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Wie schützen wir uns vor schädlichen Umwelteinflüssen?
Sommer, Sonne, Licht, Ozon
Endlich wieder Sommer - so
war es Ende Juli von allen Seiten zu hören, als das wolkig bis heitere Regenwetter eine
Pause einlegte. Doch während sich die Mitteleuropäer in die Sonne legen, verhält man
sich auf der anderen Seite des Globus inzwischen anders. In Australien werden in den
Läden neben Sonnencremes Augen schonende Rundum-Brillen verkauft, dazu Kleider,
Ganzkörper-Badeanzüge und T-Shirts mit Lichtschutzfaktor. Jedes Schulkind kennt den
Unterschied zwischen der ungefährlichen UV-A-Strahlung und der gefährlichen
UV-B-Strahlung. Wer ohne Mütze in die Schule kommt, darf nicht auf den Pausenhof. Die
Nachfrage nach Hüten mit Nackenschutz und Nasenkappen steigt.

Das Licht der Sonne
belebt die Erde - doch die
Gefahren der Sonneneinstrahlung nehmen zu.
Das Ozonloch hat die australische Gesellschaft verändert. Die Ozonschicht
in der Stratosphäre (in 20-50 km Höhe) schützt die Erde vor der gefährlichen
ultravioletten Strahlung aus dem All. Die Australier leiden bisher am stärksten unter dem
Ozonloch. Hier und über der Antarktis hat die gefährliche UV-Strahlung in den letzten
Jahren um 20 % zugenommen. Der ganze Alltag ist auf Schutz vor der Sonne ausgerichtet.
Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr findet man kaum einen Australier am Strand, weil in dieser Zeit
die höchste UV-Strahlung herrscht. Die Badeanzüge bedecken fast den ganzen Körper. Beim
Kaffeetrinken im Freien werden neben Kaffee und Kuchen wie selbstverständlich auch
Sonnenblocker angeboten. Nach einer Studie von Wissenschaftlern der Küstenstadt Brisbane,
werden 41 % der Stadtbevölkerung im Laufe ihres Lebens an Hautkrebs erkranken.
Der Mann, der uns den Sommer verspricht ...
Zurück nach Deutschland: Als "Mann, der uns den Sommer
verspricht" bezeichnete Bild den Wetterforscher Manfred Tietz. Aufgrund einer
Analyse der Wetterstatistik hatte er erklärt: "Der August wird herrlich sonnig und
warm." Da sonniges und nicht zu heißes Wetter positiv auf den menschlichen
Organismus wirkt, scheint dies eine gute Nachricht. Doch erst langsam wird man sich auch
hierzulande bewusst, dass die aggressive UV-Strahlung der Sonne zunimmt. Schattige Plätze
werden beliebter. Doch auch sie sind nicht UV-sicher, weil die Strahlung durch
Staubpartikel in der Luft reflektiert wird. Zum Vergleich: Wasser reflektiert 100 %,
Asphalt 45 %, Sand 20 %, Gras nur 3 %. Die meisten Kleider halten nur ca. 35-40 % der
Strahlung ab, eng gewebte Leinen- und Baumwollstoffe mehr. Am besten schirmt Hanf ab, ca.
95-100 %. Ein Sonnenbrand wird immer gefährlicher. 100.000 Menschen erkrankten im
letzten Jahr in Deutschland an Hautkrebs, ca. 3.000 starben daran.

Bei Sonnenschein
Beine und Arme frei? Immer
mehr Menschen bedecken lieber ihre Haut.
Oft befällt der Krebs die Hautpartien, an denen der Mensch zuvor schon
Sonnenbrand hatte. Hautkrebs ist aber heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Falls
sich ein Leberfleck verändert, sich vergrößert, sich wölbt oder unterschiedlich
pigmentiert wird, ist ein Besuch beim Hautarzt anzuraten.
Das Ozon in Bodennähe
Auch das Ozon in Bodennähe wird zum Problem. Durch die ausgedünnte
Ozonschicht in der Stratosphäre erreichen die gefährlichen UV-Strahlen UV-B und UV-C die
Erde. Sie verbinden sich mit dem Luftsauerstoff zu Ozon. Anstatt in der Stratosphäre, wo
es notwendig wäre, bildet sich Ozon auf dem Erdboden, wo es schadet. Es kann Reizungen
der Atemwege, Kopfschmerzen, Husten, Konzentrationsstörungen und Schwächungen des
Immunsystems hervorrufen - bis hin zum Einfluss auf das Erbgut. Deshalb raten Ärzte, bei
hohem Ozongehalt der Luft keine anstrengenden Arbeiten im Freien durchzuführen und nicht
im Freien Sport zu treiben. Die Ozongrenzwerte sind mittlerweile auch ein politisches
Problem geworden: Vor einigen Jahren wurde in der Schweiz bereits bei 120 Mikrogramm
Ozon/cm3 Luft gewarnt. In Deutschland liegt
der Grenzwert erst bei 240 Mikrogramm. Und für das Fahrverbot, das bei diesem
Wert ausgesprochen wird, gibt es zudem noch sehr viele Ausnahmen.
Die Sonne - ein gebender Planet
Von Natur aus ist die Sonne ein gebender und dienender Planet, der das
Leben auf der Erde und für den Menschen überhaupt erst ermöglicht. Selbst die
UV-Strahlung ist in der richtigen Dosierung hilfreich für den Menschen, unterstützt z. B.
das Immunsystem und verbessert die Calciumversorgung des Körpers durch das Vitamin D 3. So
haben auch Solarien weiterhin eine positive Funktion, z. B. bei Osteoporose
(Knochenschwund), Winterdepression, Schuppenflechte oder Neurodermitis.
Das Licht der Sonne schenkt uns Wohlbehagen und Vitalität, vertreibt
düstere Gedanken und Stimmungen und hilft uns, den Alltag optimistischer anzugehen. Und
was nur wenige wissen: Licht vermittelt dem Körper auch Informationen, um die ordnenden
Kräfte in den Zellen zu aktivieren, ebenso die Hormone, Drüsen, Stoffwechselvorgänge
und das Immunsystem.
Licht-Therapie
In früheren Zeiten haben die so genannten Lichtspektren des Tages
automatisch positiv auf den Menschen eingewirkt, der sich viel im Freien aufhielt: Am
Morgen das rötliche Licht, das sich vormittags in golden wandelt, mittags in silber,
nachmittags wieder in golden, abends zurück in rot. In geschlossenen Räumen wirken die
Spektren verfälscht, und durch die Umweltbelastung wurden sie weiter beeinträchtigt.
Doch nicht überall. Bei einem Spaziergang in einem lichtdurchfluteten Wald kann man immer
noch die heilsame Wirkung des Spektrallichts erfahren. |
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