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Meditative Gedanken
zum Frühling und Sommer »Es blüht«
Wir
schließen unsere Augen und empfinden uns mitten in eine Blumenwiese hinein.
Ich stehe mitten in einer Blumenwiese.
Rund um mich herum blüht es. Ich spüre die Kraft der Blüten in mir.
Ich empfinde den lauen Frühlingswind. Er bringt den Duft der Blumen,
der blühenden Sträucher, der jungen Pflanzen mit. Ich rieche den feinen Duft des Lebens.
Meine menschlichen Gedanken fliegen hinweg. Alles, was mich bis zu
diesen Minuten beschäftigt hat, schwindet.
Ich fühle mich nicht mehr allein. Ich fühle mich
hinein genommen in das mächtige, kraftvolle Blühen.
Es blüht, es duftet - es strömt mir das Leben der Blumen und Pflanzen
zu.
In meinem Antlitz spiegeln die Strahlen der Sonne. Sie durchwärmen
meinen Körper.
In mir und um mich ist es wohlig warm; es ist angenehm.
Mein Körper wird immer leichter und leichter. Ich merke kaum mehr die
Details meines Leibes. Er öffnet sich wie die blühenden Blumen und nimmt die Strahlung
des Lebens in sich auf.
Es durchstrahlt mich die Natur. Der Duft unzähliger Blüten und jungen
Pflanzen durchströmt mich.
Ich atme - und atme doch den Pulsschlag der Unendlichkeit.
Kein menschlicher Gedanke durchdringt mich. Mich durchstrahlen die
Kräfte der Pflanzen, der Blumen, der Kräuter.
Die mächtigen Tannen aus der Ferne sind plötzlich ganz nah. Ihre
Kräfte durchströmen mich. Mein Körper ist durchlässig; er ist ganz fein geworden. An
ihm prallt nichts mehr ab; er strahlt nichts Menschliches zurück. Er wird durchstrahlt
von den unzähligen Facetten der ewigen Wahrheit.
Die Strahlen der Sonne durchstrahlen mich. Die Kräfte des Alls machen
keinen Halt vor mir. Ich bin plötzlich der Allkörper, weil das All mich durchstrahlt.
Meine Empfindungen sind edel; ganz fein. Rein, lieblich und
weich fühlt sich mein Inneres an. Es ist das Gesetz der Liebe. Es ist Deine Kraft, o
ewiger Vater.
Ich bin kein Einzelwesen; ich bin das Wesen des Alls, da
mich alles, was aus Dir ist, durchströmt.
Ich empfinde in mir das Strömen der Kräfte von Blumen - Sträucher,
Bäume. Ich empfinde das Strömen der Kräfte des Alls.
Es strömt.
Wer bin ich? Ich erhebe mein Bewusstsein in der Frage: Wer bin ich?
Das, was durch mich strömt, antwortet mir:
Du bist das mächtige Ich Bin. Du bist die Kraft der Blumen, der
Sträucher, der Bäume, der Gestirne. Du bist die Kraft der Mineralien und Steine. Du bist
die Kraft, die auch in der Tierwelt ist.
Du bist.
Wer bist du? Antworte du selbst im stillen Gebet.
Bleibe still. Edle Empfindungen, reinste Gefühle durchströmen dich.
Mitten in der Blumenwiese bist du - und bist du doch nicht. Wer bist du? Das bringe nun
still im Gebet dar. Lass deine heiligen Empfindungen zu Dem sprechen, in Dem du bist.
Du bist leicht, fast schwerelos - weil du heilig empfindest, weil du
heilig denkst. Wisse, das Gesetz Gottes ist heilig. Und so du heilig empfindest und
denkst, bist du das geheiligte Wesen in Gott.
Spüre weiter in dein Inneres hinein.

»Du bist die Kraft der
Blumen,
der Sträucher, der Bäume, der Gestirne«
Die Unendlichkeit
durchströmt dich. Wo hätte da noch ein menschlicher Gedanke Platz? Wo hätte da noch
eine menschliche Regung Platz? Du bist gefüllt von Licht und Kraft und bist erfüllt von
Weisheit und Größe. Wo hätte da noch ein menschliches Wort Platz?
Spüre, wie leicht und beschwingt du bist!
Nun gehe mit den heiligen Empfindungen über die Blumenwiese. Du gehst
durch Blumen, durch Gräser, durch Sträucher. Spüre, es besteht kein Widerstand.
Spüre, wie leicht und behend du über die Blumenwiese gehst!
Spüre, du zertrittst kein Gräslein, keine Blume; auch kein Stein
schmerzt und drückt dich.
Spüre, alles, was dich durchstrahlen kann, das ist dir auch ganz
bewusst positiv gewogen. Du lehnst es nicht ab; du nimmst es auf. Alles strahlt dir zu und
durchstrahlt dich.
Wer bist du? Du bist Freude; du bist Dankbarkeit; du bist Friede; du
bist die große Liebe - weil du ein Kind Gottes bist.
Du begegnest deinem Nächsten. Die Begegnung findet im Äußeren und im
Inneren statt. Die positiven Kräfte durchdringen sich. Dein Nächster ist in dir - du
bist in ihm. Ihr reicht euch die Hände und fühlt euch ineinander verschmolzen, getragen
durch die Liebe.
Behend und leicht gehen wir Hand in Hand weiter. Wir sind zwei und doch
eins, weil wir uns gegenseitig durchstrahlen.
Wir begegnen immer
wieder Menschen; wir begegnen Tieren und Pflanzen. Sind sie außerhalb von uns? Es sind
Wesen aus Gottes Kraft - und doch sind sie in uns und wir in ihnen. Wir durchdringen uns -
und sind doch Wesen in Gott. Jedes Wesen hat seine Mentalität und seine Fähigkeiten -
und doch durchdringen wir uns.
Wer ist gegen wen? Wo ist noch Platz für das Gegen?
Nirgendwo; denn wir sind eins, weil uns alles Sein durchdringt. Wir sind.
Wir sind Liebe und Kraft.
In Empfindungen kehren wir zurück von der Blumenwiese.
Wir sind und bleiben durchdrungen von der ewigen, allmächtigen Kraft.
Danke, Herr, dass wir sind. Und wir sind mit allen Menschen
und Wesen, weil auch sie, so wie wir, das All bilden.
Danke, Ewiger. |