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Die Bergpredigt:
Finde im Negativen das Positive
Vergeben und
um Vergebung bitten
Vergibt uns Gott, wenn wir etwas Unrechtes getan
haben? Spontan würden wir sicher sagen: Ja - weil Er unser Vater ist, der alle Seine
Kinder liebt. Und doch findet sich in der Bergpredigt des Jesus von Nazareth eine
Einschränkung:
"Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen
vergebt, dann wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen
nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben"
(Mt. 5, 14 f).
Diese Aussage ist seit fast zweitausend Jahren an
herausragender Stelle, nämlich kurz nach dem Vaterunser, zu lesen. Dabei fällt auf,
dass
sie der kirchlichen Lehre gleich in zweifacher Hinsicht widerspricht. Zum einen ist dort
keine Rede von Priestern oder Beichtvätern, die uns Menschen die innere
"Arbeit" des Vergebens und Um-Vergebung-Bittens abnehmen könnten. Und zum
anderen geht es hier um einen aktiven Glauben: Die Sünden sind nicht einfach
verschwunden, Christus hat sie nicht einfach durch eine falsch verstandene
"Erlösung" hinweg genommen, sondern sie sollen bereut und bereinigt werden,
indem wir vergeben, um Vergebung bitten und das Sündhafte nicht mehr tun.
Das heißt nicht, dass Gott in Seiner Liebe nachlassen
würde, solange dieser Prozess der Bereinigung nicht abgeschlossen ist. Aber Er
respektiert unseren freien Willen.
Rasch ist etwas ausgesprochen
Christus offenbart dazu in Seiner
Botschaft aus dem All "Das ist Mein Wort": "Der ewig Gerechte liebt alle Seine Kinder - auch
jene, die noch nicht die Kraft zum Vergeben haben. Würde Er nur dem, der zu einer Sünde
Anlass gegeben hat, vergeben und dem nicht vergeben, der von ihm zu einer Sünde verführt
worden ist und noch nicht vergeben kann - wo wäre da die Gerechtigkeit Gottes? Beide
können erst dann in den Himmel eingehen, wenn ihre Sünden abgegolten sind. Deshalb
achtet darauf, was von eurem Munde ausgeht, und achtet auf eure Taten, ob sie dem ewigen
Gesetze entsprechen, also selbstlos sind! Sehr rasch ist etwas Gegensätzliches
ausgesprochen oder getan - doch lange kann es dauern, bis es vergeben ist."
Hätte Jesus durch seine Erlösertat wirklich alle Sünden,
selbst die noch in der Zukunft liegenden, aufgehoben, wozu braucht man dann noch die
Bibel? Wozu Sakramente und Kirchen aus Stein, wenn Jesus alles hinweg
nimmt? Und wozu
braucht man Theologen?
Wer nicht vergibt,
verschließt sich
Jeder von uns weiß aus eigener Erfahrung: Solange wir
unserem Nächsten etwas noch nicht vergeben können, sind wir auf Distanz zu ihm. Wir
verschließen uns gleichzeitig auch vor Gott, weil wir Christus nicht in uns und in
unserem Nächsten wirken lassen, damit Er die Betroffenheit, den Schmerz umwandeln kann in
Frieden und Versöhnung. Wir helfen dadurch auch unserem Nächsten nicht, Seinen Anteil zu
finden. Christus erklärt uns, dass in jedem Vorfall, in jeder Auseinandersetzung etwas
Positives liegt, das es zu finden gilt:
"Gott ist allgegenwärtig. So ist Er auch im Gesetz
von Saat und Ernte wirksam. Auch in allem Negativen ist das Positive, Gott, das ewige
Gesetz. Wenn der Mensch seine Sünden und Fehler erkennt und bereut, dann werden in diesen
die positiven Kräfte aktiv und bestärken den zur Erkenntnis seiner Schuld gelangten
Menschen, seine Sünden mit der Kraft Christi zu bereinigen. Erkennet das Gesetz Gottes;
es ist ewiges Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit - alles in allem: Alles ist in allem
enthalten, im Großen das Kleinste und im Kleinen das Große, in der Sünde die Kraft zur
Vergebung und in der Kraft, die durch die Vergebung frei wird, der Aufstieg zu dem Inneren
Leben, in das ewige Sein. Deshalb kann auch im Negativen das Positive wirken -
dann, wenn der Mensch von Herzen um Vergebung bittet, vergibt und nicht mehr sündigt. Der
Mensch muss jedoch den ersten Schritt hin zum Inneren Leben tun"
(Aus: Das ist Mein Wort
bzw. Die Bergpredigt (siehe unten)).
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