcht und Schrecken vor euch sei über
allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem
Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ichs
euch alles gegeben" (9, 2.3).
Das Gebot der Tierliebe
Aus den Offenbarungen des Gottesgeistes in unserer Zeit
wissen wir, dass das Wort der Propheten oft missverstanden und mit eigenen Vorstellungen
der Menschen vermischt wurde. Mit der gerade zitierten Stelle haben Theologen aller
Jahrhunderte die Fleischnahrung gerechtfertigt. Doch wer sagt uns, dass sie nicht ganz
anders gemeint waren?
Die Wahrheit und ihr Gegenteil liegen oft dicht
beieinander. Man bräuchte bei der oben genannten Stelle, so meinen wir, nur jeweils ein
Wörtchen zu verändern, um ihnen einen vollständig anderen Sinn zu geben. Machen wir
einmal das kleine Gedankenexperiment: "Furcht und Schrecken vor euch ist über
allen Tieren ..." Nun ist es plötzlich eine Feststellung, ja eine Anklage.
Man muss Deschner zustimmen, dass die Geschichte der
letzten 2000 Jahre nicht dazu angetan ist, die Tierliebe der Christen unter Beweis zu
stellen. Für das innere Christentum gilt jedoch das Gebot der Tierliebe ebenso wie das
Gebot der Nächstenliebe.
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Ein leider ungewöhnliches
Bild - Schweine in freier Natur
Gott, der Ewige, gab den Menschen Tiere und Pflanzen und schenkte ihnen
von der Erde Obst, Gemüse und Getreide. Er gab es den Menschen und sprach zu ihnen:
"Macht euch die Erde untertan", was in seiner rechten Bedeutung besagt: Achtet
und pflegt das Leben aller Lebensformen, und sie werden euch dienen.
(Aus: "Das ist Mein Wort, Alpha und Omega"*)
Aus dem Evangelium Jesu:
"Körner und Früchte der Erde"
"Einen Tag, nachdem Jesus Seine Rede beendet hatte,
geschah es an einer Stelle bei Tiberias, wo sieben Quellen sind, dass ein junger Mann Ihm
lebende Kaninchen und Tauben brachte, damit Er sie mit Seinen Jüngern verzehre. Und Jesus
blickte den jungen Mann liebevoll an und sprach zu ihm: Du hast ein gutes Herz, und
Gott wird dich erleuchten; aber weißt du nicht, dass Gott am Anfang dem Menschen die
Früchte der Erde zur Nahrung gab und ihn dadurch nicht geringer machte als den Affen oder
den Ochsen oder das Pferd oder das Schaf, dass er seine Mitgeschöpfe tötet und ihr
Fleisch und Blut verzehrt?
Ihr glaubt, dass Moses zu Recht befahl, solche
Geschöpfe zu opfern und zu verzehren, und so tut ihr es im Tempel; aber siehe, ein
Größerer als Moses ist hier und kommt, die Blutopfer des Gesetzes und die Gelage
abzuschaffen und wiederherzustellen die reine Gabe und das unblutige Opfer, wie es im
Anfange war, nämlich Körner und Früchte der Erde."
Aus: "Das ist
Mein Wort - Alpha und Omega - Das Evangelium Jesu, die
Christusoffenbarung, welche die Welt nicht kennt", S. 367 f.,
19,80 € + Versand, Verlag
DAS WORT, 09391/504-135,
http://www.das-wort.com, Mit zahlreichen weiteren Stellen über das Verhältnis
von Jesus zu den Tieren.
Bis auf weiteres
Das Messer blitzt, die Schweine schrein,
Man muss sie halt benutzen,
Denn jeder denkt: Wozu das Schwein,
Wenn wir es nicht verputzen?
Und jeder schmunzelt, jeder nagt,
Nach Art der Kannibalen,
Bis man dereinst Pfui Teufel! sagt
zum Schinken aus Westfalen.
Wilhelm Busch
"Das gefährlichste Tier
der Welt"
So lautet der Text einer Tafel in einem zoologischen
Garten. Dort, wo man dieses Tier sucht, hängt ein Spiegel, der die weiteren Sätze
trägt: "Hier sehen Sie das gefährlichste Tier der Welt. Als einziges von allen
Tieren, die es je gab, kann es alle anderen Tiergattungen vernichten und hat es auch schon
weitgehend getan."
Entnommen aus: Carl Anders Skriver, Der Verrat der Kirchen an
den Tieren, München 1967, S. 19
Weniger wertvoll?
"Für mich ist das Leben eines Lammes nicht weniger wertvoll als
das Leben eines Menschen. Und ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem
Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein
Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit."
Mahatma Gandhi
Tiere und Katechismus:
"Unaufhebbares Gewaltverhältnis"
"Und heute? Klipp und klar erklärt 1993 der
Katechismus der Katholischen Kirche: Gott hat die Tiere unter die
Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man
sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie
zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen.
Medizinische und wissenschaftliche Versuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich
zulässig ...
Ja, hält dieser katholische Katechismus
nicht weiter Tür und Tor offen für jede Scheußlichkeit gegenüber einer ganz und gar
wehrlosen, ganz und gar schuldlosen, aber ganz und gar versklavten Kreatur? ... Ist ja
auch nach den EKD-Texten 41, 1991, das Gewaltverhältnis zwischen
Mensch und Tier grundsätzlich unaufhebbar.
Karlheinz Deschner in: "Das schwärzeste aller
Verbrechen", Die Zeit, 22.8.1997
Weitere Literatur:
- Der Prophet Nr. 15: Tiere klagen, der Prophet klagt an:
http://www.das-wort.com/deutsch/kostenlos/tiere-klagen---der-prophet-klagt-an.php
- Der Theologe, Ausgabe Nr. 7:
Jesus und die ersten Christen waren Vegetarier; Die Kirche und das Leid der
Tiere |