Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 20/97

abstand.gif (36 Byte)
Die Bergpredigt: Finde im Negativen das Positive

Vergeben und
um Vergebung bitten

Vergibt uns Gott, wenn wir etwas Unrechtes getan haben? Spontan würden wir sicher sagen: Ja - weil Er unser Vater ist, der alle Seine Kinder liebt. Und doch findet sich in der Bergpredigt des Jesus von Nazareth eine Einschränkung:

"Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben" (Mt. 5, 14 f).

Diese Aussage ist seit fast zweitausend Jahren an herausragender Stelle, nämlich kurz nach dem Vaterunser, zu lesen. Dabei fällt auf, dass sie der kirchlichen Lehre gleich in zweifacher Hinsicht widerspricht. Zum einen ist dort keine Rede von Priestern oder Beichtvätern, die uns Menschen die innere "Arbeit" des Vergebens und Um-Vergebung-Bittens abnehmen könnten. Und zum anderen geht es hier um einen aktiven Glauben: Die Sünden sind nicht einfach verschwunden, Christus hat sie nicht einfach durch eine falsch verstandene "Erlösung" hinweg genommen, sondern sie sollen bereut und bereinigt werden, indem wir vergeben, um Vergebung bitten und das Sündhafte nicht mehr tun.

Das heißt nicht, dass Gott in Seiner Liebe nachlassen würde, solange dieser Prozess der Bereinigung nicht abgeschlossen ist. Aber Er respektiert unseren freien Willen.

Rasch ist etwas ausgesprochen

Christus offenbart dazu in Seiner Botschaft aus dem All "Das ist Mein Wort": "Der ewig Gerechte liebt alle Seine Kinder - auch jene, die noch nicht die Kraft zum Vergeben haben. Würde Er nur dem, der zu einer Sünde Anlass gegeben hat, vergeben und dem nicht vergeben, der von ihm zu einer Sünde verführt worden ist und noch nicht vergeben kann - wo wäre da die Gerechtigkeit Gottes? Beide können erst dann in den Himmel eingehen, wenn ihre Sünden abgegolten sind. Deshalb achtet darauf, was von eurem Munde ausgeht, und achtet auf eure Taten, ob sie dem ewigen Gesetze entsprechen, also selbstlos sind! Sehr rasch ist etwas Gegensätzliches ausgesprochen oder getan - doch lange kann es dauern, bis es vergeben ist."

Hätte Jesus durch seine Erlösertat wirklich alle Sünden, selbst die noch in der Zukunft liegenden, aufgehoben, wozu braucht man dann noch die Bibel? Wozu Sakramente und Kirchen aus Stein, wenn Jesus alles hinweg nimmt? Und wozu braucht man Theologen?

Wer nicht vergibt, verschließt sich

Jeder von uns weiß aus eigener Erfahrung: Solange wir unserem Nächsten etwas noch nicht vergeben können, sind wir auf Distanz zu ihm. Wir verschließen uns gleichzeitig auch vor Gott, weil wir Christus nicht in uns und in unserem Nächsten wirken lassen, damit Er die Betroffenheit, den Schmerz umwandeln kann in Frieden und Versöhnung. Wir helfen dadurch auch unserem Nächsten nicht, Seinen Anteil zu finden. Christus erklärt uns, dass in jedem Vorfall, in jeder Auseinandersetzung etwas Positives liegt, das es zu finden gilt:

"Gott ist allgegenwärtig. So ist Er auch im Gesetz von Saat und Ernte wirksam. Auch in allem Negativen ist das Positive, Gott, das ewige Gesetz. Wenn der Mensch seine Sünden und Fehler erkennt und bereut, dann werden in diesen die positiven Kräfte aktiv und bestärken den zur Erkenntnis seiner Schuld gelangten Menschen, seine Sünden mit der Kraft Christi zu bereinigen. Erkennet das Gesetz Gottes; es ist ewiges Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit - alles in allem: Alles ist in allem enthalten, im Großen das Kleinste und im Kleinen das Große, in der Sünde die Kraft zur Vergebung und in der Kraft, die durch die Vergebung frei wird, der Aufstieg zu dem Inneren Leben, in das ewige Sein. Deshalb kann auch im Negativen das Positive wirken - dann, wenn der Mensch von Herzen um Vergebung bittet, vergibt und nicht mehr sündigt. Der Mensch muss jedoch den ersten Schritt hin zum Inneren Leben tun" (Aus: Das ist Mein Wort bzw. Die Bergpredigt (siehe unten)).

Inhalt Ausgabe 20/97
Hauptseite
Archiv - alle früheren Ausgaben
Suchen
Abo-Service
Impressum
Post an uns

Das Positive im Negativen ist also die Kraft Gottes, ist Seine Gnade, die in allem wirksam ist. Diese Kraft, diese Gnade hat Christus durch Seine Erlösertat in jedem von uns verstärkt. Dieser Gnade können wir uns in jedem Moment zuwenden, indem wir Ihn bitten, dass Er uns in unseren Schwierigkeiten, in unseren Fehlern zeigt, was zugrunde liegt und worin der nächste Schritt besteht, den wir mit Ihm tun können.

Literatur: Die Bergpredigt, Leben nach den Gesetzen Gottes, 120 S., kartoniert, 5,00 €, SFr 9,00, Verlag Das Wort, 09391/504135, auch in Arabisch, Tschechisch, Griechisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Ungarisch, Italienisch, Kroatisch, Mazedonisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Serbisch, Slowakisch und Slowenisch erhältlich.
Siehe: http://www.das-wort.com/deutsch/der-kosmische-weg/die-bergpredigt.php


Sowie neu im Jahr 2010: http://www.das-wort.com/deutsch/der-kosmische-weg/das-neue-zeitalter-des-christus-gottes.php


 

 



Copyright © Verlag DAS WEISSE PFERD GmbH, Marktheidenfeld, Deutschland
Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Fax: 09391 / 504-210
http://www.das-weisse-pferd.com - E-Mail: info@das-weisse-pferd.com

TV-Programmtipp:
http://www.erde-und-mensch.org/de/index.html


Links:

Main-Post und Pressefreiheit

Die-Neue-Zeit-TV auf Astra Digital
Stuttgart 21: Die Unterwanderung der Demokratie
Hintergründe zu Papst und Vatikan