Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 9/98

abstand.gif (36 Byte)
Enttäuschte Christen auf der Suche

Flucht nach Osten?

"Die christlichen Kirchen brachten mir nicht Erfüllung. Die fand ich dafür im Buddhismus". Die junge Hamburger Erzieherin spricht aus, was viele Menschen spüren: Das abendländische Christentum ist am Ende, ist spirituell ausgezehrt. Weil aber die Sehnsucht nach Gott bleibt, wenden sich immer mehr Menschen östlichen Religionen zu. Vor allem der Buddhismus hat Hochkonjunktur. Esoterischer Kult oder Suche nach der inneren Religion?

Little Buddha, Sieben Jahre in Tibet, Living Buddha, Kundun, Siddharta - Hollywood dreht einen Film nach dem anderen über fernöstliche Religionen. Der Dalai Lama ist geradezu zu einer religiösen Kultfigur geworden, zu dem Politiker und Hollywoodstars hinpilgern wie vordem zum römischen Papst. Die Tibet- und Buddhismuswelle in den USA hat inzwischen auch Deutschland erreicht: Etwa eine halbe Million Menschen - Dozenten, Manager und Hausfrauen - sollen sich zur östlichen Lehre bekennen. "Tibet als Symbol des Guten, als letzter Hort der Spiritualität, wo Weisheit und Harmonie bewahrt werden ... Ist das ‘Dach der Welt’ zur Projektionsfläche für alle unsere Sehnsüchte geworden?" fragt der Spiegel (Nr. 16/1998).

Daleila.jpg (24097 Byte)
Wird ein Mensch verehrt oder Gott allein die Ehre gegeben?

Offensichtlich. Immer mehr Menschen hängt das verknöcherte Amts-Christentum zum Halse heraus. Scharenweise wenden sie sich ab von einer religiösen Institution, in der Spiritualität längst erloschen ist, an deren Bibel mehr Blut klebt als an den Schriften jeder anderen Religion und die nur noch durch Geld und Macht zusammengehalten wird.

Der Exodus enttäuschter Christen aus dem Bauch der Romkirche und ihrer Tochter bedeutet jedoch nicht das Ende der Sehnsucht nach Gott. Die "Ausgezogenen" (vgl. Offenbarung 18, 4) begeben sich auf die Suche. Gewiss: ein Teil von ihnen wird gleichgültig oder geht in die innere Emigration. Doch eine immer größer werdende Zahl wendet sich dem großen Markt der Esoterik zu. Östliche Ersatzreligionen wie TM, Osho, Hare-Krishna, die verschiedenen Yoga-Lehren u. a., alternative Heilweisen, sanfte Therapien, eine Unmenge von Formen der Meditation haben Konjunktur. Die "Eso-Branche" ist zu einer der größten Wachstumsindustrien geworden. Wobei die meisten Anbieter auf "Fast-food-Mystik" setzen, auf "Spiritualität light".

Wahre Esoterik ist Lehre vom Inneren

Ursprünglich meint Esoterik den Kern des Religiösen. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "das Innere betreffend." Es ist die innere Religion. Die "innere Religion" in allen ihren Aspekten brachte Jesus von Nazareth.

Der größte aller Propheten lehrte unmissverständlich: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch." Seine Bergpredigt ist eine Anleitung, dieses innere Reich zu erschließen. Selbst für Paulus ist christlicher Glaube der Weg nach Innen, zum "Christus in uns". Esoterisches Christentum ist also wahres Christentum.

Die Romkirche und ihre evangelische Tochter haben das Innere jedoch verschüttet. Sie haben daraus eine Kultreligion nach heidnischem Vorbild gemacht und dann dem Ganzen zur Täuschung der Gläubigen ein christliches Etikett angeheftet. Mit ihren Mystikerinnen und Mystikern, die immer wieder machtvoll das "Gott in uns" einforderten, ging die Priesterkaste nicht eben zimperlich um. Entweder wurden sie vereinnahmt - zur Erbauung und zur Anreicherung der Liturgie, oder es wurde ihnen der Prozess gemacht, wie etwa dem größten deutschen Mystiker, Meister Eckart.

Idealisierung tibetanischer Kulte?

Eine besondere Faszination übt derzeit der tibetanische Buddhismus aus: Toleranz, Gewaltlosigkeit, Meditation, Reinkarnation und das Fehlen einer ewigen Verdammnis macht diese Religion offensichtlich anziehend. Und viele wenden sich ihr und ihren Gurus zu. Gewiss: Der Buddhismus gehört zu den Weltreligionen, und die Lehre des Buddhas stimmt in Teilen mit der Lehre des Nazareners überein.

Doch in den Film-Produktionen geht es mehr um die Auffindung der Reinkarnation eines Dalai Lama, um eine Romantisierung Tibets und um die Riten und Kulthandlungen buddhistischer Mönche. Dazu bemerkt der Journalist und Schriftsteller Peter Scholl-Latour: „Eine »Insel der Seligen« ist diese isolierte Hochgebirgslandschaft nie gewesen. Der Lamaismus war dort in tantristischer Zauberei, in einer Horrorwelt von Teufeln und Dämonen erstarrt. Die Masse der Bevölkerung lebte als feudalistische Untertanen, wenn nicht als Sklaven. Im Potala-Palast spielten sich mörderische Intrigen ab. Die meisten Vorgänger des heutigen Dalai Lama starben an Gift ... Die lamaistische Theokratie [wörtl. Gottesherrschaft, d. h. Herrschaft der religiösen Führer, d. Red.] war ein Hort des Obskurantismus und einer religiös verbrämten Tyrannei." (Peter Scholl-Latour, Das Schlachtfeld der Zukunft, 1997, S. 487)

Sicherlich ist es gerechtfertigt, die gewaltsame Besetzung und Überfremdung Tibets durch China anzuprangern. Doch so wie man lange Zeit die Sehnsucht nach einer heilen Welt in Naturvölker projizierte, so besteht heute im Buddhismus-Phänomen die Gefahr, fernöstliche Kulte zu idealisieren. Der Dalai Lama wird z. B. von vielen Menschen mit "Heiligkeit" angeredet. Jesus aber sagte: "Nur einer ist heilig, euer Vater im Himmel."

Das goldene Zeitalter, eine heile Welt, eine tausendjährige Zeit des Friedens - wie auch immer das Land der Sehnsucht genannt wird - findet sich nicht in vergangenen Epochen oder fernen Kulturen. Es liegt in der Zukunft. Es kommt in dem Maße auf diese Erde, wie jeder einzelne in sich selbst die Liebe entwickelt - zu Menschen, Tieren und Pflanzen. Das inwendige Reich, das Jesus von Nazareth lehrte, erschließt sich durch Verinnerlichung und durch die tagtägliche Erfüllung der Gebote Gottes, die auch in die Verinnerlichung führen. Das „Goldene Zeitalter" kommt in dem Maße auf diese Erde, wie die Menschen ein „goldenes Herz" haben - indem sie Christus in sich auferstehen lassen.

Wer Gott sucht, braucht also
nicht nach Osten zu pilgern

Die Urchristen im Universellen Leben sind ernsthaft bestrebt, Jesus von Nazareth nachzufolgen. Sie gehen den Inneren Weg, den Christus durch das Prophetische Wort für die Jetztzeit offenbart hat. Es ist die gelebte Bergpredigt.

Christus, der in Jesus von Nazareth inkarnierte Sohn Gottes, ist da. In unserer Zeit, der großen Zeitenwende, hat Christus zugleich wahr gemacht, was Er als Jesus von Nazareth ankündigte: "Ich hätte euch noch vieles zu sagen. Ihr könnt es aber jetzt noch nicht tragen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten."

Durch Prophetenmund legte Christus Seine einfache und geniale Lehre, den Weg zu Gott durch Erfüllung der Gebote Gottes, wieder frei. Dazu gehört die Sanftmut, die absolute Gewaltlosigkeit, die Achtung der Frauen und ihre Gleichheit vor Gott, die Liebe zu Tieren, Pflanzen und allem Sein. Und immer mehr Menschen weltweit gehen diesen Weg. Auch die Möglichkeit der Reinkarnation ist Teil Seiner Lehre. Die Möglichkeit der Wiederverkörperung, die zum Urwissen der Menschheit gehört, ließ die Romkirche im 6. Jahrhundert n. Chr. aus ihrer Lehre verbannen. An die Stelle setzte sie das Dogma der ewigen Verdammnis, um die Gläubigen durch Angst und Schrecken bei der Stange zu halten.

Inhalt Ausgabe 9/98
Hauptseite
Archiv - alle früheren Ausgaben Suchen
Abo-Service
Impressum
Post an uns





 


Jesus von Nazareth lehrte solches nicht. Er brachte die frohe Botschaft, dass jede Seele in die Glückseligkeit des Vaters, des Seins in Gott, zurückkehrt, in das Einswerden mit dem Göttlichen in uns, das Jesus in den Worten ausdrückte: "Der Vater und Ich sind eins".

Lesen Sie zum diesem Thema auch: Ausgabe Nr. 22/1998 - Christus oder Buddha?

 



Copyright ©
Verlag Das Weisse Pferd GmbH, Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Deutschland
Tel. 09391 / 504 - 207, Fax - 210, http://www.das-weisse-pferd.com - E-Mail: info@das-weisse-pferd.com


Fernsehtipp
: www.erde-und-mensch.tv

Hit Counter