Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 14/98

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Bei seinem Besuch in Kroatien

Papst will Kriegsverbrecher
selig sprechen

In der ersten Oktoberwoche will Papst Johannes Paul II. nach Kroatien reisen - und dort den ehemaligen Kardinal von Zagreb Alojzije Stepinac selig sprechen. Die Sache hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Stepinac war zutiefst verstrickt in die faschistischen Gräueltaten der katholischen Ustascha gegen die orthodoxen Serben während des Zweiten Weltkriegs.

Stepinac war es, der im April 1941, kurz nach der Machtübernahme durch die Faschisten, einen engen Kontakt zwischen dem Faschistenführer Pavelic und dem Vatikan herstellte. Papst Pius XII. empfing den Massenmörder später in Privataudienz, verabschiedete ihn, den "praktizierenden Katholiken", mit den besten Wünschen "für die weitere Arbeit" und ließ es sich nicht nehmen, ihm noch auf das Sterbebett im Madrider Exil seine besten Segenswünsche zu schicken. Stepinac begrüßte die faschistische Machtübernahme von Anfang an als "Wirkung der göttlichen Hand", obwohl (oder weil) ihm genau bekannt war, was Pavelic vorhatte: die orthodoxen Serben, die in Kroatien lebten, entweder zum Katholizismus zwangsweise zu bekehren oder zu massakrieren - oder erst das eine und dann das andere. Stepinac forderte in einem Hirtenbrief  "als Vorstand der Heiligen Kirche" alle Kroaten auf, den Ustascha-Staat und seinen Führer Pavelic nach Kräften zu unterstützen - und ließ in allen Kirchen dafür ein Te Deum singen.

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Stepinac - der "selige" katholische Kriegsverbrecher

1942 wurde Kardinal Stepinac vom Vatikan auch noch zum Militärvikar für die Armee der Ustaschen ernannt, die zu diesem Zeitpunkt bereits mit ihren Massenmorden und Zwangsbekehrungen unter abscheulichsten Umständen begonnen hatten. Stepinac war als oberster Kirchenmann Kroatiens und gleichzeitig Militärvikar auch dafür verantwortlich, dass zahlreiche katholische Geistliche sich aktiv an der Ermordung von 750.000 Serben beteiligten, auch im berüchtigten Konzentrationslager Jasenovac. Kein Wunder: Stepinac hatte schon 1934 davon geträumt, ganz Serbien katholisch zu machen. (Nachzulesen ist dies alles in: Vladimir Dedijer, Jasenovac, das jugoslawische Auschwitz und der Vatikan)

Übrigens: Papst Johannes XXIII. wurde bis heute noch nicht selig gesprochen.
Aktualisierung: Papst Johannes Paul II. hat Stepinach tatsächlich selig gesprochen. Siehe unten Ausgabe Nr. 18/98

Lesen Sie auch:
- Ausgabe Nr. 15/97 - Kroatische Faschisten und der Vatikan - Raubgeld in der Papstkasse
- Ausgabe Nr. 18/98
- Seligsprechung von Kardinal Stepinac: Päpstlicher Segen für den katholischen Völkermord

Link:
Uli Weyland, Strafsache Vatikan, Jesus klagt an; für 19,80 € + Versand, erhältlich im Verlag Das Weisse Pferd

AKTUELL - PAPSTBESUCH 2011 IN DEUTSCHLAND - KEINE PAPSTREDE IM DEUTSCHEN BUNDESTAG


 




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