Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 20/97

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Origenes und die Reinkarnation im Urchristentum
Spuren der Wahrheit - verwischt und wiederentdeckt

Und der Mensch wird doch wiedergeboren - sofern er diesen Evolutionsweg wählen kann und wählt. Bei den ersten Christen gehörte dieses Wissen zu den Grundlagen und war nicht umstritten wie in späteren Jahrhunderten. Ca. 200 Jahre später lebte in Alexandria in Ägypten der christliche Lehrer Origenes (185-254).
Hat auch er die Möglichkeit der Reinkarnation gelehrt? Die Quellen geben kein einheitliches Bild. Hat man in seinen Werken Fälschungen vorgenommen? Wir veröffentlichen nachstehend bisher wenig bekannte Dokumente zu diesem Thema. Das Ergebnis: Auch Origenes wusste um die Reinkarnation.

Der größte Teil der Werkes von Origenes wurde vernichtet oder verändert. Der Übersetzer ins Lateinische, Rufin (gestorben 410), bekennt, dass manches "verfälscht" sei und fügt hinzu: "... das, was den sonstigen Äußerungen des Origenes und unserem Glauben zuwider schien, habe ich nicht übersetzt, sondern als von anderen hinzugefügt übergangen" (Peri Archon III, Praefatio Rufini 194), "anderes zur Erläuterung hinzugefügt ..." (Peri Archon I, Praefatio Rufini 10)

Was Origenes glaubte

Einer der besten Kenner, der britische Professor Geddes McGregor, fasst die Ergebnisse zusammen: Origenes habe sich im Hinblick auf die Reinkarnation gefragt, "ob dieser Vorgang stets die gleiche Zeitspanne in Anspruch nimmt und ob die Vorbereitungen immer die gleichen sind." (McGregor, Reinkarnation und Karma im Christentum, Bd.1, Grafing 1985, S. 73).

Wenn jemand bestimmte Voraussetzungen nachweisen kann, dann, so überlegt Origenes selbst, "folgt daraus zwingend, dass das körperliche Sein nicht ursprünglich ist, sondern in zeitlichen Abständen ins Dasein tritt ..." (Peri Archon IV, 4, 8)

In seinem Johanneskommentar schreibt Origenes, dass der "Begriff der Reinkarnation durchaus einleuchtend ist" (Joh. Komm. VI, 13, 74). Und in seinem Kommentar zur biblischen Geschichte von Jakob und Esau heißt es:

"Wir müssen so annehmen, dass er [Jakob] aufgrund von Verdiensten eines früheren Lebens ... dem Bruder vorgezogen wurde." (Peri Archon II, 9,7) An einer jeweils anderen Stelle spricht sich Origenes gegen die östliche Vorstellung einer möglichen Reinkarnation in Tierkörper aus bzw. grundsätzlich gegen eine "Transmigration" (= "Seelenwanderung").

Beim so genannten Kirchenvater Hieronymus (345-420) heißt es über die christliche Lehre vom Menschen bei Origenes: "Dabei wechselt er seinen Körper ebenso oft, wie er seinen Wohnsitz beim Abstieg vom Himmel zur Erde wechselt" (epistula 16).

Und der Patriarch Theophiles von Alexandria fragt: "Was soll es bedeuten, wenn er [Origenes] erklärt, die Seelen würden wiederholt an Körper gefesselt und wieder von ihnen getrennt?" (epistula 98, 11)

Der Bannfluch der Kirche

Im Jahr 399 verdammte dieser Patriarch Origenes, nachdem Origenes schon einmal zu Lebzeiten, im Jahr 231, von der Kirche exkommuniziert worden war. Als der römische Staat im Jahr 254 Christen verfolgte, bekannte Origenes seinen christlichen Glauben und starb an den Folgen der deswegen erlittenen Folter.

Endgültig unter den kirchlichen Bannfluch kam Origenes im Jahr 553 auf dem Konzil von Konstantinopel, wobei nicht die Reinkarnation direkt verflucht wurde, sondern deren Voraussetzung und Ziel. Verflucht wurde die Voraussetzung für Reinkarnation, nämlich dass die Seele schon vor der Geburt des Menschen existiert.

Verflucht wurde auch das Ziel, nämlich dass eines Tages alle Menschen wieder in ihre himmlische Heimat zurückkehren können, womit sich beide Amtskirchen bis heute auch gegen das biblische Zeugnis stellen (Apostelgeschichte 3, 21; griech: Apokatastasis Panton = Wiederherstellung aller Dinge; vgl. auch: Prediger 12, 6-7; Micha 4, 6; Jesaja 49, 15 f.; Joh. 6, 38 f.; Joh.10, 16; 1. Kor.15, 25 f; 1. Tim. 2, 3 f.; 2. Petrus 3, 9).

Es lässt sich heute nicht mehr sagen, wie sich der Glaube des Origenes exakt entwickelte und wo er vielleicht mit seinen Formulierungen der Kirche entgegenkam, eventuell um in ihr bleiben zu können. Es lassen sich auch nicht zweifelsfrei alle Fälschungen, Unterschlagungen oder Irrtümer im Einzelfall aufzeigen.

So gibt es zum Beispiel von Gott her gesehen keinen Unterschied zwischen den Brüdern Jakob und Esau, Er liebt beide gleich. Es gibt allerdings unterschiedliche Aufträge.

Aufrichtiges Ringen

Gewiss ist jedoch: Obwohl Origenes immer "rechtgläubig" im Sinne der Kirchenlehre sein wollte, führten ihn sein aufrichtiges Ringen um die Wahrheit, seine wissenschaftliche Arbeit und sein Gewissen zu Überzeugungen, die von der Kirche verdammt wurden. Ob er Trost bei Christus gefunden hat, der sagte: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden?" (Matth. 5, 11-12)

ägyptische Statuen

     Gleich vierfach ließ der ägyptische Pharao
     Ramses II seinen Köper in Stein hauen. Unsere
     Seelen zieht es jedoch "himmelwärts".

Bibliothek von Alexandria neu aufgebaut

Im Jahr 389 legten Mönche der ägyptischen Kirche die berühmte 295 v. Chr. gegründete Bibliothek von Alexandria, in der auch Origenes studierte, in Schutt und Asche. Ca. 900.000 Schriftrollen wurden vernichtet, darunter möglicherweise auch Beweise für den urchristlichen Glauben an Reinkarnation. Das Rad dreht sich. Auf Initiative der UNESCO wurde 1995 mit dem Neubau der Bibliothek an gleicher Stelle begonnen. Das 45.000 m2 große Areal soll 1998 fertig gestellt sein und in seinem Grundstock vor allem alte islamische Manuskripte und Schriftrollen aus der Pharaonenzeit beherbergen.

Reinkarnation - Aufklärung für die Gegenwart

Als im Jahr 389 die große Bibliothek von Alexandria von Mönchen der ägyptischen Kirche in Brand gesteckt wurde, sind wertvolle Dokumente des Urchristentums verloren gegangen. Der Geist des Urchristentums wirkt jedoch weiter bis in die Gegenwart, wo Christus durch Prophetisches Wort erneut über das Gesetz von Saat und Ernte und die Möglichkeit der Reinkarnation aufklärt:
Mit großem Interesse lesen immer mehr Menschen in dem Buch Das ist Mein Wort - mit einem Dank an Christus für die erneute unmittelbare Belehrung und in dem aufrichtigen Bemühen, Gott immer mehr zum Mittelpunkt des Lebens werden zu lassen. Dieses Ziel verbindet alle Gottsucher aller Epochen bis in die Gegenwart. In dieser Botschaft aus dem All heißt es unter anderem:
"Eine Seele kann mehrere oder gar viele Einverleibungen hinter sich haben. Das kann sich so lange fortsetzen, bis alle Sünden getilgt sind, welche die Seele immer wieder zur Erde ziehen, weil sie noch erdverwurzelt ist." Das Ziel liegt jedoch himmelwärts: "Denn wer im Erdenkleid bereut und sich bemüht, seine Sünden Mir, dem Christus, zu übergeben und sie in Mir zu belassen, wer in Mir lebt und nicht mehr sündigt, der geht ein in das ewige, reine geistige Leben. Für ihn dreht sich das Rad der Wiedergeburt nicht mehr. Er ist entbunden von Tod und Geburt, weil die Seele wieder das Wesen aus Gott geworden ist und im Mittelpunkt lebt, in Gott" (http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php).

Beispiel Jakobusbrief:
Bibelveränderungen durch die Amtskirchen

"Der Gedanke der Wiedergeburt ist im Judentum der Zeit Jesu offensichtlicher Volksglaube", schreibt der jüdische Gelehrte Schalom ben Chorin in seinem Buch "Bruder Jesus - Der Nazarener aus jüdischer Sicht" (dtv, München 1977, S. 25).

Ganz selbstverständlich spricht auch der biblische Jakobusbrief vom "Rad der Geburt" bzw. dem "Rad des Neuanfangs" (Jak. 3, 6; griechisch: trochos tes geneseos), die Zunge könne es in Brand setzen. Das heißt: Die Auswirkungen negativer Worte können so schlimm wie ein Feuer sein, welches das Wiedergeburtsrad für die Betroffenen erneut in Bewegung setzt. Dieser Brand könne nicht mehr allein in diesem Leben gelöscht werden, sondern käme in einem weiteren Leben zur Bereinigung auf die Menschen zu.

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Das Beispiel der amtskirchlichen "Übersetzungen" dieser Bibelstelle zeigt, wie Veränderungen vorgenommen werden, um einen Sachverhalt zu vertuschen oder zu fälschen. Luther übersetzt das Wort überhaupt nicht und fügt stattdessen drei ihm passend erscheinende Wörter ein, nämlich "die ganze Welt". In der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung heißt es wenigstens "Rad des Lebens", doch der Aspekt der "Genesis", des "Lebensbeginns" ist durch diese freie Übertragung weggelassen.

In einer erklärenden Fußnote wird das "Lebensrad" darüber hinaus mit "Umkreis der menschlichen Existenz" gedeutet, was nur noch wenig mit dem griechischen Wort im Urtext zu tun hat und den biblischen Hinweis auf die Reinkarnation weiter verdunkelt.
(Dieter Potzel, Theologe) 

Rad der Wiedergeburt

   Wie lange dreht sich noch das Rad der Geburt?

Hinweis: Eine überarbeitete und teilweise präzisierte Darlegung der Belegquellen zu Origenes findet sich bei www.theologe.de, Ausgabe Nr. 2 - Reinkarnation)


 

 




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