Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/98

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Allensbacher Meinungsumfrage: Zweifel am Kapitalismus

Ostdeutsche suchen nach dem "Dritten Weg"

Zwei Drittel der Bewohner der neuen deutschen Bundesländer lehnen die "soziale Marktwirtschaft" als Wirtschaftssystem ab "und sprechen sich statt dessen für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus aus" (dpa, 28.12.1997). Dies ergab eine Umfrage des Institutes für Demoskopie in Allensbach.

Fast zeitgleich findet sich in der bundesdeutschen Presse eine Aussage des Kommunismus-Experten Wolfgang Leonhard. Er prophezeit in der Woche (2.1.1998) "neue antikapitalistische Bewegungen" und fügt hinzu: "In etwas weiterer Zukunft werden mit absoluter Sicherheit wieder die Wünsche der Menschen kommen, eine total neue Gesellschaft zu errichten."

Die Mauer fiel - doch die Sehnsucht nach einer
gerechten Gesellschaftsordnung blieb.

Dem "neuen Osten" des wiedervereinigten Deutschland geht es wirtschaftlich nach wie vor sehr schlecht. In seiner Jahresprognose für 1998 sagt das Deutsche Institut für Wirtschaft für die neuen Bundesländer ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosigkeit auf 1,5 Millionen voraus. Mit knapp 20 Prozent wird die Arbeitslosenquote dann doppelt so hoch sein wie in den alten Ländern.

Die Menschen in der ehemaligen DDR hatten sich von der Wiedervereinigung wirtschaftliche Stabilität und Wohlstand erhofft. Sie sind bitter enttäuscht worden. Die "soziale Marktwirtschaft" baut das Soziale immer mehr ab. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer, zudem zahlen die Reichen immer weniger und die Armen immer mehr Steuern. Dadurch wird die Marktgerechtigkeit verzerrt. Übrig bleibt eine Wirtschaft, die sich immer mehr dem Begriff "Kapitalismus" nähert.

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Die sozialistische Planwirtschaft ist gescheitert, weil sie durch Änderung der Produktionsverhältnisse Gleichheit erzwingen wollte. Sie glaubte, dass das materielle Sein das Bewusstsein bestimmt. Der "neue Mensch" entsteht jedoch nicht durch Zwang, sondern nur durch Wandlung des Bewusstseins. Und dies ist nur möglich in freier Entscheidung und durch Arbeit an sich selbst. Wäre nicht die Bergpredigt die Alternative?


 



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