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Bericht aus Kenia
Elefanten
in freier Natur -
werden sie überleben?
"Hier
war ich nicht das letzte Mal". Das wurde mir klar, als ich zu Beginn meines
Aufenthalts im Amboseli-Nationalpark in Kenia vor meinem Zelt saß und die Abendstimmung
genoss. Die Sonne Afrikas hatte kurz zuvor den Himmel in glühend rote Farben getaucht,
und nun waren bereits einige Tiere schemenhaft in weiter Ferne vor der Silhouette des
Kilimandscharo zu sehen. Um Elefanten im Freiland zu erleben, war ich vor einer Woche nach
Nairobi geflogen.

Eine Elefantenherde an der lebensnotwendigen
Wasserstelle - Sie
trinken und kühlen sich ab
Als ich fünf Jahre alt war, haben
meine Eltern mit mir in Deutschland einen Zoo besucht. Guten Glaubens dachten sie, sie
würden mir damit eine Freude bereiten. Als ich aber gesehen hatte, wie die Elefanten dort
angekettet waren und sich überhaupt nicht bewegen konnten, fing ich an, laut zu schreien.
Ich muss völlig entsetzt gewesen sein. Nie wieder wollte ich einen Zoo betreten.
Was geht in den Tieren vor?
Als examinierte Biologin änderte
ich über 20 Jahre später meinen Entschluss. Ich ging wieder in einen Zoo und suchte nach
den Elefanten. Lange schaute ich ihnen in die Augen. Wissen wir Menschen überhaupt, was
in den Tieren vorgeht? Welche Möglichkeiten haben die gefangen gehaltenen Tiere
überhaupt, ein ihnen entsprechendes Leben zu führen? In mir reifte ein Wunsch: Ich
möchte mithelfen, dass Elefanten in ihrer natürlichen Umgebung bleiben können und
geschützt werden.
Serengeti
Wie sollte ich beginnen? In der
Bücherei fand ich zunächst eine Untersuchung über Elefanten im Serengeti-Nationalpark
in Tansania aus den 60iger Jahren. Ich wusste bereits, dass in den 80iger Jahren die
illegale Elfenbeinjagd stark zugenommen hatte und die ehemals zahlreichen
Elefantenpopulationen bedrohte. Auch der starke Anstieg des menschlichen
Bevölkerungswachstums und die Zunahme der landwirtschaftlichen Nutzung führte zu einer
drastischen Verkleinerung des Lebensraums für die Elefanten. Ihr Überleben ist
mittlerweile in Gefahr. Wie sieht es also heute in Serengeti aus, 30 Jahre nach
Veröffentlichung der Studie?

Um für die jahreszeitlichen Wanderungen gerüstet zu
sein, müssen die kleinen Elefanten lernen und immer
wieder lernen.
Um den aktuellen Status der Elefanten dort zu erfahren, möchte ich nach
den Elefantenfamilien suchen, die sich heute zeitweise im Serengeti-Nationalpark in
Tansania aufhalten und diesen nutzen. Für dieses Projekt erbat ich Unterstützung vom
Amboseli-Nationalpark im benachbarten Kenia. Und: Mein großer Wunsch ging in Erfüllung.
Ich bekam eine Einladung und reiste nach Kenia.
Wie erkennt man einen bestimmten Elefanten?
Tagsüber war ich meist damit
beschäftigt, die hier im Park lebenden Elefanten zu beobachten und mich im Identifizieren
von einzelnen Tieren zu schulen. Wie erkennt man einen Elefanten? Die Einschnitte, Löcher
und Verletzungen an ihren Ohrrändern kennzeichnen Elefanten genauso wie ein Fingerabdruck
einen Menschen auszeichnet. Ebenso sind Anzahl und Form der Stoßzähne meistens sehr
unterschiedlich und jeweils mit der Biographie eines Tieres verknüpft. Eines haben aber
alle Elefanten gemeinsam: Schaut man ihnen in die Augen, blickt einem viel
"Weisheit" entgegen.
Liebevolle Zurechtweisung
Meine besondere Aufmerksamkeit zog
ein kleines Elefantenbaby auf sich, das erst vor wenigen Tagen geboren wurde. Die Babies
haben noch eine rosafarbene Haut und witzige vom Kopf abstehende Haare. Meist stand es auf
wackligen Beinen unter dem schützenden Bauch der Mutter, oder es lag von den
Herausforderungen des Tages ermattet im Gras. Das Junge erfährt viel Zuneigung und
Aufmerksamkeit, aber auch Zurechtweisung. Denn vor Beginn der langen Regenzeit müssen die
Kleinen stark genug sein, um die jahreszeitlichen Wanderungen zu überstehen. Bis dahin
verbringen sie viel Zeit mit spielen, lernen, lernen und wieder lernen. |
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