Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 22/97

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Was ist Dichtung? Was ist Wahrheit?

Die Bibel - das maßgeschneiderte Buch der Kirchen

Sie gilt als "Heilige Schrift", als das "Buch der Bücher", als das Wort Gottes: die Bibel. Gott, der von sich sagte: Ich Bin der Ich Bin, sprach durch Abraham, durch Mose und viele weitere Propheten zu den Menschen. Er gab durch Mose die Zehn Gebote und durch Christus, Seinen Sohn, die Lehren der Bergpredigt.

Wolkenhimmel

Gott offenbarte sich zu allen Zeiten durch Prophetenmund -
doch was machten die Priester daraus?

Doch im 5. Buch Mose heißt es: "Meine Pfeile mache ich trunken von Blut, während mein Schwert sich ins Fleisch frisst - trunken vom Blut Erschlagener und Gefangener (5. Mose 32, 42).

Spricht Gott so?

Ist das ein Wort Gottes? Spricht so ein Gott der Liebe? War es wirklich Gott, der durch den Propheten Samuel zu König Saul sprach: "Darum zieh jetzt in den Kampf, und schlag Amalek! Weihe alles, was ihm gehört, dem Untergang. Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinde und Schafe, Kamele und Esel"? (1. Sam. 15, 3)

Es gibt keinen einheitlichen Urtext der Bibel, weder für das Alte noch für das Neue Testament. Doch selbst wenn es ihn gäbe: Kein Theologe kann die Frage für uns entscheiden: Was ist Dichtung, was ist Wahrheit? Jeder muss selbst prüfen: Was ist für mich Wort Gottes und was ist Menschenwerk? Für den, der sich dieser Frage stellt, können einige Aspekte hilfreich sein, die nachfolgend aufgeführt sind.

Vor allem im Alten Testament gibt es unzählige Stellen, die von einem zornigen Gott sprechen, der zum Töten aufruft und selber tötet. Wie ist das möglich? Hier kann die Frage weiterhelfen: Wie ist denn die Bibel entstanden?

  • Der Prophet Mose lebte um 1250 v. Chr. Erst mehrere Jahrhunderte später wurden die fünf Bücher Mose in ihrer jetzigen Form geschrieben. Das heißt: Viele Generationen lang gab es nur die mündliche Überlieferung. Jeder weiß, wie sich eine Information durch bloßes Weitersagen verändern kann.

  • Auch eine prophetische Botschaft kann jeder nur mit seinem Bewusstsein auffassen. Nicht umsonst sagte Jesus wiederholt: Wer es fassen kann, der fasse es. Die Völker zur Zeit Mose glaubten an die Vielgötterei, sie kannten Rache- und Kriegsgötter. Und von diesem Götterglauben der umliegenden Völker scheint so manches in die mündliche Überlieferung eingeflossen zu sein.

Erst im 4. Jahrhundert war die Bibel "fertig"

  • Ähnliches gilt für das Neue Testament. Die ersten Aufzeichnungen der Lehre und des Lebens des Jesus von Nazareth wurden erst Jahrzehnte nach seinem Tod gemacht. Noch hundert Jahre später entstanden weitere Evangelien. Erst im Jahre 384 n. Chr. war die Zusammenstellung der heutigen Bibel abgeschlossen. Dabei wurden viele Schriften einfach nicht aufgenommen. Man nannte sie deshalb Apokryphen. Dazu gehören z. B. das Thomas-Evangelium oder das Perlenlied. In beiden ist jedoch die Lehre von der Reinkarnation enthalten.

  • Wurde die mündliche Überlieferung endlich schriftlich festgehalten, lauerten neue Fehlerquellen: Welche Interessen verfolgte der Schreiber? Was ließt er weg, was fügte er hinzu? Beispiel: Eine der alttestamentlichen Quellen ist die sog. Priesterschrift. Es liegt nahe, dass die Schreiber der Priesterkaste Worte und Wirken der Propheten aus ihrer Sicht darstellten. Doch: Priester waren in der Regel die Gegenspieler der wahren Gottes-Propheten.

  • Keine Sprache ist wie die andere. Übersetzungsfehler sind daher fast unvermeidlich. Gravierender ist jedoch die direkte Verfälschung des Texte.

Widerspricht sich Gott?

Die Priester führten Leid, Not und Schicksalsschläge letztlich auf einen fernen, zornigen Gott zurück. Die heutigen Priester sprechen vom "unerforschlichen Ratschluss Gottes". Dem verängstigten Gläubigen versprach der Priester - gegen Bezahlung -, zwischen ihm und dem grimmigen Gott zu vermitteln. Am besten sei die Versöhnung mit dem zornigen Gott durch ein Opfer.

Bei diesem Opferkult kann er sich auch noch auf eine Anweisung Gottes berufen. So heißt es z. B. in der Priesterschrift: "Der Herr sprach zu Mose: ... Dann soll er [der Priester] das ganze Fett davon darbringen: den Fettschwanz, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse .... Jedes Speiseopfer, das im Ofen gebacken oder in einem Kochtopf oder auf einer Ofenplatte zubereitet wurde, gehört dem Priester, der es darbringt." (3. Mose 7, 2-4.9)

Durch den Propheten Amos offenbart Gott das Gegenteil: "Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen." (Amos 5, 22)

Was ist los? Widerspricht sich Gott? Oder ist hier der heidnische Opferkult in das Volk der entstehende Volk Gottes eingedrungen?

Verlangt Gott Menschenopfer?

Auch in das Herzstück der Bibel ist die antike Opfervorstellung eingedrungen: die Erlösung durch Christus. Nach katholischem und evangelischem Glauben hat Christus durch seinen Kreuzestod ein "Sühneopfer", ein "Lösegeld" für unsere Sünden erbracht.

So heißt es im Hebräerbrief: "Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so heiligt, dass sie leiblich rein werden, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen ... seitdem wartet er [Christus], bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden." (Hebräer 9, 13-14)

Ist das derselbe Christus, der den Menschen von einem liebenden Vater erzählt, welcher für jedes Seiner Kinder die Türe ins Vaterhaus offen hält, wie z. B. im dem wunderbaren Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählt wird (Lk. 15)?

Sogar Abraham, der Stammvater Israels, war von Opfer-Denken nicht frei. Als Gott ihn mahnte, seine abgöttische Liebe zu seinem Sohn Isaak abzulegen, meinte er, Gott wolle, dass er seinen Sohn opfere. Bekanntlich griff Gott ein und verhinderte die Tötung Isaaks.

Luthers ferner Gott und das Gesetz von Saat und Ernte

"Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?" So heißt es im Buch Jeremia (23, 23). Ist damit etwa gemeint, dass Gott sich vom Menschen entfernen kann, ohne dass der Mensch darauf Einfluss hat? Luther glaubte an einen solchen "abwesenden" Gott (deus absconditus) mit "unausforschlichen Willen" und schreibt: "Es genügt, zu wissen, dass in Gott ein unausforschlicher Wille da ist.

Was aber dieser Wille und warum und inwiefern er es will, das darf man schlechterdings nicht fragen, zu erkunden wünschen, sich darum kümmern oder berühren, sondern nur fürchten und anbeten" (Luther, WA 18, S. 686). Luther beruft sich dabei auch auf das Bibelwort des Paulus, wo er Gott mit einem Töpfer vergleicht: "Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen?" (Röm. 9, 21)

Ist dieser Gott, der Gefäße auch "zu nicht ehrenvollem Gebrauch" macht, der den einen bevorzugt und den anderen benachteiligt, unser aller Vater, der jeden gleich liebt? Oder ist nicht jede Gottferne immer das Werk des Menschen, der sich von dem in ihm gegenwärtigen Gott abgewandt hat?

Wann immer die Rede vom Zorn Gottes ist, von Strafen oder Plagen Gottes oder gar vom tötenden Gott, dann schreibt der Mensch Gott etwas zu, was er selber ist. Wenn uns Not, Leid und Schicksal treffen, dann sind wir selbst die Verursacher - nicht Gott. Nicht Gott straft, sondern auf den Menschen kommt das zurück, was er gesät und nicht bereinigt hat: Es ist das Gesetz von Saat und Ernte. Diese Erfahrung soll dem Menschen zur Selbsterkenntnis, zur Reue, zur Umkehr und zur Hinwendung an Gott und Seine Gebote dienen.

Wer suchet, der findet

Wer zu der Erkenntnis kommt: Die Bibel enthält Teile der Wahrheit, sie ist jedoch zum Teil Menschenwerk und das maßgeschneiderte Kleid der Kirche, der macht sich vielleicht auf die Suche nach der ganzen Wahrheit, nach dem, was Jesus wirklich gesagt hat und wie Er gelebt hat. Vielleicht stößt er auch auf den bemerkenswerten Satz im Evangelium des Johannes: "Ich hätte euch noch vieles zu sagen; aber ihr könnte es jetzt noch nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit führen." (16, 12 f.)

Der Kreis hat sich geschlossen

Die Bibel

Gott kann nicht "studiert" werden.
Die Wahrheit zeigt sich beim Tun Seiner Worte.

Für den, der es annehmen will: Christus hat diese Zusage erfüllt. Der Kreis der großen Propheten hat sich geschlossen. Über 20 Jahre lang offenbarte sich der Christus-Gottesgeist durch Prophetenmund, durch Seine Prophetin, in mehr als 3000 Offenbarungen. Er schenkte uns die authentische Beschreibung seiner Lehre und Seines Lebens (siehe dazu v.a. http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php). Darüber hinaus hat er uns in alle Wahrheiten eingeführt, soweit sie mit menschlichen Worten ausgedrückt werden können.

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Er stellte klar, was Schriftgelehrte aller Jahrhunderte abgeändert haben oder unterdrückt haben: Es gibt keine ewige Verdammnis. Jede Seele kehrt einst zurück. Er hat keine Kirche und keine Priester eingesetzt. Weniges tut not: Ihm nachzufolgen und Seine Gebote im Alltag zu verwirklichen.

"Es ist getan"

Nachdem nun alle Aufklärung gegeben ist, sprach Christus jetzt: "Es ist getan," Jeder hat heute Zugang zu dem von Christus Offenbarten: jeder kann deshalb selbst prüfen. (Dieter Potzel, Theologe)

Lesen Sie dazu auch:
"Der Theologe Nr. 8" - Bibel gefälscht! Vieles ist nicht Gottes Wort


 



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