Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 23/97

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Ein Fernsehbericht über Tierquälerei

Lebenslang an der Kette

Der Mann im Schutzanzug aus Leder nähert sich mit entschlossenem Schritt dem Hund an der Kette. Der knurrt zunächst - doch dann zieht er ganz überraschend den Schwanz ein und flüchtet in sein Hundehäuschen.

Bulldogge - traurig?

Warum legt man Hunde an die Kette?

Ein "gefährlicher Kettenhund"?

Noch verblüffender eine andere Szene: Nach wenigen Minuten lässt ein anderer "bissiger Wachhund" sich widerstandslos vom "Eindringling" streicheln, der ihn dabei nicht direkt ansieht. Sobald der Mann den Hund anschaut, zieht dieser sich ebenfalls zurück.

Was da die Fernsehzuschauer in der Sendung Achtung! Lebende Tiere (3 SAT) zu später Stunde sahen, war durchaus nicht als Anleitung zum Einbruch gedacht, sondern als Hilferuf für eine seit Generationen gequälte Tierart, deren Leid zudem noch völlig sinnlos ist: der Kettenhund. Zehntausende gibt es allein in Deutschland. Oft sind sie obendrein ungepflegt und krank.

Der Mann im Lederanzug war ein Experte für Hunde aus Berlin. "Die Hunde wissen eigentlich gar nicht, was oder wen sie verteidigen sollen", erklärte er. Bei 90 Prozent der von ihm beobachteten Kettenhunde habe er solche Erfahrungen gemacht. Die Aggressivität der Hunde sei in Wirklichkeit Unsicherheit. Sie hatten nie die Gelegenheit, eine Beziehung zu einem Menschen aufzubauen, der dann ihr "Leitwolf" sei und ihnen das Gefühl für ihr gemeinsames "Revier" vermittle.

Beim Menschen würde man in vergleichbaren Fällen sagen: Er leidet unter einem angeknacksten Selbstvertrauen. Daher lassen sich manche Tiere (aber Vorsicht: nicht alle!) innerhalb kürzester Zeit streicheln - weil sie vorher kaum jemand gestreichelt hat. Oder sie fühlen sich bedroht. Das Bellen ist dann nur ein Ausdruck von Angst. Im Gegensatz zu einem freilaufenden, selbstbewussten Wachhund ist hier eine echte Gegenwehr eher Glücksache.

Warum legt man dann Hunde ihr ganzes Leben an die Kette? Weil man offenbar trotz jahrtausendelanger Haustierhaltung solche Zusammenhänge gar nicht kennt. Man hat es immer so gemacht. Und es hat, oberflächlich betrachtet, scheinbar auch "funktioniert" - weil die möglichen Eindringlinge meist ebenso wenig von Hunden verstehen wie deren Halter.

Starre Ketten sind verboten

Überdies, so war in der Sendung zu hören, verstoße diese Haltungsart gegen das Tierschutzgesetz. Der Hund müsse mindestens eine Laufvorrichtung von sechs Metern Länge haben, die ihm eine gewisse Bewegungsfreiheit ermögliche. In einer starren Kette kann er sich viel zu leicht verfangen und sich dabei verletzen.

Die Behörden zögern jedoch, hart durchzugreifen, weil sie zunächst auf Aufklärung setzen wollen. Die meisten Menschen wissen einfach nichts von den Übernächsten und deren Bedürfnissen. Eine artgerechte Haltung eines Hundes, so erklärten die Experten in der Sendung, beinhalte nicht nur ausreichend Bewegung, Futter und einen sauberen und warmen Unterschlupf.

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Das Rudeltier Hund brauche auch ausreichend Kontakte zu anderen Hunden oder zu Menschen, die ihn als Partner, als Teil der Familie ansehen sollten, ohne ihn jedoch zu verwöhnen. Ein aggressiver Hund werde durch eine Kette nur noch schlimmer.

Hundehaltung an der Kette - nur ein Beispiel von vielen. Können wir uns vorstellen, wie viel Leid der Mensch allein dadurch seit vielen Generationen über die Tiere gebracht hat?

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Du, das Tier - Du der Mensch, wer hat höhere Werte?
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Fernsehtipp: www.erde-und-mensch.tv

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