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Enttäuschte Christen
auf der Suche Flucht
nach Osten?
"Die christlichen Kirchen brachten mir nicht
Erfüllung. Die fand ich dafür im Buddhismus". Die junge Hamburger
Erzieherin spricht aus, was viele Menschen spüren: Das abendländische
Christentum ist am Ende, ist spirituell ausgezehrt. Weil aber die
Sehnsucht nach Gott bleibt, wenden sich immer mehr Menschen östlichen
Religionen zu. Vor allem der Buddhismus hat Hochkonjunktur. Esoterischer
Kult oder Suche nach der inneren
Religion?
Little Buddha, Sieben Jahre in Tibet,
Living
Buddha, Kundun, Siddharta - Hollywood dreht einen Film nach
dem anderen über fernöstliche Religionen. Der Dalai Lama ist geradezu zu einer
religiösen Kultfigur geworden, zu dem Politiker und Hollywoodstars hinpilgern wie vordem
zum römischen Papst. Die Tibet- und Buddhismuswelle in den USA hat inzwischen auch
Deutschland erreicht: Etwa eine halbe Million Menschen - Dozenten, Manager und Hausfrauen
- sollen sich zur östlichen Lehre bekennen. "Tibet als Symbol des Guten, als
letzter Hort der Spiritualität, wo Weisheit und Harmonie bewahrt werden ... Ist das
Dach der Welt zur Projektionsfläche für alle unsere Sehnsüchte
geworden?" fragt der Spiegel (Nr. 16/1998).

Wird ein Mensch verehrt oder Gott allein die Ehre gegeben?
Offensichtlich. Immer mehr Menschen hängt das verknöcherte
Amts-Christentum zum Halse heraus. Scharenweise wenden sie sich ab von einer religiösen
Institution, in der Spiritualität längst erloschen ist, an deren Bibel mehr Blut klebt
als an den Schriften jeder anderen Religion und die nur noch durch Geld und Macht
zusammengehalten wird.
Der Exodus enttäuschter Christen aus dem Bauch der Romkirche und ihrer
Tochter bedeutet jedoch nicht das Ende der Sehnsucht nach Gott. Die
"Ausgezogenen" (vgl. Offenbarung 18, 4) begeben sich auf die Suche.
Gewiss: ein
Teil von ihnen wird gleichgültig oder geht in die innere Emigration. Doch eine immer
größer werdende Zahl wendet sich dem großen Markt der Esoterik zu. Östliche
Ersatzreligionen wie TM, Osho, Hare-Krishna, die verschiedenen Yoga-Lehren
u. a.,
alternative Heilweisen, sanfte Therapien, eine Unmenge von Formen der Meditation haben
Konjunktur. Die "Eso-Branche" ist zu einer der größten Wachstumsindustrien
geworden. Wobei die meisten Anbieter auf "Fast-food-Mystik" setzen, auf
"Spiritualität light".
Wahre
Esoterik ist Lehre vom Inneren
Ursprünglich meint Esoterik den Kern des Religiösen. Das
Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "das Innere betreffend." Es ist die
innere Religion. Die "innere Religion" in allen ihren Aspekten brachte Jesus von
Nazareth.
Der größte aller Propheten lehrte
unmissverständlich:
"Das Reich Gottes ist inwendig in euch." Seine Bergpredigt ist eine Anleitung,
dieses innere Reich zu erschließen. Selbst für Paulus ist christlicher Glaube der Weg
nach Innen, zum "Christus in uns". Esoterisches Christentum ist also wahres
Christentum.
Die Romkirche und ihre evangelische Tochter haben das
Innere jedoch verschüttet. Sie haben daraus eine Kultreligion nach heidnischem Vorbild
gemacht und dann dem Ganzen zur Täuschung der Gläubigen ein christliches Etikett
angeheftet. Mit ihren Mystikerinnen und Mystikern, die immer wieder machtvoll das
"Gott in uns" einforderten, ging die Priesterkaste nicht eben zimperlich um.
Entweder wurden sie vereinnahmt - zur Erbauung und zur Anreicherung der Liturgie, oder es
wurde ihnen der Prozess gemacht, wie etwa dem größten deutschen Mystiker, Meister
Eckart.
Idealisierung
tibetanischer Kulte?
Eine besondere Faszination übt derzeit der tibetanische
Buddhismus aus: Toleranz, Gewaltlosigkeit, Meditation, Reinkarnation und das Fehlen einer
ewigen Verdammnis macht diese Religion offensichtlich anziehend. Und viele wenden sich ihr
und ihren Gurus zu. Gewiss: Der Buddhismus gehört zu den Weltreligionen, und die Lehre
des Buddhas stimmt in Teilen mit der Lehre des Nazareners überein.
Doch in den Film-Produktionen geht es mehr um die Auffindung der
Reinkarnation eines Dalai Lama, um eine Romantisierung Tibets und um die Riten und
Kulthandlungen buddhistischer Mönche. Dazu bemerkt der Journalist und Schriftsteller
Peter Scholl-Latour: Eine »Insel der Seligen« ist diese isolierte
Hochgebirgslandschaft nie gewesen. Der Lamaismus war dort in tantristischer Zauberei, in
einer Horrorwelt von Teufeln und Dämonen erstarrt. Die Masse der Bevölkerung lebte als
feudalistische Untertanen, wenn nicht als Sklaven. Im Potala-Palast spielten sich
mörderische Intrigen ab. Die meisten Vorgänger des heutigen Dalai Lama starben an Gift
... Die lamaistische Theokratie [wörtl. Gottesherrschaft, d. h. Herrschaft der religiösen
Führer, d. Red.] war ein Hort des Obskurantismus und einer religiös verbrämten
Tyrannei." (Peter Scholl-Latour, Das Schlachtfeld der Zukunft, 1997, S. 487)
Sicherlich ist es gerechtfertigt, die gewaltsame Besetzung und
Überfremdung Tibets durch China anzuprangern. Doch so wie man lange Zeit die Sehnsucht
nach einer heilen Welt in Naturvölker projizierte, so besteht heute im
Buddhismus-Phänomen die Gefahr, fernöstliche Kulte zu idealisieren. Der Dalai Lama wird
z. B. von vielen Menschen mit "Heiligkeit" angeredet. Jesus aber sagte: "Nur
einer ist heilig, euer Vater im Himmel."
Das goldene Zeitalter, eine heile Welt, eine tausendjährige Zeit des
Friedens - wie auch immer das Land der Sehnsucht genannt wird - findet sich nicht in
vergangenen Epochen oder fernen Kulturen. Es liegt in der Zukunft. Es kommt in dem Maße
auf diese Erde, wie jeder einzelne in sich selbst die Liebe entwickelt - zu Menschen,
Tieren und Pflanzen. Das inwendige Reich, das Jesus von Nazareth lehrte, erschließt sich
durch Verinnerlichung und durch die tagtägliche Erfüllung der Gebote Gottes, die auch in
die Verinnerlichung führen. Das Goldene Zeitalter" kommt in dem Maße auf
diese Erde, wie die Menschen ein goldenes Herz" haben - indem sie Christus in
sich auferstehen lassen.
Wer Gott sucht, braucht also
nicht nach Osten zu pilgern
Die Urchristen im Universellen Leben sind ernsthaft bestrebt, Jesus von
Nazareth nachzufolgen. Sie gehen den Inneren Weg, den Christus durch das Prophetische Wort
für die Jetztzeit offenbart hat. Es ist die gelebte Bergpredigt.
Christus, der in Jesus von Nazareth inkarnierte Sohn
Gottes, ist da. In unserer Zeit, der großen Zeitenwende, hat Christus zugleich wahr
gemacht, was Er als Jesus von Nazareth ankündigte: "Ich hätte euch noch vieles zu
sagen. Ihr könnt es aber jetzt noch nicht tragen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommen
wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten."
Durch Prophetenmund legte Christus Seine einfache und geniale Lehre,
den Weg zu Gott durch Erfüllung der Gebote Gottes, wieder frei. Dazu gehört die
Sanftmut, die absolute Gewaltlosigkeit, die Achtung der Frauen und ihre Gleichheit vor
Gott, die Liebe zu Tieren, Pflanzen und allem Sein. Und immer mehr Menschen weltweit gehen
diesen Weg. Auch die Möglichkeit der Reinkarnation ist Teil Seiner Lehre. Die
Möglichkeit der Wiederverkörperung, die zum Urwissen der Menschheit gehört, ließ die
Romkirche im 6. Jahrhundert n. Chr. aus ihrer Lehre verbannen. An die Stelle setzte sie das
Dogma der ewigen Verdammnis, um die Gläubigen durch Angst und Schrecken bei der Stange zu
halten. |