Wer wusste zum Beispiel, dass die Kirche im glücklichen
Österreich Ländereien mit einer Gesamtfläche von mehr als 250.000 Hektar besitzt? Das
sind immerhin drei Prozent der Gesamtfläche Österreichs oder anders ausgedrückt eine
Fläche so groß wie ganz Vorarlberg und zweimal die Stadt Wien. "Insgesamt
erwirtschaftet der Konzern "Katholische Kirche" Österreich einen Umsatz von
geschätzten 20 Milliarden Schilling", schreibt Trend. Das sind immerhin 0,8
%
des gesamten Bruttoinlandsprodukts von 1996 oder mehr als die gesamte Ausfuhr Österreichs
nach Asien, Lateinamerika und Australien.
Zwar gibt es in Österreich keine vom Staat eingezogene Kirchensteuer,
doch die Finanzämter liefern der Kirche die Daten, aufgrund derer diese dann die
Pflichtbeiträge der Gläubigen eintreiben kann: 4,2 Milliarden Schilling im Jahr (600
Millionen DM). Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Österreich ein Konkordat, einen Vertrag
zwischen dem Vatikan und dem Staat. Aus diesem Vertrag folgt die Verpflichtung des
Staates, der Kirche jährlich 500 Millionen Schilling zu zahlen - als
"Wiedergutmachung" für während der NS-Zeit eingezogenes Kirchengut. (Von
Wiedergutmachung für die Opfer des Jahrhunderte langen Zehnt-Eintreibens durch die
Klöster und der fast sprichwörtlichen kirchlichen Erbschleicherei redet allerdings
niemand, auch nicht von den "Hexen", deren Vermögen vor der Hinrichtung
konfisziert wurde.) Rechnet man die 3,5 Milliarden Schilling hinzu, die der Staat
außerdem jährlich für die Gehälter der Lehrkräfte an kirchlichen Schulen bezahlt, so
kommt man, wie in Deutschland, zu dem Ergebnis: Der Staat bezahlt den Kirchen in etwa noch
einmal soviel an Subventionen aus allgemeinen Steuermitteln, wie diese an
Pflichtbeiträgen einnehmen.
Die älteste Wiener Privatbank, Schelhammer & Schattera, ist
vollständig in kirchlichem Besitz. Sie verfügt über Kundendepots von 9,6 Milliarden Schilling,
die sie bevorzugt im Wertpapierbereich anzulegen pflegt. Indirekt ist das Bankhaus auch an
den österreichischen Casinos mitbeteiligt.