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Täuschung und
WirklichkeitWie Magier die Welt verzaubern
Seit Jahren sind die Vorstellungen des Magiers
David Copperfield ausverkauft. Was früher nur auf Kleinkunstbühnen und im Zirkus
bestaunt werden konnte, ist zu einer großen Show geworden, die mittels TV ein
Millionenpublikum erreicht: Copperfield fliegt und nimmt Zuschauer mit, er geht durch
Mauern oder lässt Eisenbahnwaggons verschwinden.
Alles sei Physik, heißt es, der Zuschauer erlebe nur Illusionen. Dem
Zauberer auf die Spur zu kommen, haben schon viele versucht, mit unterschiedlichem Erfolg.

Die Freiheitsstatue von New
York - vom französischen Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi 1885/86 aus Kupfer und
Stahl geschaffen - vom Magier David Copperfield in wenigen Minuten weggezaubert?
Ob nicht doch magische bzw. übersinnliche Fähigkeiten im
Spiel sind, fragten sich Schüler einer Grundschulklasse, die am Fernsehen mitverfolgten,
wie Copperfield durch die Chinesische Mauer geht. Richtig gesehen hat dies aber keiner der
Zuschauer. Denn der Magier stand auf einem Podium und "stieg" erst in die Mauer
"ein", nachdem das Podium mit einem Tuch verhüllt wurde. Auf der anderen Seite
"kam" er wieder aus der Mauer auf das Podium "heraus", während das
Podium noch mit einem Tuch verhüllt war.
Menschliche Schatten hinter dem Tuch und die akustische
Übertragung von Copperfields Herzschlag während der Aktion verstärkten die Suggestion
des Mauerdurchgangs.
Entschlüsselung von Tricks
Im Internet
wird mittlerweile die Entschlüsselung der meisten Tricks angeboten: Copperfields Körper
wäre im Podium versteckt über die Mauer getragen worden, die Schatten seien
möglicherweise durch einen als Scheinwerfer getarnten Projektor hervorgerufen wurde.
Hinter den Kulissen wird hart gearbeitet, z. B. um
"fliegen" zu können. Für die Entwicklung der aktuellen Flugnummer sollen der
Magier und seine Mannschaft sieben Jahre geübt haben und 700.000 Dollar ausgegeben haben,
der Zauberkoffer früherer Magier wurde längst durch einen LKW-Fuhrpark ersetzt. Keiner
von Copperfields Mitarbeitern kenne mehr als die Bruchstücke einer Nummer. Für das
wenige Wissen unterschreiben Angestellte nach Auskunft von Autor William Poundstone
Schweigeverträge. Nachdem sich ein Mann namens Herbert L. Becker angeblich nicht an
Geheimhaltungsabsprachen gehalten hatte und ein Buch mit Enthüllungen ankündigte, machte
der Verlag unter Androhung einer 5-Millionen-Dollar-Klage einen Rückzieher und strich
drei Kapitel.
Wie die Freiheitsstatue
verschwand
Copperfield "beherrscht" den Raum. Ob es den
Eindruck macht, er sei an zwei Orten zugleich oder ob er Gegenstände verschwinden
lässt,
räumliche Begrenzungen scheinen aufgehoben. Für das Verschwinden der New Yorker
Freiheitsstatue (mit symbolischer Bedeutung?) ließ der Magier offenbar eine große
Drehplattform konstruieren, die sich während der Inszenierung für die Betroffenen nicht
wahrnehmbar drehte und Zuschauer und Kameras am Ende der Vorführung in eine leicht
veränderte Richtung blicken ließ. Der beleuchtbare Siegeskranz der Statue wurde im
Vorfeld 30 m seitlich des echten Kranzes nachgebaut und für den Höhepunkt der Aktion
beleuchtet, während der echte Lichterkranz rechtzeitig erlosch.
Die Freiheitsstatue stand am Ende der Vorführung im
Dunkeln und war zusätzlich durch einen Torbogen der Drehplattform verdeckt. Wer also mit
einem starken Lichtstrahler die Statue suchte, leuchtete ins Leere. Die Zuschauer sahen
nur den nachgebauten Lichterkranz der Statue. Die Statue selbst, die man unter dem Kranz
vermuten würde, war verschwunden.
Nachahmung von
Menschheitsträumen
Solange der Zuschauer die Illusionen nicht durchschaut,
wird er möglicherweise in dauernder Spannung an das Geschehen gefesselt, denkt fünfmal
und mehr "um die Ecke", um dem Zauberer auf die Schliche zu kommen und wird Teil
des Energiefeldes der großen Show. Auf den Magier konzentriert sich die meiste
Bewunderung und die Faszination. Besucher der Aufführungen fühlten sich nach dem Besuch
in diesem Phantasy-Land innerlich "angehoben" und berührt.

Mit der Wunschkappe fliegen -
ein Menschheitstraum als Märchenmotiv
Uralte Menschheitsträume bzw. geistige oder jenseitige
Realitäten werden von den Trickmagiern nachgeahmt, zum Beispiel über alle Probleme
hinweg zu fliegen, wenigstens für Stunden. Oder durch eine Mauer oder eine verschlossene
Türe zu gehen - für eine entkörperte Seele, die sich auf der Erde aufhält, ist dies
kein Problem.
Und wie ist es, wenn unser Körper an einem Ort ist, ein
Teil unseres Bewusstseins und unserer Gedanken jedoch an einem anderen? Dann sind wir
gespalten, zweigeteilt und befinden uns an beiden Orten zugleich, eine gefährliche
Realität. Und wie ist es überhaupt mit Raum und Zeit? Gehören sie nicht nur zum
Vorstellungsbereich der beschränkten dreidimensionalen Welt?
Von der Überwindung räumlicher Grenzen hat auch Jesus von
Nazareth gesprochen: "Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann
werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts
wird euch unmöglich sein" (Mt. 17, 20). Jesus war kein Magier und hat nicht getan, was
Ihm möglich gewesen wäre. An Seinen Worten wird aber deutlich, dass die himmlischen
Dimensionen unendlich viel größer sind als menschliche Möglichkeiten im Rahmen der
klassischen Physik.
Der
Missbrauch von geistigen
Kräften
Jesus von Nazareth warnte vor dem
Missbrauch geistiger
Kräfte. In den letzten Tagen der materiellen Welt würden falsche Propheten auftreten und
"große Zeichen und Wunder tun", um die Menschen und auch Seine Nachfolger
irrezuführen. "Siehe, Ich habe es euch vorhergesagt" (Mt. 24). In der
Apokalypse
des Johannes wird von negativen Kräften sogar prophezeit, sie
könnten Feuer vom Himmel fallen lassen (Ofb. 13).
Ob also nicht doch "übersinnliche", z. B.
"telekinetische" Kräfte bei manchen Zaubervorstellungen im Spiel sind? Ein
befragter Fernsehzuschauer äußerte sich zu Copperfield: "Wenn er solche Fähigkeiten
anwendet, wäre er dumm, es zu verraten."
Auch wenn der amerikanische Magier wahrscheinlich mit
Fleiß und Technik, nicht mit "übersinnlichen" Kräften arbeitet und wenn sich
sein Zauber als Illusion und unterhaltsame Abwechslung entschlüsseln
lässt, es gibt auch
andere Phänomene: Es häufen sich zum Beispiel Zeitungsberichte über
"erfolgreiche" schwarze Magie, zum Beispiel im Voodoo-Kult, wo auch versucht
wird, den Tod von bestimmten Menschen magisch zu beschwören.
Bereinigung der Bilderwelt
Das hat mit dem klassischen Zauberer und seinen Tricks
nichts zu tun. Doch wer wird in Zukunft in der Lage sein, die Geister zu unterscheiden?
Wenn ein Magier Menschen in seine Bilderwelt einlädt, dann kommen die Menschen mit ihren
eigenen Bildern zu ihm und lassen sich von seiner Welt inspirieren. Was passiert durch die
Begegnung mit dem Zauberer mit der eigenen Bilderwelt?
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