Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 24/97

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Täuschung und Wirklichkeit

Wie Magier die Welt verzaubern

Seit Jahren sind die Vorstellungen des Magiers David Copperfield ausverkauft. Was früher nur auf Kleinkunstbühnen und im Zirkus bestaunt werden konnte, ist zu einer großen Show geworden, die mittels TV ein Millionenpublikum erreicht: Copperfield fliegt und nimmt Zuschauer mit, er geht durch Mauern oder lässt Eisenbahnwaggons verschwinden.

Alles sei Physik, heißt es, der Zuschauer erlebe nur Illusionen. Dem Zauberer auf die Spur zu kommen, haben schon viele versucht, mit unterschiedlichem Erfolg.

Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue von New York - vom französischen Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi 1885/86 aus Kupfer und Stahl geschaffen - vom Magier David Copperfield in wenigen Minuten weggezaubert?

Ob nicht doch magische bzw. übersinnliche Fähigkeiten im Spiel sind, fragten sich Schüler einer Grundschulklasse, die am Fernsehen mitverfolgten, wie Copperfield durch die Chinesische Mauer geht. Richtig gesehen hat dies aber keiner der Zuschauer. Denn der Magier stand auf einem Podium und "stieg" erst in die Mauer "ein", nachdem das Podium mit einem Tuch verhüllt wurde. Auf der anderen Seite "kam" er wieder aus der Mauer auf das Podium "heraus", während das Podium noch mit einem Tuch verhüllt war.

Menschliche Schatten hinter dem Tuch und die akustische Übertragung von Copperfields Herzschlag während der Aktion verstärkten die Suggestion des Mauerdurchgangs.

Entschlüsselung von Tricks

Im Internet wird mittlerweile die Entschlüsselung der meisten Tricks angeboten: Copperfields Körper wäre im Podium versteckt über die Mauer getragen worden, die Schatten seien möglicherweise durch einen als Scheinwerfer getarnten Projektor hervorgerufen wurde.

Hinter den Kulissen wird hart gearbeitet, z. B. um "fliegen" zu können. Für die Entwicklung der aktuellen Flugnummer sollen der Magier und seine Mannschaft sieben Jahre geübt haben und 700.000 Dollar ausgegeben haben, der Zauberkoffer früherer Magier wurde längst durch einen LKW-Fuhrpark ersetzt. Keiner von Copperfields Mitarbeitern kenne mehr als die Bruchstücke einer Nummer. Für das wenige Wissen unterschreiben Angestellte nach Auskunft von Autor William Poundstone Schweigeverträge. Nachdem sich ein Mann namens Herbert L. Becker angeblich nicht an Geheimhaltungsabsprachen gehalten hatte und ein Buch mit Enthüllungen ankündigte, machte der Verlag unter Androhung einer 5-Millionen-Dollar-Klage einen Rückzieher und strich drei Kapitel.

Wie die Freiheitsstatue verschwand

Copperfield "beherrscht" den Raum. Ob es den Eindruck macht, er sei an zwei Orten zugleich oder ob er Gegenstände verschwinden lässt, räumliche Begrenzungen scheinen aufgehoben. Für das Verschwinden der New Yorker Freiheitsstatue (mit symbolischer Bedeutung?) ließ der Magier offenbar eine große Drehplattform konstruieren, die sich während der Inszenierung für die Betroffenen nicht wahrnehmbar drehte und Zuschauer und Kameras am Ende der Vorführung in eine leicht veränderte Richtung blicken ließ. Der beleuchtbare Siegeskranz der Statue wurde im Vorfeld 30 m seitlich des echten Kranzes nachgebaut und für den Höhepunkt der Aktion beleuchtet, während der echte Lichterkranz rechtzeitig erlosch.

Die Freiheitsstatue stand am Ende der Vorführung im Dunkeln und war zusätzlich durch einen Torbogen der Drehplattform verdeckt. Wer also mit einem starken Lichtstrahler die Statue suchte, leuchtete ins Leere. Die Zuschauer sahen nur den nachgebauten Lichterkranz der Statue. Die Statue selbst, die man unter dem Kranz vermuten würde, war verschwunden.

Nachahmung von Menschheitsträumen

Solange der Zuschauer die Illusionen nicht durchschaut, wird er möglicherweise in dauernder Spannung an das Geschehen gefesselt, denkt fünfmal und mehr "um die Ecke", um dem Zauberer auf die Schliche zu kommen und wird Teil des Energiefeldes der großen Show. Auf den Magier konzentriert sich die meiste Bewunderung und die Faszination. Besucher der Aufführungen fühlten sich nach dem Besuch in diesem Phantasy-Land innerlich "angehoben" und berührt.

Zeichnung von Fliegendem mit Wunschkappe

Mit der Wunschkappe fliegen - ein Menschheitstraum als Märchenmotiv

Uralte Menschheitsträume bzw. geistige oder jenseitige Realitäten werden von den Trickmagiern nachgeahmt, zum Beispiel über alle Probleme hinweg zu fliegen, wenigstens für Stunden. Oder durch eine Mauer oder eine verschlossene Türe zu gehen - für eine entkörperte Seele, die sich auf der Erde aufhält, ist dies kein Problem.

Und wie ist es, wenn unser Körper an einem Ort ist, ein Teil unseres Bewusstseins und unserer Gedanken jedoch an einem anderen? Dann sind wir gespalten, zweigeteilt und befinden uns an beiden Orten zugleich, eine gefährliche Realität. Und wie ist es überhaupt mit Raum und Zeit? Gehören sie nicht nur zum Vorstellungsbereich der beschränkten dreidimensionalen Welt?

Von der Überwindung räumlicher Grenzen hat auch Jesus von Nazareth gesprochen: "Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein" (Mt. 17, 20). Jesus war kein Magier und hat nicht getan, was Ihm möglich gewesen wäre. An Seinen Worten wird aber deutlich, dass die himmlischen Dimensionen unendlich viel größer sind als menschliche Möglichkeiten im Rahmen der klassischen Physik.

Der Missbrauch von geistigen Kräften

Jesus von Nazareth warnte vor dem Missbrauch geistiger Kräfte. In den letzten Tagen der materiellen Welt würden falsche Propheten auftreten und "große Zeichen und Wunder tun", um die Menschen und auch Seine Nachfolger irrezuführen. "Siehe, Ich habe es euch vorhergesagt" (Mt. 24). In der Apokalypse des Johannes wird von negativen Kräften sogar prophezeit, sie könnten Feuer vom Himmel fallen lassen (Ofb. 13).

Ob also nicht doch "übersinnliche", z. B. "telekinetische" Kräfte bei manchen Zaubervorstellungen im Spiel sind? Ein befragter Fernsehzuschauer äußerte sich zu Copperfield: "Wenn er solche Fähigkeiten anwendet, wäre er dumm, es zu verraten."

Auch wenn der amerikanische Magier wahrscheinlich mit Fleiß und Technik, nicht mit "übersinnlichen" Kräften arbeitet und wenn sich sein Zauber als Illusion und unterhaltsame Abwechslung entschlüsseln lässt, es gibt auch andere Phänomene: Es häufen sich zum Beispiel Zeitungsberichte über "erfolgreiche" schwarze Magie, zum Beispiel im Voodoo-Kult, wo auch versucht wird, den Tod von bestimmten Menschen magisch zu beschwören.

Bereinigung der Bilderwelt

Das hat mit dem klassischen Zauberer und seinen Tricks nichts zu tun. Doch wer wird in Zukunft in der Lage sein, die Geister zu unterscheiden? Wenn ein Magier Menschen in seine Bilderwelt einlädt, dann kommen die Menschen mit ihren eigenen Bildern zu ihm und lassen sich von seiner Welt inspirieren. Was passiert durch die Begegnung mit dem Zauberer mit der eigenen Bilderwelt?

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Wer lernt, sich selbst zu beobachten und seiner eigenen Welt auf die Schliche kommt und das Negative, Egoistische bereinigt, dessen Blick wird immer klarer, so dass er mit der Zeit Wahrheit und Täuschung unterscheiden lernt. Er ist durch die Kraft Gottes in seinem Inneren dann auch vor eventuellen Angriffen geschützt, die andere mit ihren Gedanken auf ihn ausüben könnten. (dp)


 



 


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