Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, so Hochhuth, habe Bismarck verhindert,
dass eine preußische Prinzessin auf den bulgarischen Thron gelangte, um
Russland nicht zu
provozieren. "Man messe an dieser Harmlosigkeit - was bedeutete geopolitisch schon
Bulgarien verglichen mit Russland? - den geradezu kriegstreibenden Wahnwitz des
Außenministers Kinkel, sich zum Wortführer der Nato zu machen - ausgerechnet als
Deutscher!"
Nicht zu vergessen: das Rüstungsgeschäft!
"Gibt es noch einen Grund für die Nato-Osterweiterung? O
ja: Das Rüstungsgeschäft! ... Denn wenn diese Länder vollwertige Nato-Partner werden
wollen - wie könnten sie sich davor drücken, beträchtliche Prozente ihrer
Staatsausgaben für neue Waffen auch aus Westeuropa auszugeben? ... Sind diese
Waffenexporte es wert, die Russen den Chinesen zuzutreiben, was damit zwangsläufig
geschehen muss?"
US-Politiker
Kissinger und Brzezinski:
Russland als "überflüssiges Land"
Der russische Dichter Alexander
Solschenizyn wirft in der Welt am Sonntag (21.6.1998) den USA, Frankreich und
Großbritannien vor, Russland getäuscht zu haben. Sie hätten Gorbatschow versichert, die
NATO niemals nach Osten ausdehnen zu wollen. Erst auf dieses Versprechen hin zogen sich
die sowjetischen Truppen aus Osteuropa zurück. Solschenizyn wirft dem Westen außerdem
vor, Russland versklaven und möglicherweise sogar aufteilen zu wollen. Kissinger und
Brzezinski hätten Russland als "überflüssiges Land" bezeichnet. "Amerika
unterstützt nach Kräften den antirussischen Impuls der Ukraine." Es bekämpfe
andererseits die pro-russische Haltung Weißrusslands, weil dieses "der Idee einer
Schwarzmeer-Baltischen Union, eines cordon sanitaire gegen
Russland im Wege steht. ... Man kann sich schwerlich ein solches Maß an Unterschätzung
einer lange währenden Schwäche Russlands ... erlauben."
Aktualisierung: Im Jahr 2007 zeigen sich zunehmende Probleme
wegen der teils unkritischen Gefolgschaft z. B. von Polen oder
Tschechien gegenüber der USA - unmittelbar vor den Toren Russlands.
Diese beiden Regierungen gehörten auch zu der Koalition der "Willigen",
die ohne UN-Mandat und unter der Führung der USA im Jahr 2003 dem Irak
den Krieg erklärten.
Auf dem NATO-Gipfel im April 2008 erklärte der russische Präsident Putin,
ein von den USA forcierter NATO-Beitritt der Ukraine oder von Georgien,
beides ehemalige Sowjetrepubliken, würde von Russland als Bedrohung
betrachtet werden. Putin bot dem Westen stattdessen ein
freundschaftliches und von Rücksichtnahme geprägtes Verhältnis an.
Weitere Aktualisierungen: Siehe unter
http://www.theologe.de/2008-2.htm |