| SpanienProtestanten
fühlen sich diskriminiert
Die 350.000
spanischen Protestanten gehen in die Offensive: Sie beklagen die
"Diskriminierung",
unter der sie seit über 400 Jahren leiden, damals noch unter der
spanischen Inquisition.
In Spanien würden sie noch immer wie Aussätzige behandelt und mit dem
Stigma einer "religiösen Minderheitskonfession gebrandmarkt", erklärten sie
auf einem Kongress in Madrid (El mundo, 7.12.1997). "Wir glauben an Gott und haben
dieselbe Bibel wie die Katholiken.

Toledo - seit altersher Mittelpunkt der spanischen Kirche, die sich viele ihrer
herrschaftlichen Züge bis heute bewahrt hat.
Warum klingt Protestantisch in diesem Land noch immer wie ein
Schimpfwort?" So fragt Juan Gili, der Präsident des Kongresses. Die Verwaltung messe
noch immer mit zweierlei Maß, "mit einem für die katholische Kirche und mit einem
anderen für die protestantischen Kirchen." Die Katholiken genössen
"Privilegien und Hoheitsrechte". Die römische Kirche schüchtere die Leute mit
dem diskriminierenden Begriff "Sekte" ein, "um ihre eigene
Rückständigkeit zu verstecken." - "Sie rauben uns unser Erbe, einschließlich
unserer Friedhöfe", sagt Pedro Tarquis, Referent für Öffentlichkeitsarbeit.
Es würde den Protestanten einmal "wohl tun", wenn die
katholische Kirche eines Tages "um Verzeihung bitten würde für die
Schrecklichkeiten, die sie gegen sie, die Kinder ein und desselben Gottes, begangen
hat."
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